Occupy-Bewegung: "Wall Street, our street!"

Die Occupy-Bewegung gibt sich nicht geschlagen: Eintausend Menschen protestieren an der Wall Street. "Die Banker ruinieren unser Land", sagte einer. Es kam zu Ausschreitungen, über hundert Demonstranten wurden festgenommen.

Occupy-Demo: "Wall-Street-Banker ruinieren unser Land" Fotos
AFP

New York - Die Wall Street ist im Belagerungszustand. Am Donnerstag strömten rund eintausend Demonstranten in den New Yorker Finanzbezirk, um gegen die Macht der Banken und soziale Ungerechtigkeiten zu demonstrieren. Ein starkes Polizeiaufgebot riegelte die Gegend ab und hinderte die Aktivisten der Bewegung Occupy Wall Street daran, bis direkt zur New Yorker Börse vorzustoßen. Viele Börsianer hatten große Probleme, durch die Absperrungen zu kommen.

Dabei kam es zum Teil zu heftigen Ausschreitungen. Wie die "New York Times" berichtete, wurden bis zum frühen Abend (Ortszeit) mindestens 177 Menschen festgenommen. Zehn Demonstranten und sieben Polizisten wurden bei den Zusammenstößen in der Nähe der Börse verletzt. Einigen Beamten soll von den Aktivisten eine brennende Flüssigkeit in die Augen gespritzt worden sein.

"Wall Street, our Street!" skandierten die Demonstranten. "Wall Street, unsere Straße!" Polizisten versuchten, die umliegenden Straßen für den Verkehr freizuhalten und die Demonstranten auf die Bürgersteige zurückzudrängen. "Wall-Street-Banker ruinieren unser Land", sagte ein junger Mann. Die Organisatoren hatten über soziale Netzwerke wie Facebook dazu aufgerufen, die Finanzmeile zu blockieren. Es soll eine der größten Protestaktionen überhaupt werden.

Die Demonstranten wollen offenbar nicht so schnell aufgeben: Vor zwei Tagen hatte die Polizei sie aus dem New Yorker Zuccotti Park vertrieben. Im Laufe des Morgens strömten immer mehr Sympathisanten in Richtung Finanzbezirk, es bildeten sich nach Augenzeugenberichten mehrere Protestzüge. Es kam bereits zu Handgemengen, dutzende Menschen wurden festgenommen. Später wollten die Demonstranten über die Brooklyn Bridge ziehen.

"Man kommt kaum durch", beschwerte sich eine Mitarbeiterin an der Börse. Sie schimpfte dabei weniger auf die Aktivisten, als vielmehr auf die Polizisten, die sie selbst nach Vorzeigen ihres Hausausweises zunächst nicht durchgelassen hätten. Sie habe mehrere Anläufe gebraucht, um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen, dem großen Handelssaal der New York Stock Exchange. Letztlich sei der Handel aber wie gewohnt gestartet. "Die Eröffnungsglocke hat geläutet."

Occupy Wall Street ("Besetzt die Wall Street") kämpft seit Mitte September gegen die Macht der Banken und für mehr soziale Gerechtigkeit. Die Bewegung hat in New York ihren Ausgangspunkt genommen und sich rund um die Welt ausgebreitet. Auch in Deutschland gibt es Proteste. Menschen harren in Zelten etwa vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt aus.

cte/lgr/AFP/dpa

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