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Öffentliche Haushalte: Jeder Deutsche hat 25.000 Euro Staatsschulden

Trotz steigender Einnahmen haben Bund und Länder 2011 mehr Schulden angehäuft. Die Verbindlichkeiten der öffentlichen Haushalte liegen nun bei 2,025 Billionen Euro - das entspricht knapp 25.000 Euro je Einwohner. Es gibt aber auch Lichtblicke: Sieben Länder konnten ihr Minus reduzieren.

Bundestagsplenum: Der Bund hat 1,28 Billionen Euro Schulden Zur Großansicht
REUTERS

Bundestagsplenum: Der Bund hat 1,28 Billionen Euro Schulden

Wiesbaden - Deutsche Politiker fordern in der Euro-Krise gerne mehr Sparsamkeit - von Griechenland, Spanien oder Italien. Doch wenn es um die eigenen Etats geht, bleibt von der Kürzungsrhetorik nur wenig übrig. Dabei hat auch die Bundesrepublik immense Schulden angehäuft - obwohl die Steuereinnahmen zuletzt massiv gestiegen sind. Neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge sind die Verbindlichkeiten Ende 2011 auf 2025 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einer Schuldenlast von 24.771 Euro je Einwohner.

Der größte Anteil öffentlicher Schulden entfiel auf den Bund und lag bei 1,28 Billionen Euro. Die Verbindlichkeiten von Ländern und Gemeinden stiegen insgesamt um 21,4 Milliarden auf 745,0 Milliarden Euro an. Das entspricht einem Plus von drei Prozent.

Es gibt aber auch positive Ausnahmen: Sieben Länder konnten ihren Schuldenstand den Statistikern zufolge reduzieren. Den deutlichsten Rückgang verzeichnete das Land Sachsen. Hier wurden die Schulden um eine Milliarde Euro auf nun 9,1 Milliarden Euro gesenkt - ein stolzes Minus von zehn Prozent. Auch Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt sowie Bayern und Hamburg bauten Schulden ab.

Neun Landesregierungen häuften dagegen mehr Schulden an. Den stärksten prozentualen Anstieg verzeichneten die Statistiker in Hessen. Hier wuchs der Schuldenberg um 3,8 Milliarden Euro, was einem Plus von 7,3 Prozent entspricht. Die größte absolute Steigerung von 8,6 Milliarden Euro (plus 3,9 Prozent) wurde in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen.

cte

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1.
j.e.r. 13.09.2012
"Es gibt aber auch Lichtblicke: Sieben Länder konnten ihr Minus reduzieren". Wie wärs mit: "Sieben Länder HABEN ihr Minus reduziert"
2. Es sind viel mehr!
DenkZweiMalNach 13.09.2012
Schulden sind letztlich in der Zukunft zu erbringende Leistungen (wenn man nicht wie ein Krimineller davon ausgeht, nie zurückzuzahlen). Darum stimmt die Summe nicht, weil mit künftigen Renten, Beamtenpensionen, Sozialleistungen, Hilfen für Migranten und kommunalen Schulden noch viel mehr Schulden pro Kopf zusammenkommen. Vermutlich eine Summe, die nie abgezahlt werden kann.
3.
spon-1303403826571 13.09.2012
- jedenfalls dann, wenn man dieselbe unseriöse Berechnungsmethode anwendet und die Summe des privaten Geldvermögens in Deutschland durch die Zahl der Anwohner teilt. Wo sind ihre 64.000? :-)
4. 25.000 €
Meckermann 13.09.2012
Zitat von sysopREUTERSTrotz steigender Einnahmen haben Bund und Länder 2011 mehr Schulden angehäuft. Die Verbindlichkeiten der öffentlichen Haushalte liegen nun bei 2,025 Billionen Euro - das entspricht knapp 25.000 Euro je Einwohner. Es gibt aber auch Lichtblicke: Sieben Länder konnten ihr Minus reduzieren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,855524,00.html
Hm, ich könnte sie sogar bezahlen (wär zwar nicht mehr viel übrig aber immerhin). Nur: warum sollte ich für diese Bananenrepublik auch nur einen Cent mehr als nötig rausrücken? Damit griechische Banken vor derverdienten Pleite bewahrt werden? Da schaff ich mein Geld doch lieber in die Schweiz...
5. Wichtig ist...
Achmuth_I 13.09.2012
Zitat von sysopREUTERSTrotz steigender Einnahmen haben Bund und Länder 2011 mehr Schulden angehäuft. Die Verbindlichkeiten der öffentlichen Haushalte liegen nun bei 2,025 Billionen Euro - das entspricht knapp 25.000 Euro je Einwohner. Es gibt aber auch Lichtblicke: Sieben Länder konnten ihr Minus reduzieren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,855524,00.html
...in so einem Fall nur halbe Fakten darzustellen. Das hilft die Debatte über unbewältigbare Eurokrisen zu befeuern. Den 25.000 € Schulden, stehen 100.000 € Vermögen gegenüber, welche jeder Bürger hat. In Summe haben die Deutschen ein Privatvermögen von 8 Bio €, dem Staatsschulden von 2 Bio. € gegenüberstehen. Saldiert ergibt sich ein Vermögen von 6 Bio €, mit welchem die kompletten Staatsschulden Europas beglichen werden könnten.
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Die Schuldenbremse
Regeln für den Bund
Durch die Föderalismusreform II wurde eine Schuldenbremse ins Grundgesetz aufgenommen. Demnach darf der Bund ab 2016 faktisch keine Kredite mehr aufnehmen und sich nur noch bis zu einer Höhe von maximal 0,35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschulden. Dies sind in absoluten Zahlen rund zehn Milliarden Euro.

Bis 2016 will die Bundesregierung das Defizit in gleichmäßigen Schritten reduzieren, das entspricht Einsparungen in Höhe von acht bis zehn Milliarden Euro pro Jahr.

Regelung und Hilfen für ärmere Länder
Die Schuldenbremse sieht vor, dass die Länder ab 2020 keine neuen Schulden mehr machen dürfen. Dafür sollen die finanzschwachen Länder Bremen, Saarland, Berlin, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein im Zeitraum 2011 bis 2019 beim Abbau ihrer Altschulden mit Hilfen in Höhe von insgesamt 800 Millionen Euro jährlich unterstützt werden. Diese insgesamt 7,2 Milliarden Euro teilen sich der Bund und die reichen Länder je zur Hälfte.
Ausnahmen
In Konjunkturkrisen und Notsituationen wie Naturkatastrophen sind unter strengen Bedingungen Ausnahmen möglich. In wirtschaftlich guten Jahren müssen Rücklagen gebildet oder Schulden getilgt werden.


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