Wichtigste Tarifrunde 2014: De Maizière warnt Öffentlichen Dienst vor Maßlosigkeit

Angestelltenstreik in Heilbronn (2012): Gewerkschaften drohen bereits Zur Großansicht
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Angestelltenstreik in Heilbronn (2012): Gewerkschaften drohen bereits

Die Tarifrunde im Öffentlichen Dienst wird spannend. Die Gewerkschaften fordern ein Lohnplus von durchschnittlich sieben Prozent für die 2,1 Millionen Beschäftigten. Innenminister Thomas de Maizière hält das für völlig überhöht.

Berlin - Eine der bedeutendsten Tarifrunden beginnt und schon jetzt sind schwierige Verhandlungen für die 2,1 Millionen Beschäftigten des Öffentlichen Diensts programmiert. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wirft den Gewerkschaften vorab überzogene Forderungen vor. Eine Umsetzung würde beim Bund Mehrkosten von zwei Milliarden Euro pro Jahr verursachen, bei den Kommunen sogar sechs Milliarden Euro, warnt er. "Diese Spielräume sehe ich nicht", sagte de Maizière am Mittwochabend in Berlin.

Die Tarifverhandlungen beginnen an diesem Donnerstag in Potsdam. Die Gewerkschaft Ver.di und der Beamtenbund fordern einen Sockelbetrag von 100 Euro mehr pro Monat. Dazu soll ein Gehaltszuwachs von 3,5 Prozent kommen. Im Schnitt würde dies ein Lohnplus von sieben Prozent bedeuten. In anderen Tarifbereichen hatten die Gewerkschaften zwischen 5 und 5,5 Prozent gefordert.

Der Minister sieht keinen Nachholbedarf beim Gehalt

Im Öffentlichen Dienst gebe es anders als von den Gewerkschaften behauptet keinen Nachholbedarf beim Gehalt, sagte de Maizière, der Verhandlungsführer der Arbeitgeber bei der Tarifrunde ist. "Von diesen hohen Forderungen müssen die Gewerkschaften zunächst runter." De Maizière deutete an, dass die Arbeitgeber zunächst kein Angebot vorlegen würden.

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Kräftiges Lohnplus im Öffentlichen Dienst?

Die Tarifrunde im Öffentlichen Dienst geht los. Sollten die 2,1 Millionen Beschäftigten ein sattes Lohnplus bekommen?

Die Gewerkschaften drohen bereits mit Warnstreiks. "Spürbare Lohnerhöhungen tragen dazu bei, den Öffentlichen Dienst attraktiver zu machen", sagte Ver.di-Chef Frank Bsirske den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". "Deshalb erwarten wir von den Arbeitgebern in der ersten Verhandlungsrunde ein verhandlungsfähiges Angebot. Bleibt dies aus, muss mit Reaktionen aus den Betrieben gerechnet werden."

Fast jeder fünfte Beschäftigte im Öffentlichen Dienst werde in den kommenden Jahren altersbedingt ausscheiden. "Gleichzeitig nimmt die Konkurrenz mit der Privatwirtschaft um qualifizierten Berufsnachwuchs und Fachkräfte weiter zu", sagte Bsirske. "Wenn Busfahrer etwa in Sachsen mit weniger als 1800 Euro brutto anfangen müssen, entspricht das in keiner Weise der Verantwortung und der Belastung der Tätigkeit."

yes/dpa

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insgesamt 205 Beiträge
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1. Also....
Mimimat 13.03.2014
Zitat von sysopDPADie Tarifrunde im Öffentlichen Dienst wird spannend. Die Gewerkschaften fordern ein Lohnplus von durchschnittlich sieben Prozent für die 2,1 Millionen Beschäftigten. Innenminister Thomas de Maizière hält das für völlig überhöht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oeffentlicher-dienst-tarifrunde-beginnt-in-potsdam-a-958356.html
...die kleinen Angestellten und Beamten (Feuerwehr, Polizei, Justiz usw.) in Berlin hatten von 2000 bis 2010 einen Reallohnverlust von ca. 20%. Bedingt durch: Streichung des Urlaubsgeldes, erhebliche Kürzung des Weihnachtsgeldes (um ca. 70 %), Verzicht auf Lohnerhöhung trotz Inflation über Jahre hinweg, Arbeitszeiterhöhung usw..Was danach noch dazu kam, weiß ich nicht. Und dann sind 7 % Forderung maßlos?
2. Vergleichen Sie mal
praetorian12 13.03.2014
die Gehaltsentwicklung der IG Metall mit dem öffentlichen Dienst in den letzten 20 Jahren. Der öffentliche Dienst liegt ca. 30% (!) zurück.
3. Wann lernt es ver.di endlich?
zaunreiter35 13.03.2014
Zitat von sysopDPADie Tarifrunde im Öffentlichen Dienst wird spannend. Die Gewerkschaften fordern ein Lohnplus von durchschnittlich sieben Prozent für die 2,1 Millionen Beschäftigten. Innenminister Thomas de Maizière hält das für völlig überhöht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oeffentlicher-dienst-tarifrunde-beginnt-in-potsdam-a-958356.html
Wann lernt es ver.di endlich, daß durch die Prozentforderung die Gehaltsschere weiter auseinandergeht? Ich war mal ver.di-Mitglied und hab mich immer für einen festen Betrag eingesetzt. Das war aber nicht gewollt, weil man die Angestellten in den oberen Gehaltsklassen nicht verprellen wollte. Gerade eine Gewerkschaft, die sich mal Solidarität auf ihre Fahnen geschrieben hat, sollte doch eher den Gemeinsinn vor Eigensinn fördern. Inzwischen ist mir die FAU näher. 100 Euro als Sockelbeitrag halte ich für zuwenig, da wird ja schon die Hälfte von der Steuer weggefressen. 200 Euro sind okay und verhandelbar. Aber bitte keine Prozentforderung mehr. Wenn ver.di das mal einsieht, würden sie auch wieder mehr Mitglieder bekommen.
4. Maßlosigkeit...
princeharry 13.03.2014
... sollte ihm ja bekannt sein mit einer Spontandiätenerhöhung von 10%. Wir alle wissen das die Gewerkschaftforderubg hoch sein muss, damit überhaupt was hinten raus kommt. Ich gönne es dem öffentlichen Dienstlern.
5. Passt...
Onsom2000 13.03.2014
... schließlich hat sich der Bundestag seine Diäten um 10% erhöht. De Maiziere sollte also aufpassen wen er da als Maßlos bezeichnet!
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Die Gewerkschaft Ver.di
Die Organisation
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) ist mit rund 2,1 Millionen Mitgliedern die zweitgrößte Gewerkschaft Deutschlands nach der IG Metall. Die Organisation ist 2001 durch die Fusion von ÖTV, DAG, IG Medien, HBV und Postgewerkschaft entstanden.
Der Vorsitzende
Frank Bsirske ist seit der Ver.di-Gründung ihr erster Vorsitzender. Zuvor war der studierte Politikwissenschaftler Personaldezernent in Hannover. In den Achtzigern arbeitete er für die Grünen und ist heute noch Parteimitglied.