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Energiewende: Ökostrom-Umlage steigt auf 6,3 Cent

Der Strompreis dürfte bald kräftig steigen: Wie Brancheninsider SPIEGEL ONLINE bestätigen, dürfte sich die Umlage für Ökostrom 2014 um einen Cent pro Kilowattstunde erhöhen. Für Verbraucher bedeutet das im Schnitt ein Kostenplus von 35 Euro im Jahr.

Hochspannungsleitung in Hamburg: Strompreis dürfte 2014 steigen Zur Großansicht
DPA

Hochspannungsleitung in Hamburg: Strompreis dürfte 2014 steigen

Hamburg - Die Umlage für Erneuerbare Energien (EEG-Umlage) wird auf gut 6,3 Cent je Kilowattstunde steigen. Das haben aktuelle Berechnungen der vier Übertragungsnetzbetreiber ergeben, wie SPIEGEL ONLINE aus Branchenkreisen erfuhr. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" diese Zahl genannt.

Die Stromrechnung dürfte deutlich steigen, wenn sie die Umlage wie berechnet auf 6,3 Cent erhöht. Derzeit werden 5,3 Cent je Kilowattstunde fällig, was einen Durchschnittshaushalt mit 3500 kWh Verbrauch im Jahr 185 Euro kostet. Küftig würden die Ausgaben auf gut 220 Euro steigen.

Die EEG-Umlage ist das zentrale Förderinstrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wind-, Solar- und Biogasanlagen können am Markt noch nicht mit Kohle- und Atomkraftwerken konkurrieren. Damit sie trotzdem rentabel sind, wird solchen Kraftwerken der Strom zu einem fixen Preis abgenommen. Dieser liegt deutlich über dem Preis an der Strombörse EEX. Die Differenz von Börsenpreis und fixem Abnahmepreis zahlen die Verbraucher über ihre Stromrechnung.

Die endgültige Umlage für 2014 wird am 15. Oktober von den vier Übertragungsnetzbetreibern bekanntgegeben. Die Kosten sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Wurden 2009 erst 5,27 Milliarden Euro über die Umlage auf die Strompreise aufgeschlagen, wären es nun rund 20 Milliarden Euro.

Soziale Kluft wächst

Die steigenden Ausgaben werden zu einem wachsenden sozialen Problem. Immer mehr Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger können ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen und sitzen teils zu Hause im Dunkeln. Nach Berechnungen des unabhängigen Vergleichsportals Verivox sind die Leistungen für Hartz-IV-Empfänger im Bereich Strom schon jetzt um mindestens 21 Prozent zu niedrig. Im kommenden Jahr dürfte die Kosten-Leistungs-Schere noch viel weiter auseinanderklaffen.

Die EEG-Umlage erhöht sich aus drei Gründen.

    • Durch die Energiewende gehen eine große Menge neuer Ökostromanlagen ans Netz. Die Menge des zu fördernden Ökostroms steigt dadurch.
    • Die EEG-Umlage steigt paradoxerweise auch, weil die Großhandelspreise an der Strombörse sinken. Die erneuerbaren Energien erhöhen das Stromangebot. Gleichzeitig versuchen die großen Versorger, ihre bestehenden Kraftwerke möglichst lange weiterzubetreiben. Die Folgen sind wachsende Überkapazitäten und ein sinkender Preis an der Strombörse. Dadurch steigt die Differenz zwischen dem Strombörsenpreis und dem garantierten fixen Abnahmepreis, die Verbraucher per EEG-Umlage ausgleichen müssen.
    • Zusätzlich steigen die Kosten für den einzelnen, weil immer weniger Verbraucher die volle EEG-Umlage zahlen. Ausgerechnet die größten Stromfresser der Nation werden durch Sonderregeln immer stärker entlastet. Laut Branchenverband BDEW tragen die Haushalte inzwischen 7,2 Milliarden und die Industrie 6,1 Milliarden Euro zur Umlage bei; der Rest entfällt unter anderem auf Handel, Verkehr und öffentliche Einrichtungen.

Ursprünglich war ein noch stärkerer Anstieg der EEG-Umlage erwartet worden. Von bis zu 6,5 Cent war die Rede gewesen. Aber im September gab es überdurchschnittlich wenig Wind- und Solarstrom. Deshalb fällt die Erhöhung nun etwas moderater aus.

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insgesamt 261 Beiträge
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1. 35 EURO im Jahr
Artgarfunkel 08.10.2013
das wird ganze Bevölkerungsteile, vermutlich mindestens 98,725 %, an den Rand des finanziellen Zusammenbruchs bringen. Dagegen erscheinen die Zahlungen und die geleisteten Bürgschaften für die Euro-Rettung geradezu lächerlich gering.
2.
Steuerzahler0815 08.10.2013
Das Volk will es doch so sonst wären die Grünen nicht in den Bundestag gewählt worden
3. Glueckwuensche
fernossi 08.10.2013
Die irrlichternde Energiewende traegt langsam Fruechte. Alles wie erwartet und oftmals prophezeit. Jetzt bitte nicht meckern, denn die grosse Mehrheit der Deutschen hat CDUSPDGruen ja zu fast 90% der Bundestagssitze gefuehrt.
4.
gog-magog 08.10.2013
Zitat von Steuerzahler0815Das Volk will es doch so sonst wären die Grünen nicht in den Bundestag gewählt worden
Die 35 Euro pro Familie im Jahr sind locker verkraftbar. Aber ob die nachfolgenden Generationen die Abermilliarden verkraften werden, die sie für die Hinterlassenschaften des Atomzeitalters auf 1 Million Jahre lang blechen müssen, das steht in den Sternen. Ich bezweifle dies.
5.
bumminrum 08.10.2013
die Energiewende ist grundsätzlich gut. Die konkrete Umsetzung ist jedoch diletantisch und ein Armutszeugnis der Politik.
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EEG-Umlage
Was ist die EEG-Umlage?
Die EEG-Umlage ist das zentrale Förderinstrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wind-, Solar- und Biogasanlagen können am Markt noch nicht mit Kohle- und Atomkraftwerken konkurrieren. Damit sie trotzdem rentabel sind, wird solchen Kraftwerken der Strom zu einem fixen Preis abgenommen. Dieser liegt deutlich über dem Preis an der Strombörse EEX. Die Differenz von Börsenpreis und fixem Abnahmepreis zahlen die Verbraucher über ihre Stromrechnung.
Warum steigt die EEG-Umlage?
Das hat zwei Gründe. Erstens, weil die absolute Menge des Ökostroms steigt. Durch die Energiewende gehen eine große Menge neuer Ökostromanlagen ans Netz. Zweitens steigt die EEG-Umlage auch relativ. Das hat paradoxerweise mit sinkenden Strompreisen zu tun. Die erneuerbaren Energien erhöhen das Stromangebot in Zeiten großer Nachfrage und senken dadurch den Strompreis an der Börse. Wenn aber der Strompreis sinkt, dann steigt die Differenz zwischen dem tatsächlichen Strompreis und dem fixen Abnahmepreis, den Betreiber von Ökostromanlagen garantiert bekommen - und die Verbraucher per EEG-Umlage ausgleichen müssen.
Zahlen alle Verbraucher die EEG-Umlage?
Im Prinzip ja. Allerdings werden ausgerechnet die größten Stromfresser der Nation entlastet. Sie genießen den Schutz der sogenannten besonderen Ausgleichsregel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Laut dieser zahlen Firmen die volle EEG-Umlage nur für die ersten eine Million Kilowattstunden Strom, die sie verbrauchen. Für jede weitere Kilowattstunde zahlen sie nur noch zehn Prozent der EEG-Umlage, ab einem Verbrauch von zehn Millionen Kilowattstunden ist es nur noch ein Prozent, ab einem Verbrauch von 100 Millionen Kilowattstunden sind es noch 0,05 Cent. Beispiel: Die Trimet Aluminium AG verbraucht bei voller Auslastung 4,6 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr*. Die Aluminiumhütte muss also nur für rund 0,02 Prozent ihres Gesamtverbrauchs die volle EEG-Umlage zahlen.


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