Staatsfonds Norwegen will nur noch Geld in nachhaltige Firmen stecken

Der norwegische Staat verfügt über große Ölvorkommen und gilt gleichzeitig als Vorreiter im Kampf gegen Umweltverschmutzung. Nun hat das Land angekündigt, nur noch in nachhaltige Unternehmen zu investieren.

Solarzellen und Windräder
DPA

Solarzellen und Windräder


Norwegen will bei Investitionen noch stärker auf Umweltschutz und die Wahrung der Menschenrechte achten. Der eine Billion Dollar schwere Staatsfonds des Landes soll in Zukunft nur noch in Unternehmen investieren, die streng nachhaltig wirtschaften. "Wir investieren in Entwicklungsländer und in Firmen, die Lösungen für ein umweltfreundliches Wirtschaften erforschen", sagte der für den Fonds verantwortliche Manager Yngve Slyngstad. "Wir werden uns nun aus Firmen zurückziehen, die nicht nachhaltig wirtschaften."

Ein wichtiger Punkt bei den neuen Vorgaben ist der Schutz der Ozeane, insbesondere der Kampf gegen die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik. "Davon betroffene Sektoren stammen aus meeresbezogenen Branchen wie beispielsweise Schifffahrt, Fischfang und Aquakulturen, aber auch aus dem Einzelhandel, der Plastikproduktion sowie der Landwirtschaft", sagt Slyngstad.

Norwegens Staatsfonds ist gemessen am verwalteten Vermögen der weltweit größte seiner Art. Er hält Beteiligungen an mehr als 9000 Unternehmen in 72 Ländern sowie ein Anleihe-Portfolio und Immobilien. Norwegen verfügt über große Öl- und Gasreserven, die Förderung der fossilen Brennstoffe ist der dominierende Wirtschaftszweig des Landes. Dennoch trennte sich der Fonds frühzeitig von Investitionen in fossile Energien.

bam/Reuters



insgesamt 23 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
salomon17 05.09.2018
1. Bewundernswert!
Eine dermaßen weitreichende Maßnahme ist ein wichtiges Signal. Wenn das gut geht und der Fond überlebt, dann wird es Nachahmer geben. Und vielleicht besteht dann doch noch Hoffnung, das Rad herumzureißen.
jupp78 05.09.2018
2.
Schmutziges Geld soll nur noch in saubere Unternehmen gesteckt werden? Verlogener geht es eigentlich nicht.
der.tommy 05.09.2018
3. @jupp78
Klar hat es einen Beigeschmack, dass das Geld aus der Ölförderung stammt. Aber wäre es ihnen lieber, wenn damit weitere Ölbohrinseln oder die Rodung von Wäldern finanziert würde? Da doch lieber ausschließlich nachhaltige Projekte.
c.PAF 05.09.2018
4.
Zitat von jupp78Schmutziges Geld soll nur noch in saubere Unternehmen gesteckt werden? Verlogener geht es eigentlich nicht.
Ach Gottchen, das Geld stammt doch nicht aus illegalen Machenschaften. Zudem ist Norwegen viel weiter vorne als Deutschland, was den Umweltschutz betrifft. Da fahren z.B. in einer Stadt mehr E-Autos, als in ganz Deutschland zusammen, und auch die Stromgewinnung ist "sauber", u.a. aus Wadderkraft...
jupp78 05.09.2018
5.
Zitat von c.PAFAch Gottchen, das Geld stammt doch nicht aus illegalen Machenschaften. Zudem ist Norwegen viel weiter vorne als Deutschland, was den Umweltschutz betrifft. Da fahren z.B. in einer Stadt mehr E-Autos, als in ganz Deutschland zusammen, und auch die Stromgewinnung ist "sauber", u.a. aus Wadderkraft...
Und mit was werden diese E-Autos bezahlt? Richtig, mit dem Verkauf von Öl und Gas. Sowas ist einfach scheinheilig (niemand sagt illegal dazu).
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.