Abzug aller Arbeiter Nordkorea macht Industriezone Kaesong dicht

Abgeriegelt war sie schon, nun wird die Sonderwirtschaftszone Kaesong bis auf weiteres geschlossen. Nordkorea zieht alle 53.000 Arbeiter in dem Gemeinschaftsprojekt mit dem Süden ab. Auch eine endgültige Schließung scheint möglich.

Eingang zur Industriezone Kaesong: "Vorübergehend jede Arbeit eingestellt"
REUTERS

Eingang zur Industriezone Kaesong: "Vorübergehend jede Arbeit eingestellt"


Seoul - Nordkorea lässt die Arbeit in der Industriezone Kaesong einstellen. "Wir werden alle unsere Arbeiter aus dem Kaesong-Industriekomplex abziehen", sagte der ranghohe Beamte der Regierungspartei, Kim Yang Gon, am Montag laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Der bislang gemeinsam mit südkoreanischen Unternehmen betriebene Industriekomplex werde anschließend vorübergehend geschlossen. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete ebenfalls von einem Abzug sämtlicher Arbeiter.

Damit beendet das Regime von Kim Jong Un nun endgültig das letzte große Gemeinschaftsprojekt mit Südkorea. Bereits in der vergangenen Woche hatte Nordkorea Kaesong abgeriegelt und somit mehrere hundert südkoreanische Mitarbeiter ausgeschlossen, die dort meist als Manager tätig waren. Nun zieht auch der Norden seine rund 53.000 Arbeiter aus der Sonderwirtschaftszone ab. Laut Kim Yang Gon wird "vorübergehend jede Arbeit in der Zone eingestellt und später überprüft, ob sie weiter existieren kann oder geschlossen wird".

Kaesong liegt nur etwa zehn Kilometer von der Grenze zum Süden entfernt. Der 2004 eröffnete Industriekomplex war bislang eine wichtige Quelle für ausländische Devisen. Er blieb in der Vergangenheit selbst während schwerer Krisen zwischen den verfeindeten Nachbarstaaten geöffnet.

Der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt zwischen Nord- und Südkorea hat sich in der vergangenen Woche dramatisch verschärft. Pjöngjang droht dem südlichen Nachbarn und den USA mit einem Atomschlag. Am Montag nahm Südkorea jedoch den Vorwurf zurück, der Norden stehe kurz vor einem neuen Atomtest.

dab/Reuters/AFP



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insgesamt 45 Beiträge
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zitzewitz 08.04.2013
1.
Zitat von sysopREUTERSAbgeriegelt war sie schon, nun wird die Sonderwirtschaftszone Kaesong bis auf weiteres geschlossen. Nordkorea zieht nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA alle 53.000 Arbeiter in dem Gemeinschaftsprojekt mit dem Süden ab. Auch eine endgültige Schließung scheint möglich. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/nordkorea-macht-industriezone-kaesong-dicht-a-893078.html
Und wenn der große Theaterdonner verraucht und die Schmierenkomödie beendet ist wird sie ganz diskret wieder geöffnet und die Geschäfte laufen weiter wie zuvor, denn der geliebte Führer wird auf die Deviseneinnahmen kaum verzichten können und wollen.
77b1hts 08.04.2013
2. da das die letzte große einnahmequelle für NK war
dürften die mit der weiteren Existenz von NK abgeschlossen haben. China scheint zu wissen was da kommt sonst würden die nicht so laut gegen NK werden. 10. April? 15. April? Wann schlägt NK los? Es gibt keinen normalen Grund auf diese Einnahmen zu verzichten ausser man benötigt diese nicht mehr da das Land eh bald nicht mehr existieren wird. Die Politiker und Militärs in NK scheinen echt mit dem Leben abgeschlossen zu haben.
Gerdtrader50 08.04.2013
3. Die Vernichtung der Arbeitsplätze in diesem armen Land.....
und der Verzicht auf den einzigen Bringer westlicher Devisen zeigt schon, wie fanatisch diese nordkoreanische Regierungsqlique ist. Höchst erstaunlich.
iffel1 08.04.2013
4. Der Ast auf dem man sitzt ?
Hat Kim Jong Dung im Lotto gewonnen ? Bei Korea-Millions ? 53.000 weitere arbeitslose Koreaner sind durchzufüttern ! Die Investititonsbereitschaft ausländischer Firmen dürfte auf Null sinken. Die Chinesen dürften not amused sein. Was soll das denn ? Sägt Kim Jong Dumm nun den Ast ab, auf dem er sitzt ?
hansschulze 08.04.2013
5. optional
Besser ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende. Besser jetzt reinen Tisch machen, bevor die Nordkoreaner es tatsächlich schaffen Nuklearwaffen auf Trägersysteme zu schrauben. Auch Saddams gefürchtete Streitmacht war innerhalb weniger Wochen nur noch ein Haufen Altmetall. Und ein Segen für das Volks wäre es obendrein.
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