OECD-Generalsekretär über griechische Wirtschaft "Eine Rakete nach dem Start"

Die griechische Wirtschaft wird nach Ansicht der OECD künftig weiterwachsen. Ein Austritt des Landes aus der Eurozone ist laut Generalsekretär Gurría mittlerweile kein Thema mehr.

Angel Gurría, Generalsekretär der OECD, mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras
AP

Angel Gurría, Generalsekretär der OECD, mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras


Griechenlands Wirtschaftswachstum wird aus Sicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) weiter anhalten. Das sagte der Generalsekretär der OECD, Angel Gurría, nach einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras. "Die Reformen tragen Früchte", sagte Gurría im griechischen Fernsehen (ERT). Er verglich die Wirtschaft des Landes mit einer Rakete, die "nach dem Start langsam und danach immer schneller steigt".

Jetzt rede man nicht mehr von einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone (Grexit), sondern darüber, wie Griechenland aus den Hilfsprogrammen herauskomme. Um dies zu erreichen, sollte es nach Ansicht des OECD-Chefs eine Reduzierung des griechischen Schuldenbergs, aber auch "Reformen und noch mehr Reformen" geben. Anfang des Monats hatte sich Frankreich gemeinsam mit dem Euro-Rettungsschirm ESM für Schuldenerleichterungen ausgesprochen.

Griechenland hatte jüngst die Vorgaben der Gläubiger für den Haushaltsüberschuss ohne Schuldendienst übertroffen. Das Land ist mit fast 180 Prozent seiner Wirtschaftsleistung weiter hoch verschuldet. Griechenlands Wirtschaft wuchs 2017 nach fast neun Jahren erstmals wieder - allerdings mit einem Plus von 1,4 Prozent gemessen am Vorjahr weniger als erwartet.

Das dritte Hilfspaket für Griechenland seit 2010 läuft im August aus. Es umfasst ein Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro. Regierungschef Alexis Tsipras ist zuversichtlich, dass mit der Erfüllung aller Reformen und Sparmaßnahmen das Vertrauen der Finanzmärkte dann so weit gewachsen ist, dass sich Griechenland wieder frisches Geld beschaffen kann.

Erste Testläufe mit der Ausgabe von Staatsanleihen hatte Athen bereits erfolgreich bewältigt. Euro-Gruppen-Chef Mario Centeno stellte Griechenland im Sommer weitere Schuldenerleichterungen in Aussicht.

ans/dpa/dpa-AFX

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coxeroni 30.04.2018
1.
Die gleiche Leier höre ich bereits seit annähernd 10 Jahren (Schäuble: "Griechenland ist auf einem guten Weg", etc...) ohne dass sich signifikant was an der katastrophalen Finanzsituation des Landes geändert hätte. Es bleibt es bei vollmundigen Versprechen zur Umsetzung von Reformen ohne dass jedoch was passiert. Unsere EU-Politiker wissen genau, dass GR ein Fass ohne Boden ist, der Point of No Return bereits überschritten ist (Stichwort: Target-Salden) und die EU voll erpressbar ist. Falls kein Geld nachgeschossen wird, fliegen die Target-Salden und Staatsgarantien um die Ohren und dann hantieren wir mit unvorstellbar hohen Summen im 3-stelligen Milliarden-Bereich. Das gute daran: Ewig können die EU-Dilletanten in Brüssel die Sache nicht aussitzen!
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