Kampf gegen hohe Preise Neuseeland schränkt Hauskauf durch Ausländer ein

Der Traum vom Eigenheim in Neuseeland wird für Ausländer schwerer zu realisieren. Die Regierung des Landes erließ deutliche Einschränkungen - damit Neuseeländer nicht "von wohlhabenderen Ausländern überboten" werden.

Mount Cook in Neuseeland
AFP

Mount Cook in Neuseeland


Angesichts gestiegener Immobilienpreise dürfen Ausländer in Neuseeland nicht mehr uneingeschränkt Häuser kaufen. Das Parlament in Wellington verabschiedete eine entsprechende Gesetzesinitiative von Premierministerin Jacinda Ardern. Ziel ist es, Einheimischen den Kauf von Wohneigentum zu erleichtern. In dem Pazifikstaat mit seinen etwa 4,7 Millionen Einwohnern sind die Immobilienpreise im vergangenen Jahrzehnt um 50 Prozent gestiegen.

Statistiken zufolge entfallen drei Prozent der Hausverkäufe in Neuseeland auf Ausländer. In der beliebten Region um Queenstown sind es bereits fünf Prozent, in der Region um die Großstadt Auckland sogar 22 Prozent.

Aktuellen Zahlen zufolge liegt der mittlere Wert beim Hauspreis, der sogenannte Median, in Auckland bei 835.000 neuseeländischen Dollar (483.000 Euro). Landesweit liegt dieser Wert bei 550.000 neuseeländischen Dollar (318.000 Euro). Um den Medianwert zu ermitteln, werden die Preise in eine teurere und eine günstigere Hälfte geteilt. Der Preis für ein Haus in der Mitte ist der Medianpreis.

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Ardern regiert mit einer Koalition aus Sozialdemokraten, Grünen und der populistischen Anti-Einwanderungs-Partei New Zealand First (Neuseeland Zuerst). Die Regierung begründete das Gesetz damit, dass Neuseeländer auf dem Immobilienmarkt "von wohlhabenderen Ausländern nicht überboten" werden dürften. Die Regelung betrifft allerdings nur bestehende Häuser. Der Kauf von Land und der Bau von neuen Häusern sind Ausländern weiterhin erlaubt. Sie dürfen auch in Appartementanlagen und Hotels investieren. Für Bürger des benachbarten Australiens und Käufer aus Singapur gibt es zusätzliche Ausnahmen, bestehend auf Freihandelsabkommen.

Die Opposition erklärte, das neue Gesetz löse kein Problem, sondern solle nur die Politik der Regierung rechtfertigen.

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mmq/dpa

insgesamt 8 Beiträge
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charlybird 15.08.2018
1. Das ist eine äußerst
sinnvolle Maßnahme und sollte mit vernünftigem Hintergrund auch hier zur Nachahmung empfohlen werden.
fatherted98 15.08.2018
2. tja....
....überall auf der Welt scheinen Regierungen auf das Wohl ihrer Bürger bedacht zu sein....außer natürlich in Deutschland....hier können Investoren Wohnungen in Masse kaufen und sie dann als Invest-Ruine leer stehen lassen.....während der Bürger gegen die Wand läuft.....Neuseeland scheint begriffen zu haben das es so nicht geht....Deutschland natürlich nicht.....wen wundert es.
gertner27 15.08.2018
3. Und Deutschland?
Vernünftige maßnahmen. Und was macht die Merkel-Regierung? Nichts! In Deutschland können sich die Heuschrecken völlig frei austoben und junge familien finden hier an vielen Orten kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Zu Begründung heißt es, da könne man nichts machem, weil in der EU Freizügigkeit in Sachen Finanzen bestehe. Ein Grund mehr, die EU zu verlassen.
outsider-realist 15.08.2018
4. Tja...
Das wäre bei uns überfällig, damit auch der letzte endlich versteht, das es bei uns eigentlch keine Wohnungsnot gibt.
acitapple 15.08.2018
5.
Tja, hätte man mal in London so gehandelt. Dann würde jetzt nicht die halbe Stadt leerstehen für vermögende Wochenendbesucher...
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