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31. Dezember 2012, 09:07 Uhr

EU-Kommissar

Oettinger prophezeit Deutschland noch 40 Jahre Atomstrom

Deutschland steigt aus der Atomenergie aus - und wird dennoch über Jahrzehnte Kernenergie beziehen, sagt Günther Oettinger. Der EU-Kommissar rechnet zudem mit steigenden Strompreisen in den kommenden fünf Jahren.

Düsseldorf - Wird der Atomausstieg in Deutschland ad absurdum geführt? Trotz der Energiewende werden die Verbraucher in Deutschland wohl noch jahrzehntelang Strom aus Kernkraftwerken beziehen, erwartet EU-Kommissar Günther Oettinger. "Wir werden auch in 40 Jahren noch Atomstrom im deutschen Netz haben", sagte der Energiekommissar der "Rheinischen Post". Er begründete dies damit, dass es in Europa immer noch 140 Atomkraftwerke gebe. "Die meisten Regierungen denken gar nicht daran, sie abzuschalten."

Oettinger hält auch neue Atomkraftwerke in Deutschland für möglich. "Die Erforschung der Kernfusion, die ebenfalls eine Form von Kernenergie ist, macht gerade große Fortschritte. Vielleicht wird diese Technik eines Tages in Deutschland akzeptiert", sagte er.

Die Bundesregierung hatte 2011 den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Spätestens 2022 soll der letzte deutsche Meiler vom Netz.

Oettinger zufolge müssen sich die deutschen Verbraucher noch mindestens fünf Jahre lang auf steigende Strompreise einstellen. "Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird der Strompreis deutlich schneller als die Inflation steigen", sagte er. Das sei ein neues Armutsrisiko. "Es wird demnächst auch in Deutschland viele Haushalte geben, die ihren Strom nicht mehr bezahlen können", sagte Oettinger.

yes/dpa/dapd

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