Nach Baustopp in North Dakota Pipeline-Betreiber hoffen auf Trumps Unterstützung

Wird Donald Trump die Ölpipeline in North Dakota wieder genehmigen? Der Betreiber setzt auf den künftigen Präsidenten, ein Sprecher Trumps nährt die Hoffnung.


Der Betreiber der umstrittenen Ölpipeline in North Dakota hat den Baustopp als politisch motiviert kritisiert. Das teilte Energy Transfer Partners auf seiner Website mit.

Diese Herangehensweise sei das Unternehmen von der Regierung, die den Stopp am Sonntag angeordnet hatte, bereits gewohnt, hieß es in der Mitteilung weiter. Das Army Corps of Engineers wolle die Entscheidung über den Bau der Pipeline demnach herauszögern, solange US-Präsident Barack Obama noch im Amt ist.

Der Wirtschaftsverband American Petroleum Institute, der die Öl- und Erdgasindustrie des Landes vertritt, forderte den künftigen Präsidenten Donald Trump auf, der Pipeline höchste Priorität zu geben.

Verbandschef Jack Gerard warf der Obama-Regierung vor, politische Interessen über eine "gesunde öffentliche Ordnung" zu stellen. Trump solle für die "amerikanischen Verbraucher und die amerikanischen Arbeiter" einstehen.

Ein Sprecher Trumps sagte am Montag, dass der künftige Präsident den Bau der Ölpipeline befürworte. Die Rahmenbedingungen würden allerdings erst geklärt, wenn Trump ins Weiße Haus eingezogen sei. "Wir werden alles überprüfen und dann eine angemessene Entscheidung treffen", sagte Sprecher Jason Miller.

Trump hat in die Pipeline-Betreiberfirma Energy Transfer Partners investiert. Nach der Wahl sagte er bereits, dass er für die Fertigstellung des Projekts sei.

Ob er sich nun gegen die Entscheidung des Army Corps of Engineers stellen will, ist allerdings unklar. Die Army hatte am Sonntag mitgeteilt, statt des Verlaufs entlang eines Ureinwohner-Reservats sollten alternative Routen geprüft werden.

Gegen die Pipeline gibt es seit Monaten Proteste. Sie richten sich vor allem gegen eine drohende Verschmutzung der Umwelt. Die Ureinwohner sehen heilige Stätten und ihre Wasserversorgung bedroht. Es gab wiederholt Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei.

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Der Baustopp wird von den Gegnern als Etappensieg gefeiert. Dave Archambault, Chef des Stammes der Standing Rock Sioux, rief die Demonstranten am Montag auf, das Protestcamp nun zu verlassen. Dadurch solle die Umwelt geschützt werden.

Auch die Landesregierung hatte die Demonstranten aufgefordert, das Gelände zu verlassen. Protestteilnehmer kündigten jedoch an, sie wollten bleiben, um sicherzustellen, dass Trump die Entscheidung nicht rückgängig mache.

Auch Stammeschef Archambault setzt auf den neuen Präsidenten. Er hoffe, Trump treffen zu können, um mit ihm über den Baustopp zu sprechen. Sollte Trump für den Weiterbau sein, müsse sich das Pipeline-Unternehmen gedulden. Vor dem 20. Januar, dem Tag der Amtsübernahme, passiere hier auf der Baustelle nichts mehr, sagte Archambault.

sun/Reuters/AP

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