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Neues Programm: Bundesagentur plant Psychotests für Arbeitslose

Arbeitslose sollen lernen, sich besser zu vermarkten. Die Bundesagentur plant ein neues Betreuungsprogramm, durch das Jobsuchende die eigenen Stärken ergründen und trainieren sollen. Teil des freiwilligen Verfahrens: ein ausführlicher Psychotest.

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DPA

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Hamburg - Fragebögen, Gespräche mit Psychologen, Besuche im Assessment-Center: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) plant ein Rundumprogramm für Arbeitslose. "Die Jobsuchenden sollen lernen, ihre eigenen Stärken besser einzuschätzen und sich besser zu vermarkten", sagt ein BA-Sprecher.

Kompetenzdiagnostik nennt sich das neue Programm. Laut "Süddeutscher Zeitung" ("SZ") ist es Teil einer Kulturrevolution, die 2012 in der Behörde und in den Jobcentern eingeläutet wird. Sie zitiert BA-Geschäftsführer Markus Schmitz, der das Programm detailliert beschreibt. Es gliedert sich demnach in vier Stufen:

  • Arbeitslose sollen Fragebögen ausfüllen und ihre Talente und Schwächen auf einer Skala von eins bis fünf bewerten. Abgefragt werden auch sogenannte soft skills wie Kommunikations- und Konfliktverhalten oder Teamfähigkeit.
  • Die Ergebnisse werden mit einem Arbeitsvermittler besprochen.
  • Möglich ist auch ein Interview mit einem Psychologen der BA.
  • Wer will, kann obendrein ein Assessment-Center besuchen.

Die Teilnahme an den Tests ist zunächst freiwillig - sowohl für die Arbeitslosen als auch für die gut 300 Jobcenter und 176 Arbeitsagenturen. Zugelassen sind Empfänger von Arbeitslosengeld I und langzeitarbeitslose Hartz-IV-Bezieher.

Ein Testverfahren mit rund 2200 Jobsuchenden sei bereits abgeschlossen, sagte ein BA-Sprecher. Er habe ergeben, dass die intensive Betreuung Arbeitslose ganz neue motiviere, sagte Schmitz der "SZ".

Die Kompetenzdiagnostik solle vermeiden, dass Arbeitslose immer neue Enttäuschungen erlebten und in Maßnahmen landeten, die sie über- oder unterfordern, sagte Schmitz. Außerdem könnten sie lernen, wie sie sich selbst wahrnehmen und von anderen wahrgenommen werden.

ssu

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insgesamt 245 Beiträge
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1. .
Boone 25.07.2011
Ich schlage vor, die BA überprüft mal, wie sie selbst wahrgenommen wird. Andere will mal ja in der Regel immer stellvertretend für sich selber therapieren. :-)
2. Begriff Psychotests diskriminierend!
VorwaertsImmer, 25.07.2011
"Arbeitslose sollen Fragebögen ausfüllen und ihre Talente und Schwächen auf einer Skala von eins bis fünf bewerten. Abgefragt werden auch sogenannte soft skills wie Kommunikations- und Konfliktverhalten oder Teamfähigkeit" Wenn es das ist, so ist es eine *Selbsteinschätzung* - aber _kein Psychotest_! Solch ein Verfahren ist in der betrieblichen Praxis normal. Der Begriff "Psychotest" ist abwertend. Es klingt ja so als ob der Arbeitslose "krank" ist. Einstweilen handelt es sich eher um Fähigkeiten, um die systematische berufliche Weiterentwicklung.
3. logisch
CHANGE-WECHSEL 25.07.2011
Zitat von sysopArbeitslose sollen lernen, sich besser zu vermarkten. Die Bundesagentur plant ein neues Betreuungsprogramm, durch das Jobsuchende die eigenen Stärken ergründen und trainieren sollen. Teil des freiwilligen*Verfahrens: ein ausführlicher Psychotest. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,776375,00.html
logisch! Menschtests! Das Dritte Reich lässt Grüßen. Menschentests und die akribische Vermessung von Arbeitslosen.
4. Es wird immer irrer.........
Klaus.G 25.07.2011
mit diesen Bürokraten von der BA. Sprücheklopfen und dann jetzt noch diesen kompletten Unsinn einführen bis hin zum Gespräch beim Psychodoktor!! Was soll das bringen? Ist die Masse der Arbeitsosen so doof und weiß nich was ihre Stärken und Schwächen sind ( typisches Personalergeschwafel, egal was man antwortet, es passt immer irgendwie nich, hab ich selbst bei den Personalern erlebt). Wieder eine Maßnahme um Arbeitslose zu drangsalieren ohne konkreten Erfolg für die Betroffenen kann ich jetzt schon sagen....
5. German Psycho
Edelweiß 25.07.2011
Zitat von BooneIch schlage vor, die BA überprüft mal, wie sie selbst wahrgenommen wird. Andere will mal ja in der Regel immer stellvertretend für sich selber therapieren. :-)
Diesem Vorschlag kann ich mich nur anschließen. Auch ein ausführlicher Psychotest bei den Urhebern dieser Idee wäre sinnvoll.
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