Wirtschaft

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Kritik von der OECD

Baukindergeld schadet ärmeren Haushalten

Die OECD übt scharfe Kritik am Baukindergeld. Der Zuschuss soll eigentlich Familien helfen, so will es die Große Koalition. In Wahrheit aber, so die OECD, treibe er die Immobilienpreise in unerschwingliche Höhen.

DPA

Symbolbild

Mittwoch, 21.11.2018   14:14 Uhr

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Die Industriestaaten-Organisation OECD kritisiert das von der Bundesregierung eingeführte Baukindergeld. Aller Voraussicht nach würden die Zuschüsse für Familien lediglich "den ohnehin schon boomenden Wohnimmobilienmarkt weiter anheizen, der unter Arbeitskräfteengpässen und einer unzureichenden Angebotsflexibilität leidet", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Wirtschaftsausblick der OECD.

Dies würde "den Zugang zu erschwinglichem Wohnraum für einkommensschwächere Haushalte weiter erschweren". Familien und Alleinerziehende, die erstmals Wohneigentum erwerben oder bauen, können einen staatlichen Zuschuss von 1200 Euro jährlich pro Kind bekommen. Gezahlt wird der Zuschuss zehn Jahre lang. Pro Kind können Familien also bis zu 12.000 Euro Baukindergeld bekommen.

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"Es wäre besser, sich auf weitere Investitionen in Bildung und Infrastruktur zu konzentrieren, die zu Produktivitätswachstum und Inklusivität beitragen", betont die OECD. Sie macht auch konkrete Vorschläge, wie das Geld aus ihrer Sicht besser angelegt werden könnte.

Einer er Vorschläge: Der Ausbau "qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung" für Kleinkinder aus ärmeren Familien und die Ausweitung des Ganztagsangebots an Grundschulen werde "das Kompetenzniveau der Bevölkerung auf lange Sicht anheben". Zugleich werde Müttern so erleichtert, die Betreuung ihrer Familie und längere Arbeitszeiten miteinander zu vereinbaren.

beb/Reuters

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