Öko-Plan des Präsidenten Republikaner geben Obamas Ölsteuer keine Chance

"Dümmste Idee aller Zeiten" - Barack Obamas Plan einer Ökosteuer in den USA wird von Republikanern und Öl-Investoren scharf attackiert. Im Kongress wird die Öl-Abgabe des US-Präsidenten wohl scheitern.

Energieinvestor T. Boone Pickens: Nur Spott für Obamas Steueridee
REUTERS

Energieinvestor T. Boone Pickens: Nur Spott für Obamas Steueridee


Eine von US-Präsident Barack Obama geplante Sondersteuer auf Erdöl ist von der Industrie und der republikanischen Mehrheit im Kongress in scharfen Worten abgelehnt worden.

"Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Dümmste Idee aller Zeiten?", erklärte der für seine Öl-Investitionen bekannte Milliardär T. Boone Pickens am Donnerstag per Twitter.

Ein Sprecher der Independent Petroleum Association of America (IPAA) verwies auf die Gewinneinbrüche bei den Energie-Konzernen wegen des niedrigen Ölpreises. "Es ist nicht besonders sinnvoll, in einer solchen Situation der Branche zusätzliche Kosten aufzubürden." Der Energie-Analyst James Williams von WTRG Economics sprach von einem Witz.

Williams und mehrere seiner Kollegen wiesen darauf hin, dass Obamas Plan praktisch keine Chance hat, von der republikanischen Mehrheit im Kongress umgesetzt zu werden. Führende Mitglieder der Partei wie Steve Scalise aus dem Repräsentantenhaus kündigten umgehend Widerstand an. Scalise beschrieb den Plan auf Twitter ebenfalls als "dumm".

Steuer würde Benzin um sechs Cent verteuern

Ersten Schätzungen zufolge würde die Steuer von zehn Dollar pro Barrel für den Verbraucher einen um 25 US-Cent pro Gallone (knapp sechs Euro-Cent pro Liter) höheren Benzinpreis bedeuten. In den USA wird in diesem Jahr nicht nur ein neuer Präsident gewählt, sondern auch das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats.

Am Öl-Markt spielte Obamas Vorschlag keine Rolle. Der Preis für ein Barrel US-Öl lag nach der Ankündigung unverändert bei etwa 31,70 Dollar. Auch die Aktien von einheimischen Öl-Produzenten wie Continental Resources bewegten sich kaum.

Obama will mit den Einnahmen der geplanten Steuer - geschätzten 20 Milliarden Dollar pro Jahr - einen umweltverträglichen Personenverkehr in den USA fördern. Der Vorschlag soll am Dienstag als Teil des Haushaltsplanes für 2017 offiziell vorgestellt werden.

ade/Reuters

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insgesamt 10 Beiträge
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Bin_der_Neue 05.02.2016
1.
~25 US-Cent pro Gallone, das wäre ein wirklich verschmerzbarer Obulus für die Umwelt - sofern diese Steuer dann auch wirklich in die Finanzierung eines umweltvertäglichen Personenverkehrs flösse. Sieht man sich im Vergleich dazu doch einmal an, mit welchen Summern der deutsche Autofahrer im Namen der Umwelt gemolken wird ("Okösteuer") und was davon letztenendes beim Umweltschutz ankommt.. Obama hat sich aber schon an einigen Reformversuchen die Zähne ausgebissen und so wird auch dieser innovative und weiterblickende Gedanke in der kleingeistigen und vorgestrigen Republikanischen Lobby schlichtweg nicht durchsetzbar sein. Dort kann man allenfalls mit "das haben wir schon immer so gemacht" argumentieren.
guenterm2 05.02.2016
2. 300 Milliarden sind zu wenig!
In Hawaii baut man zur Zeit (Oahu) ein Schnellbahnstrecke ca. 10.5 Meilen - Kosten pro Meile 1.5 Milliarden Dollar. In vielen Gegenden gibt es fuer die Bevoelkerung keine Alternative als mit dem PKW zur Arbeit zu fahren, da es einen funktionierenden oeffentlichen Nah- oder Fernverkehr gar nicht gibt oder nur sehr sporadisch. Sollten die Kraftstoffpreise weiterhin steigen dann wird es wieder zappenduster fuer den Konsum.
wiesenflitzer 05.02.2016
3. Mit diesen
rückständischen, pseudochristlich-/konservativen Menschen, welche sowieso nur auf Vermehrung des eigenen Profits scharf sind (Republikaner halt), lässt sich nun mal "kein Staat" machen; da wird jede vermeintlich gute Idee einfach kaputtgemacht. ABER: Sie wurden ja auch vom Volk gewählt, nicht wahr!
maxi_stulz 05.02.2016
4. Typisch Republikaner
Können nicht einen Schritt weiter denken und sind immer nur auf den eigenen Vorteil aus. Mit diesen Leuten wird sich ein vernünftiger Mensch leider nie einigen können. Da wird das Umdenken lange dauern. Passiert wahrscheinlich erst, wenn es zu spät ist.
ironpolem 05.02.2016
5. Ich weiß nicht?!
Seit Obama keine Macht mehr hat, hat er viele gute Ideen in die Welt gesetzt. Wenn man weiß, daß man den Worten keine Taten folgen lassen muß, kann man den klugen Staatsmann geben. Solange er Macht hatte, war er zahm, angepasst, der Finanz- oder Waffenindustrie untertan. Die amerikanische Demokratie dient als Vorbild für die europäische Demokatie. Eine große Show mit großen Worten und dann marktkonform handeln.
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