6,24 Cent pro Kilowattstunde Ökostromumlage steigt auf Rekordwert

Die Verbraucher müssen sich auf höhere Strompreise einstellen. Die Ökostromumlage steigt auf 6,24 Cent. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet das Mehrkosten von etwa 35 Euro pro Jahr.

Windräder nahe Alt Zeschdorf (Brandenburg): EEG-Umlage steigt
DPA

Windräder nahe Alt Zeschdorf (Brandenburg): EEG-Umlage steigt


Hamburg - Die Umlage für Ökostrom wird um knapp einen Cent erhöht. Die über den Strompreis zu zahlende Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien wird für 2014 auf den Rekordwert von 6,24 Cent je Kilowattstunde festgesetzt, wie die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber am Dienstag mitteilten.

Die Stromkosten dürften für die Verbraucher deutlich steigen. Derzeit werden 5,3 Cent je Kilowattstunde fällig, die Steigerung beträgt damit 18,2 Prozent. Ein Durchschnittshaushalt mit 3500 kWh Verbrauch zahlt derzeit im Jahr 185 Euro. Künftig steigen die Ausgaben auf gut 220 Euro.

Die EEG-Umlage ist das zentrale Förderinstrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wind-, Solar- und Biogasanlagen können am Markt noch nicht mit Kohle- und Atomkraftwerken konkurrieren. Damit sie trotzdem rentabel sind, wird solchen Kraftwerken der Strom zu einem fixen Preis abgenommen. Dieser liegt deutlich über dem Preis an der Strombörse EEX. Die Differenz von Börsenpreis und fixem Abnahmepreis zahlen die Verbraucher über ihre Stromrechnung.

Die EEG-Umlage erhöht sich aus drei Gründen:

    • Durch die Energiewende gehen eine große Menge neuer Ökostromanlagen ans Netz. Die Menge des zu fördernden Ökostroms steigt dadurch.
    • Die EEG-Umlage steigt paradoxerweise auch, weil die Großhandelspreise an der Strombörse sinken. Die erneuerbaren Energien erhöhen das Stromangebot. Gleichzeitig versuchen die großen Versorger, ihre bestehenden Kraftwerke möglichst lange weiterzubetreiben. Die Folgen sind wachsende Überkapazitäten und ein sinkender Preis an der Strombörse. Dadurch steigt die Differenz zwischen dem Strombörsenpreis und dem garantierten fixen Abnahmepreis, die Verbraucher per EEG-Umlage ausgleichen müssen.
    • Zusätzlich steigen die Kosten für den einzelnen, weil immer weniger Verbraucher die volle EEG-Umlage zahlen. Ausgerechnet die größten Stromfresser der Nation werden durch Sonderregeln immer stärker entlastet. Laut Branchenverband BDEW tragen die Haushalte inzwischen 7,2 Milliarden Euro und die Industrie 6,1 Milliarden Euro zur Umlage bei; der Rest entfällt unter anderem auf Handel, Verkehr und öffentliche Einrichtungen.

Ursprünglich war ein noch stärkerer Anstieg der EEG-Umlage erwartet worden. Von bis zu 6,5 Cent war die Rede. Aber im September gab es überdurchschnittlich wenig Wind- und Solarstrom. Deshalb fällt die Erhöhung nun etwas moderater aus.

Indirekt profitiert auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) von der Erhöhung. Der Grund: Die Mehrwertsteuereinnahmen im Strombereich dürften deutlich zulegen, wie eine Berechnung der Nachrichtenagentur dpa ergab. Bei einem jährlichen Stromverbrauch in privaten Haushalten von derzeit 139 Terawattstunden und 1,19 Cent Mehrwertsteuer auf künftig 6,240 Cent Umlage summieren sich die Mehrwertsteuereinnahmen aus diesem Posten 2014 auf rund 1,65 Milliarden Euro. Bisher sind es rund 1,4 Milliarden.

cte/dpa

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insgesamt 1269 Beiträge
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Seite 1
manu1337 15.10.2013
1.
Was heisst denn hier "Rekordwert". Dann hatten wir ja bisher auch bei jeder Erhöhung einen "Rekord". Und in Zukunft auch..
Olaf 15.10.2013
2.
Zitat von sysopDPADie Verbraucher müssen sich auf höhere Strompreise einstellen. Die Ökostrom-Umlage steigt auf 6,2 Cent. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet das Mehrkosten von etwa 35 Euro pro Jahr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oekostrom-umlage-steigt-auf-6-2-cent-a-927858.html
Keine Sorge, die steigt auch noch weiter.
mannausbonn 15.10.2013
3. ganz im ernst ...
wenn ich mir die untätigkeit der regierung anschaue ... die verarschen doch den einfachen bürger einfach nur! wir zahlen fleissig die eeg-umlage und darauf packt der staat dann noch seine diversen steuern und freut sich über die "ungeplanten" mehreinnahmen. hat irgendwie was von wegelagerei ...
niela 15.10.2013
4. ist das ihr Ernst?
35 euro im Jahr? Ist das wirklich eine Meldung wert? Das ist doch albern.
ma_fer 15.10.2013
5. Ist doch nur für ein Jahr.
Keine Angst, dieser Rekordwert gilt nur für ein Jahr. Danach gibt es dann einen neuen, höheren.
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