Verbrauch von Januar bis September Ökostrom-Anteil steigt auf 38 Prozent

In den ersten neun Monaten des Jahres wurden fast 170 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt. Der Ökoanteil am deutschen Strommix könnte im Gesamtjahr auf 38 Prozent wachsen.

Wasserkraftwerk in Bayern
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Wasserkraftwerk in Bayern


Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in Deutschland ist von Januar bis September auf 38 Prozent gestiegen. Damit lag er um drei Prozentpunkte höher als im Vorjahreszeitraum, wie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) errechnet haben. Wenn das vierte Quartal durchschnittlich windig werde, könne der Ökoanteil am Strommix auch fürs Gesamtjahr 2018 bei knapp 38 Prozent liegen, hieß es. Im vergangenen Jahr waren es 36 Prozent. Bis 2030 strebt die Bundesregierung einen Anteil von 65 Prozent am Stromverbrauch an.

Im Januar, April und Mai 2018 erreichten die Erneuerbaren sogar einen Anteil am Strommix bis zu 43 Prozent, weil viel Wind wehte und die Sonne viel schien. Von Januar bis Ende September wurden laut BDEW insgesamt fast 170 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt, im Vorjahreszeitraum waren es 155,5 Milliarden.

  • Den größten Anteil lieferten Windkraftanlagen an Land mit fast 63 Milliarden, das waren mehr als 13 Prozent mehr als im selben Zeitraum 2017.
  • Solaranlagen legten um fast 16 Prozent zu und produzierten mehr als 41 Milliarden Kilowattstunden.
  • Es folgen Biomasse (34 Milliarden)
  • und Wasserkraft (13 Milliarden), die wegen der langen Dürre aber fast zehn Prozent weniger Strom lieferte als im Vorjahreszeitraum.
  • Offshore-Windanlagen auf dem Wasser trugen rund 13 Milliarden Kilowattstunden zur Stromerzeugung bei.

In den ersten neun Monaten des Jahres erreichten die Erneuerbaren den Angaben zufolge fast die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle, die bei rund 172 Milliarden Kilowattstunden lag - das waren sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Auch Erdgas verzeichnete demnach einen Rückgang von fast 8 Prozent auf rund 59 Milliarden Kilowattstunden.

"Die Erneuerbaren sind ganz klar auf der Überholspur, während der Beitrag der konventionellen Energieträger zur Deckung des Bruttostromverbrauchs kontinuierlich zurückgeht", sagte BDEW-Chef Stefan Kapferer. Es sei trotzdem noch ein ganzes Stück Arbeit, wenn bis 2030 fast zwei Drittel des Stroms aus erneuerbaren Energien kommen solle. Wichtig sei, für Windräder an Land ausreichend Fläche zur Verfügung zu stellen und alles dafür zu tun, die großen Stromleitungen vom Norden in den Süden Deutschlands voranzubringen, sagte Kapferer.

Die Koalition hatte sich nach monatelangem Streit kürzlich auf einen Fahrplan zum Ökostrom-Ausbau geeinigt.

mmq/dpa

insgesamt 269 Beiträge
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mundusvultdecipi 02.11.2018
1. Wenn ich es richtig...
..verstehe,wurde hier nur der eingespeiste EE Strom berechnet.Nimmt man die PV Anlagen hinzu,bei denen der erzeugte Strom direkt im Haus verbraucht wird,fällt die Zahl noch höher aus.
horst44a 02.11.2018
2.
Und dieses Ergebnis trotz des Dunkel-Monats Januar 2018, wo die Photovoltaikanlagen ja kaum Energie lieferten! Hier am Niederrhein haben wir zumindest am Wochenende, wenn die Industrie wenig Strom abnimmt, sehr oft nur Öko-Strom. Etwa ein Drittel der Windkraftanlagen werden angehalten, da keine Abnahme und leider eben auch kein Weiterleiten in andere Gebiete möglich ist. Horst Wolf, Kalkar (ohne Schnellen Brüter!) PS: PV für Selbstversorgung inklusive Hybrid-Auto aufladen ist auf den Dach!
scgtef 02.11.2018
3. Dezentrale Stromerzeugung
in dem Gebäude, in dem der Strom verbraucht wird, das sollte viel mehr im Fokus stehen.
unimog_andi 02.11.2018
4. Ach?
""Die Erneuerbaren sind ganz klar auf der Überholspur, während der Beitrag der konventionellen Energieträger zur Deckung des Bruttostromverbrauchs kontinuierlich zurückgeht"," Und bei Dunkelflaute stehen sie auf der Standspur :-)
Palmdale 02.11.2018
5. Widerspruch?
Die Überschrift widerspricht der Titelüberschrift, denn Verbrauch ist mitnichten Erzeugung. Ja, Deutschland mag durchaus Strom aus EE in dieser Größenordnung produziert haben. Allerdings wurde wohl Strom in fast gleicher Menge über Leipzig ins Ausland verkauft, teilweise mit negativen Beträgen. Strom muss immer in genau der Menge im Netz sein, wie gebraucht wird. Da EE nicht grundlastfähig sind, laufen im Hintergrund stets reguläre Kraftwerke (ob nun im Inland oder nahem EU Ausland). Wer sich im Detail den Strom Import und Export nach Art der Erzeugung ansieht, dem dürfte schlecht werden...
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