Wirtschaftsbericht OECD fordert Deutschland zu mehr Investitionen auf

Die Wirtschaft in Deutschland läuft gut. Dennoch muss der Staat nach Ansicht der OECD mehr Strukturreformen auf den Weg bringen. Auch im Klimaschutz müsse Deutschland mehr tun.

Baustelle in Berlin
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Baustelle in Berlin


Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Deutschland zu verstärkten Anstrengungen bei Strukturreformen aufgefordert. Im neuen OECD-Wirtschaftsbericht zu Deutschland heißt es, angesichts einer starken Haushaltslage bestehe auf kurze Sicht Spielraum zur Finanzierung prioritärer Ausgaben - etwa für den Ausbau qualitativ hochwertiger Kinderbetreuungs- und Ganztagsschulangebote, Erwachsenenbildung oder Investitionen in Infrastruktur und neue Technologien.

Auch in der Klimapolitik müsse Deutschland mehr tun, um seine Klimaziele zu erreichen. Die Emissionen beim Verkehr hätten zugenommen, das sei ein "wunder Punkt" in der Klimapolitik.

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland sei robust, dies liege vor allem an einer starken Inlandsnachfrage und einem kräftigen Export. Die OECD rechnet wie bereits Ende Mai mitgeteilt für Deutschland in diesem und dem kommenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von jeweils 2,1 Prozent.

hej/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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mirage122 12.06.2018
1. Investieren!
Es ist ausreichend Geld vorhanden, um endlich Projekte auf den Weg zu bringen, die dringend notwendig sind z.B. in der Bildungspolitik, Kinderbetreuung, Erwachsenenbildung, Infrastruktur und Technologie. Speziell im Bereich Klima-Politik wird einfach zu wenig getan. Das war doch einst das Lieblingsthema unserer Klima-Kanzlerin und nun ist es ein wunder Punkt? Aber dazu müsste man ja Entscheidungen treffen, und das war ja schon immer ein Problem.
wusselpowa 12.06.2018
2. Steuern und insb. Sozialabgaben senken!
Pfeiff auf die OECD. Arbeitnehmer in Deutschland zahlen weltweit mit die höchsten Steuern und Abgaben. Sie sind es auch, die den Wohlstand, beipsielsweise des umfangreichen deutschen Beamtenapparats, sichern. Es ist eine Frage der Fairness - und des sozialen Friedens - ihre Abgabenlast auf ein international übliches Niveau zu senken. Dafür und für nichts anderes sollte die derzeit sehr gute Wirtschaftslage genutzt werden.
kenterziege 12.06.2018
3. Dieser akademische Debattierclub hat keine Ahnung von der....
...Wirklichkeit. Das war schon bei der Betrachtung der relativen Anzahl von Studierenden zu beobachten. Wir haben ein duales System, was viele junge Leute in Lohn und Brot bringt. In Italien und Spanien wohnen die fertigen Dottores bei Mama und sind für die praktische Berufswelt nicht zu gebrauchen. Nun zum Thema Investitionen. Es ist Geld genug da - was uns fehlt, sind Leute, die Projekte auschreibungsreif planen und hernach umsetzen können. Mit Genderbeauftragten , Datenschützern und DUH-Klagen wird man das nicht können. Weshalb liegt die Brücke an der A1 bei Leverkusen brach? Geld war da - aber die Landesregierung in NRW hat keine Manpower ( Ingenieure, Ingenieure.. ), um das umszusetzen. Ein Land, das mehr Juristen, Gleichstellungs- und Genderbeauftragte beschäftigt, als Ingenieure ist dem Verfall preisgegeben - mit oder ohne OECD-Ratschläge aus den akademischen Elfenbeinturm!
funny-smartie 12.06.2018
4. Sie dürfen eins nicht vergessen...
Zitat von mirage122Es ist ausreichend Geld vorhanden, um endlich Projekte auf den Weg zu bringen, die dringend notwendig sind z.B. in der Bildungspolitik, Kinderbetreuung, Erwachsenenbildung, Infrastruktur und Technologie. Speziell im Bereich Klima-Politik wird einfach zu wenig getan. Das war doch einst das Lieblingsthema unserer Klima-Kanzlerin und nun ist es ein wunder Punkt? Aber dazu müsste man ja Entscheidungen treffen, und das war ja schon immer ein Problem.
... dass der OECD auf "bisherigen" Zahlen basierend seine Forderungen stellt. Einige dieser Kritikpunkte werden schon durch den Koalitionsvertrag abgedeckt und werden hierzu hinreichend geprüft. Ein Punkt ist die Tagesbetreuung, die z.B. im Land Hessen zukünftig 6 Stunden kostenfrei umgesetzt wird. Ob mehr gut oder weniger schlecht, steht auf einem anderen Papier, aber die Zahl "6" als kostenlos hatte es bisher in Hessen noch nicht gegeben. Inwieweit dies auch in anderen Bundesländern umgesetzt wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Außerdem muss man auch mal ganz klar sagen, dass ALLES auch finanzierbar sein muss. Wenn ich als Regierung irgendwo das Geld "locker" mache, dann muss ich es an einer anderen Stelle wieder abzwacken. Man kann als Regierung, genauso wie im privaten Leben, nur das Geld ausgeben was man hat. Und dank der über 40jährigen Neuverschuldungspolitik ist man Stand heute "Verpflichtungen aus der Vergangenheit" eingegangen und auch diese Kosten müssen langfristig abgetragen werden. Oder können Sie von Ihrem 2.000 Euro Nettolohn dauerhaft pro Monat 2.800 Euro ausgeben? Und genauso geht es dem Staat.
so-long 12.06.2018
5. Korrekt
Zitat von funny-smartie... dass der OECD auf "bisherigen" Zahlen basierend seine Forderungen stellt. Einige dieser Kritikpunkte werden schon durch den Koalitionsvertrag abgedeckt und werden hierzu hinreichend geprüft. Ein Punkt ist die Tagesbetreuung, die z.B. im Land Hessen zukünftig 6 Stunden kostenfrei umgesetzt wird. Ob mehr gut oder weniger schlecht, steht auf einem anderen Papier, aber die Zahl "6" als kostenlos hatte es bisher in Hessen noch nicht gegeben. Inwieweit dies auch in anderen Bundesländern umgesetzt wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Außerdem muss man auch mal ganz klar sagen, dass ALLES auch finanzierbar sein muss. Wenn ich als Regierung irgendwo das Geld "locker" mache, dann muss ich es an einer anderen Stelle wieder abzwacken. Man kann als Regierung, genauso wie im privaten Leben, nur das Geld ausgeben was man hat. Und dank der über 40jährigen Neuverschuldungspolitik ist man Stand heute "Verpflichtungen aus der Vergangenheit" eingegangen und auch diese Kosten müssen langfristig abgetragen werden. Oder können Sie von Ihrem 2.000 Euro Nettolohn dauerhaft pro Monat 2.800 Euro ausgeben? Und genauso geht es dem Staat.
aber leider ticken bei Staaten die Uhren anders. Politiker wollen (wieder)gewählt werden. Das geht am besten per Scheckbuch. Nach mir die Sinnflut.
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