Kampf gegen Fettleibigkeit: New York verbietet Großportionen von Limonade

Es ist ein einzigartiges Gesetz: New York verbietet in Restaurants, Kinos, Stadien und an Straßenständen den Verkauf zuckerhaltiger Limonaden-Portionen, die größer sind als ein halber Liter. Bürgermeister Bloomberg will damit gegen Übergewicht ankämpfen - die Initiative ist heftig umstritten.

Übergewichtiges Mädchen: 40 Prozent der amerikanischenKinder sind zu dick Zur Großansicht
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Übergewichtiges Mädchen: 40 Prozent der amerikanischenKinder sind zu dick

New York - New York macht im Kampf gegen Fettleibigkeit ernst: Der Gesundheitsausschuss der Stadt verabschiedete eine Regelung, die den Verkauf von großen Portionen zuckerhaltiger Limonaden untersagt. Der in den USA einzigartige Erlass verbietet den Verkauf von Dosen, Flaschen oder Bechern mit mehr als 450 Millilitern Limonade in Restaurants, Kinos, Stadien und an Straßenständen.

Supermärkte sind von der Regelung ausgenommen. Auch dürfen Diätlimonaden, Fruchtsäfte, Milch- und alkoholische Getränke weiter in großen Portionen verkauft werden. Gesüßter Kaffee fällt allerdings nach aktuellem Plan unter den Halb-Liter-Bann. Verstöße werden mit Bußgeldstrafen von 200 Dollar geahndet. Die XXL-Becher sollen ab dem 12. März 2013 verboten sein. In Fast-Food-Restaurants sind bislang Portionen mit beinahe einem Liter Inhalt üblich.

Die Initiative wurde vom amtierenden New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg ins Leben gerufen. Die Süßgetränke-Sucht gilt manchen Gesundheitsexperten als einer der Hauptgründe dafür, dass immer mehr Amerikaner unter starker Fettleibigkeit leiden. Laut Studien sind fast 60 Prozent der New Yorker übergewichtig oder fettleibig. Von den Kindern sollen rund 40 Prozent betroffen sein.

Gegner kritisieren, das Gesetz schränke ihre Freiheiten ein und nennen Bloomberg eine "dominantes Kindermädchen". Die betroffenen Firmen kündigten Widerstand an und könnten das Gesetz vor Gericht anfechten.

Bloombergs rigide Gesundheitspolitik hat bereits zuvor für kontroverse Debatten gesorgt. Der Bürgermeister hatte sich 2003 mit einem umstrittenen Rauchverbot in Bars und Restaurants durchsetzen können. Das Verbot wurde vergangenes Jahr auf die Parks und Strände der Stadt ausgedehnt.

lgr/dapd/Reuters/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 35 Beiträge
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1. New York verbietet Großportionen von Limonade
warlock2 13.09.2012
Sind sie nicht sehr naiv, die Amerikaner? Wie wäre es mit einer Gewichtssteuer?!
2. gut
tropicali 13.09.2012
find ich gut, auch dass dort auf den speisekarten die kalorien angegeben sind. wenns die leute selbst nicht mehr packen? denn mal ganz erhlich, wer braucht mehr als 0,5l zuckerwasser pro mahlzeit?
3. optional
jamon 14.09.2012
alleine der gedanke, beim essen 1 liter cola zu trinken bringt mich schon fast zum ko****. abgesehen davon ist zb. kiffen verboten, weil es u.a. die volksgesundheit schädigt.....aber bei zuckerbomben á la cola, ist die persönliche freiheit eingeschränkt?! yeah.....ich liebe gesundheitsbewusste politik!
4. optional
3PacX 14.09.2012
Ja das bringt es..... one double bacon burger with extra cheese, chilly cheese fries and gravy on top please.....to drink? Oh just a diet coke please. So lange es bei Burger King einen Eisbecher mit Speck zu kaufen gibt bezweifel ich dass es irgendetwas bringt grosse limonaden zu verbieten. Klingt schon fast nach einer EU Richtlinie.
5. Süßgetränke-Sucht
willi2007 14.09.2012
Ich habe vor wenigen Tagen im WDR3-Fernsehen eine Sendung verfolgt in der auch die Sucht/Abhängigkeit von Zucker konkret Saccharose behandelt worden. Tenor dabei Zuckerhaltige Getränke löschen nicht den Durst sondern erzeugen ihn. Vor diesem Hintergrund halte ich die Aktion des New-Yorker Bürgermeisters zwar für eine mögliche Vorgehensweise. Ich halte dennoch eine Aufklärung über Zuckerabhängigkeit für wichtiger und auch zielführender. Menschen lassen sich nicht gerne etwas vorschreiben oder gar verbieten. Wenn sie Zusammenhänge verstehen, ändern sie ihre Gewohnheiten aus Überzeugung.
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