Plastik statt Papier Streit um Millionenkosten für neue Rentnerausweise

Rentner sollen einen neuen Plastikausweise im Scheckkartenformat bekommen. Der Bundesrechnungshof sieht dafür keinen Bedarf - und kritisiert die Verschwendung von neun Millionen Euro.

Rentnerausweis (Archivbild)
picture-alliance/ dpa

Rentnerausweis (Archivbild)


Der Bundesrechnungshof warnt vor einer Verschwendung von rund neun Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren - die Deutsche Rentenversicherung beharrt hingegen auf der Ausgabe neuer Ausweise für alle Rentner ab Juli dieses Jahres. Die neuen Plastikausweise im Scheckkartenformat seien "deutlich stabiler und besser handhabbar" als die bisherigen aus Papier, sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, der "Bild"-Zeitung.

Der Bundesrechnungshof nennt die Ausweise dagegen überflüssig. Für sie gebe es "keinen Bedarf". Es sei bedenklich, dass die Rentenkasse mit den neuen Ausweisen unnötige Mittel ausgeben wolle, die letztlich aus den Beiträgen künftiger Rentner finanziert würden.

Bisher werden die Ausweise in den jährlichen Bescheiden über die Rentenerhöhung aufgedruckt und müssen von Hand ausgeschnitten werden. Laut dem Bundesrechnungshof liegen die Kosten dafür bei 25.000 Euro pro Jahr.

Was können wir uns im Alter noch leisten?

Die Rentenversicherung hält das Ausschneideverfahren nicht mehr für zeitgemäß. Gerade für ältere Menschen ist es laut Roßbach mühsam, den dünnen Papierausweis aus dem Portemonnaie zu ziehen. Die Kosten von rund 35 Cent pro Ausweis stünden zudem "in einem angemessenen Verhältnis" zum Nutzen für die Rentner.

Schon Mitte Dezember hatte der Bundesrechnungshof Geldverschwendung kritisiert. Die Deutsche Rentenversicherung wies das in einer Mitteilung zurück.

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Bericht des Bundesrechnungshofs: Wo der Staat Geld verschwendet

aar/dpa

insgesamt 39 Beiträge
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gammoncrack 03.01.2018
1. Ich bin auch der Meinung,
´dass die Rentenversicherung ihr Geld für die Empfänger und nicht für unnützes Zeug ausgeben soll. Aber in diesem Punkt bin wirklich bei der Rentenversicherung. Diese Papierschnitzel sind wirklich ein Zumutung für ältere Menschen. Der Bundesrechnungshof macht sicherlich gute Arbeit, aber hier merkt man deutlich, dass die dort Beschäftigten den Renteneintritt noch nicht erlebt bzw. weit überschritten haben.
Berg 03.01.2018
2.
Der kleine papierne Rentnerausweis, der jährlich neu zugesandt wird, steckt bei mir am PA. Der Austausch ist leicht und der Zettel trägt nicht weiter auf. Gut so! Seit langer Zeit habe ich ihn im Verlaufe des Jahres nie benötigt, er ist nicht verlangt worden. Wer will ihn eigentlich sehen im Verlaufe des Jahres?
fxe1200 03.01.2018
3. Möge der Rentner...
...seinen Personalausweis mit sich führen. In den U.S. ist man ab 62 "Senior". Das wäre doch ausreichend. Wichtiger ist jedoch, dass der oder die Rentnerin auch in den Genuss von Vergünstigungen kommen kann. Und da hinkt Deutschland weit hinterher. Bei der Bahn, bitteschön 50% ohne Subskription. ÖPNV kostenlos, warum denn nicht? Kino die Hälfte! Deutschlands Kommunen und die Bahn haben Stacheldraht in der Tasche. Mal etwas raus tun für die Alten, das geht nicht.
dasfred 03.01.2018
4. Der Ausweis im Archiv Bild ist laminiert
Wer Probleme hat, den Ausweis sauber auszuschneiden, hat erst recht keine Möglichkeit, den kleinen Papierfetzen zu laminieren. Zwischen all den Karten, die heute schon im Portemonnaie stecken, geht so ein kleiner Zettel leicht verloren. Neun Millionen klingt viel, aber pro Rentner sind das Centbeträge. Hier hat der Rechnungshof doch sehr über das Ziel hinausgeschossen.
elily 03.01.2018
5. Plastikausweis?
Soll der Plastikmüll nicht verringert werden? Und nun schon wieder eine neue Müllquelle. Vielleicht würde es genügen, die Ausweisabschnitte im Rentenbesxheid zu perforieren, so dass man sie bequem abreißen kann. Naheliegend, oder?
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