Größte Fördermenge seit 25 Jahren Russland dreht den Öl-Hahn auf

Der niedrige Ölpreis bringt Russland in Bedrängnis. Nun fördert das Land so viel Öl wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Ölförderung in Sibirien: Für einen ausgeglichenen Haushalt muss Öl 105 Dollar je Barrel kosten
REUTERS

Ölförderung in Sibirien: Für einen ausgeglichenen Haushalt muss Öl 105 Dollar je Barrel kosten


Russland hat im Januar so viel Öl gefördert wie seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht mehr. Nach vorläufigen Zahlen waren es täglich 10,88 Millionen Barrel, wie das Energieministerium mitteilte.

Zum Vergleich: Deutschland importiert im Schnitt rund 1,7 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Ein Barrel entspricht 159 Litern.

Die russischen Staatseinnahmen speisen sich zum großen Teil aus Rohstoffexporten. Für einen ausgeglichenen Haushalt benötigt die Regierung in Moskau Experten zufolge einen Ölpreis von 105 Dollar je Fass. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Dienstag 33,73 Dollar. Jeder Dollar weniger bedeutet für den Staat Mindereinnahmen von rund zwei Milliarden Dollar.

Die Ölschwemme aus Russland dürfte den Preis jedoch weiter drücken. Russland, der nach Saudi-Arabien zweitgrößte Ölförderer, sendete zuletzt gemischte Signale zu einer möglichen Kooperation mit der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), um den Ölpreis durch eine Drosselung der Fördermenge zu stabilisieren.

Auch westliche Ölkonzerne leiden unter dem Preisverfall. BP hat im vergangenen Jahr den höchsten Verlust seit mehr als 20 Jahren eingefahren.

sep/Reuters

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n.nixdorff 02.02.2016
1. Tja,
militärische Abenteuer nah und fern und Putins Großmachtanspruch kosten Geld. Auch die breit angelegte Propagandakampagne, den Westen zu destabilisieren, die EU aufzubrechen und radikale Parteien in Europa finanziell zu unterstützen, gibt es nicht umsonst. Nun ist die Kasse offensichtlich schon ziemlich leer. Anders ist es nicht zu erklären, dass man jetzt trotz maroder Technik die Ölfördermenge erhöht und sich selbst die Preise noch weiter kaputt macht. Wenn Russland sich in Sachen Öl mit den Arabern anlegen will, kann es nur den Kürzeren ziehen. Ein klassischer Schuss ins eigene Knie. Es rächt sich die einseitige Ausrichtung Russlands auf Militär und Bodenschätze. Putin pokert mit hohem Einsatz.
Saturn48 02.02.2016
2. So funktioniert eben
Die Marktwirtschaft. Das ganze Gejammer kann man schon nicht mehr hören. Ölmultis verlieren Milliarden Dollars und Mitarbeiter müssen deswegen gekündigt werden weil das Öl so billig ist. So was wer hat gefragt nach den Mitarbeitern anderer Firmen die insolvent wurden wegen dem hohen Ölpreis richtig niemand. Nigeria kann seine sozialen Programme nicht bezahlen , nun ja wahrscheinlich waren wenige der Teilnehmer dieses Forums in Nigeria. Die Frage erhebt sich wohin das ganze Geld hingekommen ist welches eingenommen wurde . Wahrscheinlich ist es in einem Nachbarland von Deutschland gut angelegt . Müssen wir jetzt nicht noch Russland, Nigeria, Saudi Arabien und andere Staaten vor dem drohenden Bankrott retten. Sorry am besten macht den Laden BRD zu oder verkauft ihn nur fällt mir nicht ein wer uns haben will.
dasdondel 02.02.2016
3. erstaunlich
n.nixdorff ---Zitat--- Wenn Russland sich in Sachen Öl mit den Arabern anlegen will ---Zitatende--- meines Wissens ging das letztes Jahr im Juni los, kurz nach diesem "gescheiterten" Opec Treffen - Russland will sich also mit den Arabern anlegen, indem sie nachziehen ?
n.nixdorff 02.02.2016
4. Nur ein Wort
Zitat von Saturn48Die Marktwirtschaft. Das ganze Gejammer kann man schon nicht mehr hören. Ölmultis verlieren Milliarden Dollars und Mitarbeiter müssen deswegen gekündigt werden weil das Öl so billig ist. So was wer hat gefragt nach den Mitarbeitern anderer Firmen die insolvent wurden wegen dem hohen Ölpreis richtig niemand. Nigeria kann seine sozialen Programme nicht bezahlen , nun ja wahrscheinlich waren wenige der Teilnehmer dieses Forums in Nigeria. Die Frage erhebt sich wohin das ganze Geld hingekommen ist welches eingenommen wurde . Wahrscheinlich ist es in einem Nachbarland von Deutschland gut angelegt . Müssen wir jetzt nicht noch Russland, Nigeria, Saudi Arabien und andere Staaten vor dem drohenden Bankrott retten. Sorry am besten macht den Laden BRD zu oder verkauft ihn nur fällt mir nicht ein wer uns haben will.
zu Nigeria: Da wurde hin und wieder in Prestigeprojekte (Abuja) investiert, aber so gut wie nichts ist in sozialen Programmen gelandet oder sonstwie in nennenswertem Umfang bei der Bevölkerung angekommen. Nigerias Eliten, egal ob unter Zivil- oder Militärregierungen, haben schon immer den Ölreichtum ihres Landes unter sich aufgeteilt und ins Ausland geschafft. Sehen Sie die Parallele zu Russland?
eykesolms 02.02.2016
5. ...geschenkt
Wenn das so weitergeht kriegen wir das Öl noch geschenkt
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