Ostseepipeline Deutschland genehmigt Nord Stream 2

Die umstrittene Pipeline Nord Stream 2 darf in Deutschland gebaut werden. Die Tochter des russischen Gazprom-Konzerns hat alle nötigen Genehmigungen eingesammelt.

  Rohre für Nord Stream 2
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Rohre für Nord Stream 2


Der Bau der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 ist im gesamten Abschnitt der deutschen Ostsee genehmigt worden. Nach dem Bergamt Stralsund erteilte auch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie die Genehmigung für den Bau in den Gewässern der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). Nord Stream 2 soll Gas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland transportieren.

Dem Bau im 31 Kilometer langen AWZ-Abschnitt stünden weder Belange der Schifffahrt noch der Meeresumwelt entgegen, teilte die Behörde mit. Nachdem das Bergamt bereits im Januar den Bau in den küstennahen Gewässern erlaubt hatte, liegen mit dem BSH-Bescheid alle hierzulande erforderlichen Bewilligungen vor.

Die Tochter des russischen Gazprom-Konzerns, die im Frühjahr in den deutschen Gewässern mit dem Bau der 1200 Kilometer langen Pipeline beginnen will, begrüßte die Entscheidung: "Wir freuen uns, dass nunmehr alle notwendigen Genehmigungen für den insgesamt 85 Kilometer langen deutschen Trassenabschnitt vorliegen", sagte Nord-Stream-Manager Jens Lange.

Im Genehmigungsverfahren sei nachgewiesen worden, dass die Pipeline dazu beitrage, die künftige Versorgungslücke in Europa teils zu verkleinern und mehr Wettbewerb auf den Gasmarkt der EU zu bringen. Zudem habe das Verfahren nachgewiesen, dass die Pipeline umweltverträglich gebaut werden könne.

Diese von Nord Stream 2 angeführten Argumente bezweifelt der Umweltverband Nabu. Er hatte Anfang März Klage beim Oberverwaltungsgericht Greifswald gegen die Bergamt-Genehmigung eingereicht, will den Baustart zudem mit einer einstweiligen Verfügung verhindern.

Zuvor hatte es unter anderem Bedenken gegeben, dass die Pipeline zusätzliche Kosten für deutsche Verbraucher bedeuten könnte. Die EU-Kommission und die USA hatten sich zuvor gegen den Bau der Nord Stream 2 ausgesprochen.

ssu/dpa



insgesamt 34 Beiträge
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mullertomas989 27.03.2018
1. Ein politischer Hebel mehr....
... für Putin. Muss das sein???
Europa! 27.03.2018
2. Eine gute Nachricht
Erdgas ist preiswert und ökologisch weitaus verträglicher als Braunkohle und Erdöl. Statt sich auf völlig überteuerte und ökologisch absolut fragwürdige E-Mobilität zu verlassen, sollte man vielleicht auch mal an Verbrennungsmotoren mit Erdgasantrieb versuchen. Da ist noch viel (saubere) Luft nach oben.
MarkusHenny 27.03.2018
3. Gewinne werden privatisiert, Verluste der Öffenlichkeit aufgebürdet
Wenn die Energiewende wirklich umgesetzt werden soll so braucht es keine zusätzlichen Kapazitäten für fossile Brennstoffe.
PaulchenGB 27.03.2018
4. Wenn es dann irgendwann mal Ärger zwischen
Deutschland, EU oder NATO gibt, dreht Russland den Hahn zu und die Lichter gehen aus.? Irgendwie gefällt mir die Abhängigkeit von PUTIN nicht besonders.
mirage122 27.03.2018
5. Nordstream 2
Es ist immer von Vorteil, wenn man gute Freunde hat, die erfolgreiche Lobby-Arbeit betreiben. Was kümmert da der NABU und anderes Umwelt-Gequatsche? Der Gerhard wird's schon richten. Der bekommt dafür ja mit Sicherheit auch jede Menge Kohle. Und unsere Ostsee ist dem doch sowieso völlig schnuppe!
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