Mehr Geld für Beschäftigte Einigung im Tarifstreit über den öffentlichen Dienst

Geschlossene Kitas und Wartezeiten in der Notaufnahme: Nach tagelangen Warnstreiks ist der Tarifstreit über den öffentlichen Dienst beendet. Millionen Beschäftigte sollen besser bezahlt werden.

Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Bremen (Archivbild)
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Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Bremen (Archivbild)


Die Verhandlungsführer des öffentlichen Dienstes haben im Tarifstreit eine Einigung mit den Ländern erzielt. Es ist eine stufenweise Anhebung der Einkommen von rund einer Million Beschäftigten geplant: Die Gehälter sollen um acht Prozent, mindestens aber 240 Euro steigen, sagte Ver.di-Chef Frank Bsirske. Die Laufzeit der Tarifeinigung solle 33 Monate betragen.

Die lange Laufzeit gebe "Planungssicherheit", sagte der Verhandlungsführer der Länder, der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD). Bsirske sagte: "Das ist das beste Ergebnis für einen Lohnabschluss im Länderbereich seit vielen Jahren."

Seit Donnerstag hatten Gewerkschaften und Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde in Potsdam um eine Einigung gerungen. Die Vertreter der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), der Gewerkschaft Ver.di und des Beamtenbunds DBB verhandelten über die Bezahlung für ganz unterschiedliche Tätigkeiten der Länderbeschäftigten. Für alle Beschäftigten hatten sie eine Lohnerhöhung von sechs Prozent, mindestens aber zusätzlich 200 Euro im Monat verlangt.

Tarifabschluss soll auf Millionen Beschäftigte übertragen werden

Die Gehälter sollen rückwirkend zum 1. Januar 2019 in einem Gesamtvolumen um 3,2 Prozent steigen, mindestens um 100 Euro. Eine weitere Erhöhung um 3,2 Prozent, mindestens 90 Euro, soll es am 1. Januar 2020 geben. Zum 1. Januar 2021 soll es 1,4 Prozent mehr geben, mindestens 50 Euro.

Schwierig waren die Verhandlungen vor allem wegen zusätzlichen Forderungen, die die Struktur der einzelnen Lohngruppen betrafen, etwa von Erzieherinnen oder Lehrern. Auch eine Aufstockung um 300 Euro in der Gehaltstabelle für die Krankenpflege stand auf der Liste.

Die Gewerkschaften hatten in dieser Woche ihren Forderungen mit Warnstreiks Nachdruck verliehen. Die Verhandlungsführungen beider Seiten hatten bis in die frühen Morgenstunden des Samstags zusammengesessen und die Gespräche gegen 8.30 Uhr wieder aufgenommen.

Der Abschluss soll auf rund 2,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger übertragen werden. Hessen gehört seit Anfang der Nullerjahre der Tarifgemeinschaft deutscher Länder nicht mehr an und führt deshalb eigene Tarifverhandlungen.

kko/dpa

insgesamt 147 Beiträge
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austromir 02.03.2019
1. ????
soll für Beamte übernommen werden? Was heisst das? Haben die Länder das zugesagt? Hofft die Gewerkschaft, dass das so kommt? Oder beschreibt der Berichterstatter nur vage, was er einmal wo gehört hat. Das Land BW hat in den letzten Jahren nie die Ergebnisse eins-zu-eins auf Beamte übertragen.
prof.dr.mango 02.03.2019
2. Frei nach Karneval
Wer soll das bezahlen....? Wer hat so viel Geld....? Am Ende natürlich der Steuerzahler und damit wir alle. Es sei gegönnt, aber damit dreht sich die Preisspirale dann natürlich für alle weiter. Grüsse
Alfa1989 02.03.2019
3.
Die lange Laufzeit ist ein Witz, vor allem die letzte Erhöhung ist effektiv im besten Fall eine Nullrunde. Grundlegend hat sich zudem wahrscheinlich nichts getan. Die Entgeltordnung ist nach wie vor unübersichtlich und in Teilen unfair. In 10 Jahren wird alles zusammenbrechen wenn nicht noch ein Wunder geschieht. Bis dahin sind so viele in Rente, dass kann man gar nicht mit neuen nachbesetzen, schon gar nicht bei solch miserablen Voraussetzungen.
Bushfeind1 02.03.2019
4. Super
8% in 33 Monaten sind 2,9% p.a. Ihr wolltet 6% p.a. und habt nicht einmal die Hälfte trotz Streiks bekommen. Nach Inflation sind das noch +0,9% Gehaltszuwachs. Noch weniger war wohl nicht drin?!
daniela. 02.03.2019
5. Bsirske hat es mal wieder verkackt
33 Monate Laufzeit und eine Erhöhung um jährlich 3,x Prozent bringen den öffentlichen Dienst kein Stück vorwärts. Bund, Länder und Kommune erzielen Rekordeinnahmen und die Politik macht immer neue Schulden durch teure Leuchtturmprojekte und eine desolate Politik, aber die Mittelschicht und die Binnennachfrage wird nachhaltig geschwächt. Höhere Löhne würden die Inlandsnachfrage stärken und Deutschland auch politisch stabilisieren, ein Blick nach USA zeigt, wie es in ein paar Jahren in Deutschland aussehen wird. Gute Nacht Deutschland
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