Wirtschaftsprognose: OECD fürchtet Wachstumseinbruch in Deutschland

Die Aussichten für die deutsche Konjunktur verdüstern sich. Experten des Industrieländerclubs OECD erwarten für 2013 nur noch ein Wachstum von 0,6 Prozent. Die Euro-Krise wird die Exportwirtschaft demnach kräftig dämpfen. Noch schlechter sieht es allerdings für andere Länder aus.

Containerschiffe in Bremerhaven: Gefahr für den Export Zur Großansicht
dapd

Containerschiffe in Bremerhaven: Gefahr für den Export

Paris - Die Euro-Krise ist nach Einschätzung der OECD im kommenden Jahr die größte Bedrohung für die deutsche Wirtschaft. "Falls die Spannungen an den Märkten für Staatsanleihen im Euro-Raum stark bleiben, werden sich die deutschen Exporte möglicherweise nicht in dem projizierten Ausmaß erholen", heißt es in dem am Dienstag vorgestellten Herbstausblick der internationalen Wirtschaftsorganisation. Banken könnten in Mitleidenschaft gezogen werden - und so die Kreditbedingungen für die Wirtschaft verschlechtern.

Auch ohne eine weitere Verschlimmerung der Euro-Krise sind die Aussichten für das kommende Jahr mau. Die OECD-Ökonomen erwarten für 2013 einen Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 0,6 Prozent. In ihrer Prognose im Frühjahr hatten sie noch ein kräftiges Wachstum von zwei Prozent vorhergesagt.

Mit ihrer Vorhersage liegt die OECD deutlich unter den Schätzungen anderer Experten. Die Bundesregierung rechnet aktuell mit einem Wachstum von einem Prozent für 2013, ebenso wie die führenden Wirtschaftsinstitute laut ihrem Herbstgutachten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte zuletzt ein Wachstum von 0,9 Prozent vorhergesagt.

Die Experten warnen vor zu drastischem Sparen

Die OECD sieht vor allem die traditionell starken deutschen Ausfuhren gefährdet. "Die Wirtschaftstätigkeit verlangsamt sich unter dem Einfluss der sich abschwächenden Exportmärkte", heißt es in dem Bericht. Besonders flau sei zuletzt die Nachfrage nach Investitionsgütern gewesen, auf die das deutsche Verarbeitende Gewerbe spezialisiert sei.

Als negative Begleiterscheinung rechnet die OECD damit, dass sich das Beschäftigungswachstum verlangsamt. Die Arbeitslosenquote in Deutschland dürfte laut ihrer Prognose im kommenden Jahr um 0,2 Prozentpunkte steigen und 5,5 Prozent erreichen.

Erst 2014 rechnet die Organisation wieder mit einem kräftigeren Wirtschaftswachstum um 1,9 Prozent - allerdings nur, wenn es der Euro-Zone gelingt, ihre Krise in den Griff zu bekommen.

Für die anderen Euro-Staaten ist die Lage noch deutlich düsterer. Die OECD rechnet damit, dass die Wirtschaftsleistung der Währungsunion 2013 um 0,1 Prozent sinkt, 2014 sei dann wieder ein Wachstum um 1,3 Prozent möglich. Die OECD-Experten ermahnten die kriselnden Euro-Staaten, ihren allzu harten Sparkurs zu lockern, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

stk/dpa/Reuters

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insgesamt 26 Beiträge
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1. wie jede Woche...
irgendwer_bln 27.11.2012
Zitat von sysopDie Aussichten für die deutsche Konjunktur verdüstern sich. Experten des Industrieländerclubs OECD erwarten für 2013 nur noch ein Wachstum von 0,6 Prozent. Die Euro-Krise wird die Exportwirtschaft demnach kräftig dämpfen. Noch schlechter sieht es allerdings für andere Länder aus.
Klappe die Hundertausendste... Ich wette, dass binnen dieser Woche wieder ein Artikel erscheint, der die hier getroffenen Aussagen aufhebt. *lach*
2. Unsinn
Titus123 27.11.2012
Ich schließe mich an: Diese Prognosen sind schlichter Unsinn und das Papier nicht wert, auf dem sie verbreitet werden. Über welche Qualifikation verfügen die Mitglieder dieser Runde? Sind es etwa BWLer, Ökonomen oder andere aus dem Stall derer, die derzeit die geschicke leiten?
3. Noch ein Bericht aus Paris
Klaus100 27.11.2012
Die OECD gehört leider nicht zu den kompetenten Organisationen, deren Beiträge man ernst nehmen kann. Um so öfter meldet sie sich zu Wort.
4.
zakalwe. 27.11.2012
Zitat von sysopDie Aussichten für die deutsche Konjunktur verdüstern sich. Experten des Industrieländerclubs OECD erwarten für 2013 nur noch ein Wachstum von 0,6 Prozent. Die Euro-Krise wird die Exportwirtschaft demnach kräftig dämpfen. Noch schlechter sieht es allerdings für andere Länder aus. OECD erwartet weniger Wachstum in Deutschland - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oecd-erwartet-weniger-wachstum-in-deutschland-a-869527.html)
Erst letzte Woche konnte man in vielen Blättern lesen, das der IFO Index überraschend gestiegen ist und die Unternehmen zuversichtlich sind. Das der Export außerhalb der EU steigt. Und nun wieder sowas? Was für einen Sinn machen solche Wirtschaftsartikel, wenn schon fast im Tagesrhymus wiedersprechende Aussagen getroffen werden?
5. Kontra-Indikator
aspi01 27.11.2012
Zitat von sysopDie Aussichten für die deutsche Konjunktur verdüstern sich. Experten des Industrieländerclubs OECD erwarten für 2013 nur noch ein Wachstum von 0,6 Prozent. Die Euro-Krise wird die Exportwirtschaft demnach kräftig dämpfen. Noch schlechter sieht es allerdings für andere Länder aus. OECD erwartet weniger Wachstum in Deutschland - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oecd-erwartet-weniger-wachstum-in-deutschland-a-869527.html)
Da schließe ich mich den Vor-Kommentatoren an. In der OECD sitzen nur Nachplapperer ohne eigene Kompetenz. Man muss sich nur die Prgnosen der OECD aus den letzten Jahren anschauen und dann vergleichen, wie die Lage dann hinterher wirklich war: Würfeln ist zuverlässiger! Man könnte die OECD-Experten sogar als Kontra-Indikator heranziehen, weil meist das Gegenteil eintrifft von dem, was die sagen...
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