Notdienste: Apotheker sollen Pauschale erhalten

Die Regierung will die Landapotheken besserstellen. Für Notdienste soll es künftig einen pauschalen Zuschuss geben. Davon sollen Apotheker profitieren, die viele Nachtschichten leisten, aber nur wenige Kunden haben.

Berlin - Apotheker in Deutschland sollen für ihre Notdienste neben der Extragebühr der Kunden zusätzlich eine finanzielle Pauschale erhalten. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen. "Durch die neue Notdienstpauschale soll eine bessere Anerkennung dieser Leistung gewährleistet werden", sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP).

Das Gesetz sieht vor, dass Apotheken künftig für Nachtdienste zwischen 20 und 6 Uhr einen pauschalen Zuschuss erhalten - egal ob der Dienst in Anspruch genommen wird oder nicht. Dafür zahlen Apotheker 16 Cent pro verschreibungspflichtigem Medikament in einen Fonds. Im Gegenzug soll der Festzuschlag der Krankenkassen an Apotheken um diese Summe erhöht werden. Die Kassen würden so jährlich mit Mehrkosten von rund 112 Millionen Euro belastet.

Die gesetzlichen Krankenkassen forderten, dass das zusätzliche Geld der medizinischen Landversorgung zugutekommt und nicht den 24-Stunden-Hauptbahnhofsapotheken. Es sei die Frage, "ob die zusätzlichen Millionen aus den Portemonnaies der Beitragszahler wirklich gerechtfertigt sind", sagte Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbands. Über die Verteilung des Fonds entscheidet laut Ministerium der Apothekerverband.

Bisher müssen Kunden, die den Notdienst außerhalb der regulären Öffnungszeiten nutzen, 2,50 Euro zahlen - das soll laut Apotheker-Bundesverband ABDA auch so bleiben. "Wir begrüßen diesen Kabinettsbeschluss. Das ist besonders für die Apotheken auf dem Land mit vielen Nacht- und Notdiensten eine gute Nachricht", sagte Verbandspräsident Friedemann Schmidt. Laut Bahr sind diese Apotheken bei der bisherigen Regelung besonders benachteiligt worden, weil sie öfter Notdienste machen müssen, aber weniger Kunden haben.

cte/dpa

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1. Ist denn schon Weihnachten?
horst_meiermann 20.03.2013
FDP-Logik: Eine höhere Rente für Mütter? Das können wir uns nicht leisten! Mehr Geld für arme Apotheker? Das muss drin sein! Schließlich ist der Tausch von Geld und Rezept gegen Tabletten eine überragende Leistung, und die muss sich wieder lohnen.
2. Lobbyismus !
rhein-waal 20.03.2013
Genial - die Apotheker erhalten 112 Millionen Euro mehr insbesondere zum Wohle der Land-Apotheker für den Notdienst - und wir Land-Ärzte müssen (!) für den Notdienst pro Monat € 135.- an unsere Kassenärztliche Vereinigung zahlen. Das verstehe, wer will !
3. Wer arbeitet denn in D. noch für lau??
pharmi 20.03.2013
@ horst_Meiermann Sie arbeiten wahrscheinlich ehrenamtlich für Ihren Arbeitgeber?? Die Notdienstpauschale ist absolut notwendig. Hoffentlich werden bald auch die Gebühren für die Salbenherstellung (5,-Euro) erhöht. Ein Handwerksmeister hebt für 5,- Euro nicht mal den Kuli auf. Aber ein Akademiker in der Apotheke darf 30 min. dafür arbeiten. Sprüche wie arme Apotheker kann man sich im übrigen sparen. Die Apotheken (und vor allem deren sehr gut ausgebildeten Angestellten) erhalten tatsächlich weit weniger als der Durchschnittsinternetleser meint.
4.
topaz75 20.03.2013
Zitat von pharmi@ horst_Meiermann Sie arbeiten wahrscheinlich ehrenamtlich für Ihren Arbeitgeber?? Die Notdienstpauschale ist absolut notwendig. Hoffentlich werden bald auch die Gebühren für die Salbenherstellung (5,-Euro) erhöht. Ein Handwerksmeister hebt für 5,- Euro nicht mal den Kuli auf. Aber ein Akademiker in der Apotheke darf 30 min. dafür arbeiten. Sprüche wie arme Apotheker kann man sich im übrigen sparen. Die Apotheken (und vor allem deren sehr gut ausgebildeten Angestellten) erhalten tatsächlich weit weniger als der Durchschnittsinternetleser meint.
Der entscheidende Unterschied ist, dass der Handwerksmeister diese Preise und Entlohnung am freien Markt durchsetzen muss. Der Apotheker bekommt per Gesundheits-Planwirtschaft etwas zugeschanzt, was irgenwo am gruenen (oder gelbemn?) Tisch als angemessen ausgekungelt wurde. So wird das nie was. Es gibt eine Ueberversorgung mit Apotheken, und wenn man nicht endlich den freien Markt auch dafuer einfuehrt, wird man sich noch laenger dafuer totzahlen.
5. Viele Not- und Nachtdienste
ElOmda 20.03.2013
Vom 20. März bis 31.12. 2013 schieben in meiner Heimatstadt die 3 Apotheken jeweils 32 x 1 Tag Notdienst. Also alle 9 Tage. Dazu muss man wissen, dass viele Apotheken nicht nur einen Apotheker haben sondern häufig 2 und mehr in einer Apotheke beschäftigt sind. Das reduziert die "Belastung". Diese Notdienste spielen sich nur in 9 davon an Sa und So ab. Wobei teilweise Samstags normalerweise ebenfalls geöffnet ist. Die Apotheker können während des Notdienstes schlafen, fernsehen , freunde empfangen, lesen, surfen und die Zeit für den Papierkrieg nutzen oder den Hometrainer nutzen. Angenehm warm ist es auch und essen und trinken ganz normal stellt auch kein Problem dar. Manche wohnen noch dazu in ihrer Apotheke. Frag mal die anderen menschen die Not- und Bereitschaftsdienste schieben wie deren Dienste und Bezahlung aussehen. Tut mir leid: Die sind für meine Begriffe überbezahlt. Eine Möglichkeit das für die eigene Apotheke z. B.in Hessen einzusehen ist die Homepage der www.apothekerkammer.de
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