Österreich Zehntausende demonstrieren gegen Zwölf-Stunden-Tage

In Wien haben 80.000 Menschen gegen das geplante neue Arbeitszeitgesetz protestiert. Die Gewerkschaften kündigten Widerstand "mit allen Mitteln" an.

Demonstration des Österreichischen Gewerkschaftsbundes in Wien
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Demonstration des Österreichischen Gewerkschaftsbundes in Wien


Rund 80.000 Menschen haben nach Angaben der Polizei in Wien gegen die Einführung des Zwölf-Stunden-Tags demonstriert. "Wir werden Widerstand leisten mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen", sagte Wolfgang Katzian, Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, bei einer Kundgebung am Samstag.

Die rechtskonservative Regierung will mit einem neuen Arbeitszeitgesetz die Voraussetzungen für Zwölf-Stunden-Tage aufweichen und auch 60-Stunden-Wochen ermöglichen. Die Gewerkschaften sind dagegen. Das Gesetz soll am Donnerstag vom Parlament verabschiedet werden.

Österreichs Gewerkschaften wollen ein Referendum

Viel Streit gab es in den vergangenen Wochen vor allem über die Gründe, die Arbeitnehmer angeben müssen, wenn sie nicht mehr als zehn Stunden am Tag arbeiten wollen. Nachdem die beiden Regierungsparteien ÖVP und FPÖ diesbezüglich nachgegeben haben, sollen die Arbeitnehmer nun ohne Begründung die Mehrarbeit verweigern können.

Gewerkschafts-Chef Katzian forderte die Regierung auf, die Bürger in einem Referendum nach ihrer Meinung zum 12-Stunden-Tag sowie der 60-Stunden-Woche zu befragen.

pbe/dpa



insgesamt 37 Beiträge
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tinnytim 30.06.2018
1.
Das kommt davon, wenn man seine Parteien nur aus Bauchgefühl wählt und nicht das Kleingedruckte liest. Dass die FPÖ der FDP einmal gar nicht unähnlich war und die entsprechenden Programmschwerpunkte niemals abgelegt wurden, vergessen da manche bei ihren Animositäten gegen Ausländer allzu leicht.
LDaniel 30.06.2018
2. Demonstrieren
Demonstrieren konnten die Linken ja schon immer. Gute Politik eher nicht, wie man ja am Wahlergebnis sieht. Hier fürchtet einfach nur der größte Lobbyverband Österreichs (ÖGB) um seine Macht - zu SPÖ-Zeiten konnten sie Lobbyisten ja der Regierung ihr Programm diktieren...
knok 30.06.2018
3.
Mehr als 8 Stunden Arbeit am Tag/40 pro Woche machen krank, schaden der Wirtschaft und führen zu sozialen Unruhen. 12 Stunden? Ich dachte FPÖ und ÖVP setzen sich für Familien ein. Stattdessen tun sie das, was Konservative am besten können: Lügen.
kanadasirup 30.06.2018
4. Hoppla
60 Stundenwoche für Arbeiter? Das muss man mal einem Elektriker, Maurer oder Dachdecker beibringen. Die Leute die sich so einen Quark ausdenken sollten zu einem 3-monatigen Zwangspraktikum verpflichtet werden.
equigen 30.06.2018
5. Die AfD ist ja auch markt-radikal
... heute wurde am Parteitag diskutiert die funktionierende staaliche Rente abzuschaffen und auf private Vorsorge umzustellen. Weil die Riesterrente ja sooo suuuuper ist für die Versichterten... (Ironie aus - gut ist sie nur für die Versicherungsunternehmen. Hätte man das Geld in die staatliche Versicherung gesteckt wäre ein Vielfaches bei den Arbeitnehmern angekommen). Auch bei der AfD gilt: Die meisten die sie wählen wählen sie wegen der Abneigungen gegen Ausländer und Flüchtlinge und haben nicht die leiseste Ahnung was sonst im Parteiprogramm steht. Auf jeden Fall nicht Gutes für den „Kleinen Mann“ der die soziale Marktwirtschaft schätzt.
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