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Windkraftanlagen: Niedersachsen erzeugt am meisten Ökostrom

Windräder in Niedersachsen: Viel Strom, wenig Geld Zur Großansicht
DPA

Windräder in Niedersachsen: Viel Strom, wenig Geld

In Berlin ringen die Parteien um eine Reform der Ökoenergie. Bei der Entscheidung helfen könnten neue Zahlen zur Verteilung der Anlagen. Demnach kommt der meiste Strom aus Niedersachsen - die höchsten Fördergelder erhält jedoch Bayern.

Berlin - In Niedersachsen wird nach jüngsten Daten der meiste Ökostrom in Deutschland erzeugt. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Montag in Berlin mitteilte, wurden in dem Bundesland im Gesamtjahr 2012 rund 21,8 Milliarden Kilowattstunden (kWh) erzeugt. Grund sind vor allem die vielen Windräder.

Auf Platz zwei der Statistik liegt Bayern mit 19,4 Milliarden kWh, dahinter folgt Nordrhein-Westfalen (12,4 Milliarden kWh). Bei den Fördergeldern ist Bayern jedoch Spitzenreiter: 24,9 Prozent der Vergütungen gingen laut BDEW 2012 dorthin, obwohl das Land bei der Ökostromerzeugung nur einen Anteil von 16,4 Prozent aufweist. Dafür hat es besonders viele Solar- und Biomasseanlagen, die bislang höhere Vergütungen für den Strom erhalten als Windräder.

In Niedersachsen wurden 18,4 Prozent des deutschen Ökostroms erzeugt, aber nur 15,6 Prozent der Vergütungen gehen dorthin. Die Differenz zwischen dem an der Strombörse für den Strom erzielten Preis und den festen, auf 20 Jahre garantierten Vergütungen zahlen Verbraucher und Wirtschaft per Umlage über den Strompreis. Im vergangenen Jahr bekam Bayern 770 Millionen Euro mehr als seine Bürger per Umlage zahlten.

Bis Ende 2012 stieg die Zahl an Öko-Energieanlagen auf 1347 Millionen. Davon sind 1,3 Millionen Solaranlagen, gefolgt von 22.200 Windrädern, rund 13.100 Biomasseanlagen und 7200 Wasserkraftanlagen. Andere Energiequellen wie Deponiegas oder Klärgas werden nur vereinzelt angezapft. Die meisten Anlagen gibt es in Bayern. 2012 waren es 441.504. Dahinter folgen Baden-Württemberg mit 249.579 und Nordrhein-Westfalen mit 191.053.

Vor allem 2010 bis 2012 gab es bundesweit eine starke Zunahme an Solaranlagen. Die Modulpreise verfielen, gleichzeitig wurden hohe Vergütungen gezahlt. Dieses Missverhältnis dürfte noch jahrelang die Strompreise belasten.

stk/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
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1.
syracusa 24.02.2014
Zitat von sysopDPAIn Berlin ringen die Parteien um eine Reform der Ökoenergie. Bei der Entscheidung helfen könnten neue Zahlen zur Verteilung der Anlagen. Demnach kommt der meiste Strom aus Niedersachsen - die höchsten Fördergelder erhält jedoch Bayern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/niedersachsen-erzeugt-am-meisten-oekostrom-a-955345.html
Die größten Hürden des EEG liegen doch schon hinter uns. Strom aus neuen Windkraftanlagen hat doch schon dieselben Stromgestehungskosten wie Strom aus neuen Steinkohlekraftwerken. Atomstrom aus neuen AKWs kostet fast doppelt so viel. Die Kritiker des EEG übersehen, dass auch ein neues Kohlekraftwerk keinen Strom zu Börsenstrompreisen erzeugen kann. Der Börsenstrompreis kommt nur durch den Mix von längst abgeschriebenen Altanlagen und neuen Anlagen zustande. *Da wir sowieso ständig Altkraftwerke durch neue ersetzen müssen, können wir das genau so gut mit Windkraftanlagen tun. Das ist heute nicht mehr teurer als wenn wir uns ein neues Kohlekraftwerk hinstellen.* Natürlich weht der Wind nicht ständig. Aber beim derzeitigen Anteil von Wind- und PV-Strom am Stromverbrauch ist noch lange keine Speicherung nötig. Wenn diese dann so etwa ab 2035 relevant wird, dann verteuert das den Windstrom um nur 1 bis 2 ct/kWh.
2. Bayern kassiert...
stubborn 24.02.2014
...770 Mio € mehr als bayerische Bürger für die Energiewende bezahlen, möchten aber lieber nix geben für die benötigten neuen Trassen. Und brambassieren lieber über "unbezahlbare" Energiekosten. Doublespeak in Reinkultur. Wie in vielen anderen Fällen ist eine zweckgebundene Abgabe oder Steuer dringend nötig. Z.B. eine Diäten-Erhöhungs-Steuer, zahlbar auf freiwilliger Basis.
3. Wenigstens sind
u.loose 24.02.2014
die Biogasanlagen begrenzt Grundlastfähig... Teuer zwar, aber eben zu jeder Tages und Nacht Zeit lieferfähig. Das sollte man schon berücksichtigen - die Windrädchen an Land liefern ja kaum 3000 Stunden im Jahr und benötigen ein extrem unwirtschaftliches Backup aus fossilen Kraftwerken.
4. Wie immer
u.loose 24.02.2014
Zitat von syracusaDie größten Hürden des EEG liegen doch schon hinter uns. Strom aus neuen Windkraftanlagen hat doch schon dieselben Stromgestehungskosten wie Strom aus neuen Steinkohlekraftwerken. Atomstrom aus neuen AKWs kostet fast doppelt so viel. Die Kritiker des EEG übersehen, dass auch ein neues Kohlekraftwerk keinen Strom zu Börsenstrompreisen erzeugen kann. Der Börsenstrompreis kommt nur durch den Mix von längst abgeschriebenen Altanlagen und neuen Anlagen zustande. *Da wir sowieso ständig Altkraftwerke durch neue ersetzen müssen, können wir das genau so gut mit Windkraftanlagen tun. Das ist heute nicht mehr teurer als wenn wir uns ein neues Kohlekraftwerk hinstellen.* Natürlich weht der Wind nicht ständig. Aber beim derzeitigen Anteil von Wind- und PV-Strom am Stromverbrauch ist noch lange keine Speicherung nötig. Wenn diese dann so etwa ab 2035 relevant wird, dann verteuert das den Windstrom um nur 1 bis 2 ct/kWh.
vergessen Sie geflissentlich, dass Windräder laufen wenn Petrus es will, Fossile Kraftwerke laufen wenn man sie einschaltet. Die Kosten von Windstrom ist also erheblich höher als die reinen Cents die pro kWh zu überweisen sind.
5. Spiegelmitarbeiter übernimmt falsche Zahlen der BP
georgeee123 24.02.2014
Liebe Redaktionsleitung, überprüfen Sie doch bitte, warum ein Spiegelmitarbeiter für die Fotostrecke die Quellen der BP übernommen hat. Sie sind ziemlich irreführend, denn anstatt wie auf Folie 3 dargestellt, sind die Erneuerbare Energiequellen nicht bei ca. 7%. Sogar die IEA glaubt, daß weltweit bis 2030 mehr als ein Viertel des Energieverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann. Die Verwendung der BP-Zahlen ist tendenziös und rückt den Spiegel in die Nähe der Fossil-Lobby. Ich kann Lesern nur empfehlen, die Daten des Spiegels immer wieder zu überprüfen. Hier der bemängelte Link: http://www.spiegel.de/fotostrecke/grafiken-wo-kommt-2030-unsere-energie-her-fotostrecke-78594-3.html
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