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Ökostrom: Hausbesitzer mit Solaranlage sollen EEG-Umlage zahlen

Installation einer Fotovoltaikanlage: Künftig 40 Prozent der EEG-Umlage fällig Zur Großansicht
DPA

Installation einer Fotovoltaikanlage: Künftig 40 Prozent der EEG-Umlage fällig

Die Selbstversorgung mit Ökostrom wird für Hausbesitzer und Unternehmen offenbar unattraktiver: Die Bundesregierung will Medienberichten zufolge auch selbst erzeugten Ökostrom mit einer EEG-Umlage von 40 Prozent belegen.

Berlin - Bei der Ökostromreform soll nach Angaben aus dem Bundestag selbst erzeugte Elektrizität aus allen Quellen gleich behandelt werden. Die Umlage zur Förderung des Ökostroms werde ungeachtet der Erzeugungsart etwa 40 Prozent betragen, wie aus Kreisen der Energieexperten des Parlaments bekannt wurde. "Es läuft auf 40 Prozent zu", hieß es. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") berichtet, dass eine Umlage in dieser Höhe für Ökostrom geplant sei.

Aktuell wären das 2,5 Cent je Kilowattstunde, die alle Ökostromproduzenten bezahlen müssten - ganz gleich ob Privatmann, Handwerksbetrieb oder Industriekonzern. Darauf hätten sich die Unterhändler der großen Koalition mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geeinigt, berichtete die "FAZ". Die Regelung soll für alle Neuanlagen gelten, die ab 2015 ans Netz gehen.

Bisher hatte die Koalition geplant, dass energieintensive Großverbraucher der Industrie nur 15 Prozent, die übrigen Verbraucher 50 Prozent der EEG-Umlage auf selbst erzeugte und verbrauchte Elektrizität zahlen sollten. Die Umlage wird demnach auch Kleinerzeuger wie Haushalte treffen, die beispielsweise eine Fotovoltaikanlage auf einem Ein- und Zweifamilienhaus mit weniger als zehn Kilowatt Leistung installiert haben und weniger als zehn Megawattstunden verbrauchen. Diese sollten bisher von der Umlage ausgenommen bleiben.

Noch scheinen aber nicht alle Fragen beantwortet zu sein: Wie die "FAZ" schreibt, hätten mehrere Seiten betont, für eine abschließende Einigung seien noch Details zu klären. Dies soll bis Anfang nächster Woche geschehen. Das Gesetz, dessen Details derzeit beraten werden, soll Ende Juni beschlossen werden.

nck/Reuters/dpa

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insgesamt 450 Beiträge
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1. optional
Sonderlich 12.06.2014
Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, weshalb ich für etwas, was ich komplett selbst produziere und selbst verbrauche, irgendetwas bezahlen soll ... kann mir jemand den Rechtsgedanken dahinter erklären?
2. Prima!
sagittarius58 12.06.2014
.....mit der Nennung der Zahl 2015 wird es jetzt einen grossen PV Boom geben.Wir in der PV Branche freuen uns!
3. Der...
tempus fugit 12.06.2014
Zitat von sysopDPADie Selbstversorgung mit Ökostrom wird für Hausbesitzer und Unternehmen offenbar unattraktiver: Die Bundesregierung will Medienberichten zufolge auch selbst erzeugten Ökostrom mit einer EEG-Umlage von 40 Prozent belegen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oekostrom-hausbesitzer-mit-solaranlage-sollen-eeg-umlage-zahlen-a-974664.html
...tägliche Politwahnsinn: Wass gefördert werden soll - also EE-Stromerzeuger werden besteuert und was abgebaut/abgeschafft werden soll wird entlastet und seit Jahren den Bürgern aufgesattelt. Ne, Leute, da kommt noch eine Retourkutsche - denn: Geschichte wiederholt sich!
4. Na ja ...
docmillerlulu 12.06.2014
... dann wird es ja auch nicht mehr lange dauern bis wir die Atemluft-Steuer bekommen. Man sollte nicht meinen daß die Sozialen Kahlschläge von der CDU kommen, die übelsten Nackenschläge hat in den letzten Jahren die SPD verteilt. Im Prinzip haben wir jetzt eine "gleichgeschaltete" Regierung welche die Interessen des Kapitals umsetzt.
5. optional
appenzella 12.06.2014
Gilt das auch, wenn ich den selbst erzeugten Strom selbst verbrauche und nicht in das Stromnetz einspeise? Dann wäre es nämlich eine Gebühr für die Nutzung des Stromnetzes. Warum die Ausnahmen für großindustrielle Verbraucher? Das verstößt eklatant gegen den Gleichheitsgrundsatz und läßt die Wut gegen selbstherrliche und korrupte Politiker immer weiter steigen. Ich sach nur GEZ und ähnlichen Schwachsinn, anders ausgedrückt ständige Aushöhlung der Bürgerrechte. Man testet nicht nur, wieviel der Bürger sich gefallen läßt, man treibt den Abbau der Bürgerrecht immer weiter voran. Einsatz der Bundeswehr im Innern? Hebbt wi! Investititionsschutz der amerikanischen Industrie? Sollen sie kriegen, die Amis, sonst kriegen sie schlechte Laune. Ermittlungen wegen Abhören von Frau Merkels mobiltelephon? Das geht doch nicht, man ermittelt doch nicht gegen Freunde. Uswusf.
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Energiewende: Wie der Strom quer durch Deutschland kommt

EEG-Umlage
Was ist die EEG-Umlage?
Die EEG-Umlage ist das zentrale Förderinstrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wind-, Solar- und Biogasanlagen können am Markt noch nicht mit Kohle- und Atomkraftwerken konkurrieren. Damit sie trotzdem rentabel sind, wird solchen Kraftwerken der Strom zu einem fixen Preis abgenommen. Dieser liegt deutlich über dem Preis an der Strombörse EEX. Die Differenz von Börsenpreis und fixem Abnahmepreis zahlen die Verbraucher über ihre Stromrechnung.
Warum steigt die EEG-Umlage?
Das hat zwei Gründe. Erstens, weil die absolute Menge des Ökostroms steigt. Durch die Energiewende gehen eine große Menge neuer Ökostromanlagen ans Netz. Zweitens steigt die EEG-Umlage auch relativ. Das hat paradoxerweise mit sinkenden Strompreisen zu tun. Die erneuerbaren Energien erhöhen das Stromangebot in Zeiten großer Nachfrage und senken dadurch den Strompreis an der Börse. Wenn aber der Strompreis sinkt, dann steigt die Differenz zwischen dem tatsächlichen Strompreis und dem fixen Abnahmepreis, den Betreiber von Ökostromanlagen garantiert bekommen - und die Verbraucher per EEG-Umlage ausgleichen müssen.
Zahlen alle Verbraucher die EEG-Umlage?
Im Prinzip ja. Allerdings werden ausgerechnet die größten Stromfresser der Nation entlastet. Sie genießen den Schutz der sogenannten besonderen Ausgleichsregel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Laut dieser zahlen Firmen die volle EEG-Umlage nur für die ersten eine Million Kilowattstunden Strom, die sie verbrauchen. Für jede weitere Kilowattstunde zahlen sie nur noch zehn Prozent der EEG-Umlage, ab einem Verbrauch von zehn Millionen Kilowattstunden ist es nur noch ein Prozent, ab einem Verbrauch von 100 Millionen Kilowattstunden sind es noch 0,05 Cent. Beispiel: Die Trimet Aluminium AG verbraucht bei voller Auslastung 4,6 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr*. Die Aluminiumhütte muss also nur für rund 0,02 Prozent ihres Gesamtverbrauchs die volle EEG-Umlage zahlen.

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