Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Fachkräfte-Mangel im Öffentlichen Dienst: Beamte an der Belastungsgrenze

Feuerwehreinsatz in Magdeburg (2. Januar 2015): Risiken für die Bürger Zur Großansicht
DPA

Feuerwehreinsatz in Magdeburg (2. Januar 2015): Risiken für die Bürger

Engpässe bei der Feuerwehr, beim Zoll oder der Lebensmittelkontrolle: Personallücken im Öffentlichen Dienst gefährden Beamten-Vertretern zufolge die Bürger. Zugleich macht den Beschäftigten wachsende Gewalt verstärkt Angst.

Köln - Fehlendes Personal bereitet dem Beamtenbund und Vertretern der kommunalen Beschäftigten zunehmend Sorgen. So bekämen die Bürger den Mangel an Fachkräften im Öffentlichen Dienst immer öfter unangenehm zu spüren. Leistungen des Staats seien verbesserungswürdig, Risiken für die Menschen wüchsen. Das betonten der Beamtenbund (dbb) und die Gewerkschaft der Beschäftigten der Kommunen, Komba, unmittelbar vor der in Köln beginnenden Jahrestagung des dbb.

Engpässe bei der Feuerwehr gefährdeten die Sicherheit, sagte der Komba-Vorsitzende Ulrich Silberbach. Und um den Anspruch auf Kita-Betreuung der Unter-Dreijährigen zu erfüllen, bräuchte es deutlich mehr Erzieher.

Der Vorsitzende des Beamtenbunds, Klaus Dauderstädt, hatte am Wochenende in der "Rheinischen Post" vor Personalmangel auch bei Zoll, Gesundheitsschutz und Lebensmittelkontrolle gewarnt.

Furcht vor wachsender Gewalt

Thema des Kongresses werden nicht nur die Gefahren für die Bürger, sondern auch für die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes sein. Der Gewerkschaft zufolge setzen Gewaltbereitschaft und Gereiztheit von Bürgern den Mitarbeitern immer mehr zu.

Nach den Anschlägen in Paris erfährt das Thema neue Aktualität - dort, kam auch ein Polizist ums Leben kam. Erwartet wird, dass Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und der dbb-Chef Dauderstädt zum Auftakt auf die Terrorakte eingehen.

Seit Wochen hatte der dbb bereits den Plan, Gewalt gegen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst auf dem Kongress zu einem Schwerpunkt zu machen. Zuletzt hatte im Dezember ein Mann einen Gutachter eines Jobcenters in Rothenburg ob der Tauber getötet.

"Wir brauchen dringend ein breites Bewusstsein zur spürbar wachsenden Gewaltbereitschaft", sagte Komba-Vorsitzender Silberbach. Die Komba gehört dem dbb an. In den Jobcentern vergehe kaum ein Tag, an dem Mitarbeiter nicht beschimpft werden. "Sie müssen froh sein, wenn es nicht handgreiflich wird." Die Gereiztheit sei gestiegen.

"Es geht nicht nur um Jobcenter", sagte Silberbach. "An Silvester ist es vorgekommen, dass unsere Rettungskräfte mit Böllern beschossen werden, wenn sie zu einem Unglücksort gekommen sind." Mitarbeiter würden in Sicherheitsfragen und Deeskalation geschult. Verbindungstüren und Notfallpläne könnten helfen. "Doch das reicht nicht." Alle seien zum Umdenken aufgefordert.

yes/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 113 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Hilfts ja nichts...
najrezterk 12.01.2015
... nach mir werden wieder nur die üblichen Stammtisch-Beamtenbashing Parolen kommen! Ja der Engpass an Personal ist deutlich und geht an die Substanz. In meinem Bercih sind wir mittlerweile bei einer Personaldeckung von circa 25% des eigentlich nötigen Standes angekommen. Mit immer mehr Aufgaben. Und das in einem Bereich hoheitlicher Aufgaben des Verbaucher und Gesundheitsschutzes sowie Aufgaben der öffentlichen Sicherheit. Aber der Bürger scheint das mit zu tragen. Wenn was schiefgeht hat halt ..."die Behörde geschlafen..." (screwy)
2. Beamte & Stress ???
gehmlich 12.01.2015
Ich dachte der 1.April kommt erst noch!!!
3.
platzanweiser 12.01.2015
Tja in der wachsenden Gewaltbereitschaft manifestieren sich schlicht und einfach die politischen Fehler der vergangenen dreissig Jahre in Bereichen wie Bildung, Kindererziehung und Soziale Arbeit, sowie Arbeitsmarkt. Die Kinder, die seit den großspurigen Möchtegernreformen in Armut und größtenteils auf der Straße aufgewachsen sind kennen nunmal nur das selbst antrainierte Recht des Stärkeren. Man kann auch sagen, dass es die plüschige, rosarote Welt der Gutmenschen nie gegeben hat, die man immer weis machen wollte. Interessant finde ich, dass die allgegenwärtige Gewaltbereitschaft, unter der normale Menschen bereits seit Jahren leiden, erst bis an die Ämter dringen musste, bevor sie überhaupt zur Kenntnis genommen wird. Leider wie so oft muss es aber anscheinend erst noch schlimmer werden, bevor ein angemessenes Umdenken statt findet.
4. Ausgerechnet
renatedietrich 12.01.2015
die Mitarbeiter von den Job-Centern! Die sind doch meistens ss = selber schuld. Da ich meiner Nachbarin und einer anderen Frau helfe, diese komischen Formulare auszufüllen, war ich schon etl. Male dabei mit diesen im Job-Center! Da muss man sich an den Kopf fassen, was für ein dummes blödes Gesetz Harz4 ist! Das bringt überhaupt nichts! Wenn ich früher so schludrig gearbeitet hätte in meinem Beruf, hätten sie mich gleich rausgeschmissen! Aber heute ist alles anders wie früher, nur noch schei.....
5. Gereizte Bürger? Echt?
Leser161 12.01.2015
Gereizte Mitarbeiter auf Ämtern und im öffentlichen Dienst begegnen mir seid ich mit entsprechenden Stellen zu tun habe. OBWOHL ich grundsätzlich freundlich zu den Leuten bin. Ich kann daher verstehen, wenn das nicht alle Mitbürger so halten und auch einfach ihrerseits gereizt gegenüber Staatsvertretern sind. Vielleicht sollten sich die Leute daher einfach mal an die eigene Nase fassen?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Berufe: Soldaten vertrauenswürdiger als Geistliche


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: