Hamburg - Deutschland gehen die Arbeitskräfte aus. Schon in zehn Jahren dürften weit mehr Menschen in Rente gehen, als Junge nachkommen, prognostiziert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ( OECD). Die Berechnungen liegen SPIEGEL ONLINE vor. So soll die Zahl der Austritte von Älteren aus dem Berufsleben im Jahr 2020 um fast 75 Prozent höher liegen als die der Eintritte junger Menschen.
Damit bildet Deutschland das Schlusslicht aller von der OECD untersuchten 28 Industrieländer. Nur auf das Nachbarland Polen kommen ähnliche Probleme zu wie auf Deutschland. Irlands Unternehmen dagegen sind die einzigen, die sich auf eine Zunahme bei der Zahl der Arbeitskräfte freuen können.
Zwei Gründe lassen sich für Deutschlands Problem anführen:
Neuer Zündstoff für die Zuwanderungsdebatte
Den Experten zufolge lässt sich die vorhersehbare Lücke auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht einfach schließen. Längere Arbeitszeiten, die Mobilisierung von Erwerbslosen und Frauen reichen der Organisation zufolge nicht aus, um das Problem zu lösen. Die Ökonomen raten daher dazu, mehr Arbeitsmigranten ins Land zu lassen - auch von außerhalb der EU.
Das Fazit der OECD dürfte für neuen Zündstoff in der Zuwanderungsdebatte sorgen. Seit Wochen streiten Politik und Unternehmen über dieses Thema. Die großen Wirtschaftsverbände klagen bereits heute über einen massiven Fachkräftebedarf und plädieren - lanciert von wissenschaftlichen Einrichtungen - für gelockerte Regeln bei der Einwanderungspolitik. Auch die FDP setzt sich für mehr qualifizierte Zuwanderung ein. Dagegen hat die Union - insbesondere die CSU - große Vorbehalte.
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