Offene Stellen: Jobmarkt verzeichnet Nachfrage-Schub im Dezember

In Deutschland werden wieder mehr Mitarbeiter gesucht: Laut einer Erhebung der Bundesagentur hat sich die Zahl der Stellenangebote im Dezember 2009 deutlich erhöht. Die Jahresbilanz fällt dennoch düster aus: Die Zahl der Erwerbslosen ist erstmals seit vier Jahren gestiegen.

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ddp

Jobagentur-Aushang in Dresden: Mehr offene Stellen im Dezember

Nürnberg/Wiesbaden - Die Lage am Jobmarkt hat sich zum Jahresausklang 2009 etwas verbessert. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit legte im Dezember im Vergleich zum Vormonat um zwei Punkte zu. Er steht nun bei 129 Zählern, wie die Jobbehörde am Montag in Nürnberg mitteilte. Es ist der vierte Anstieg in Folge.

Zwar liegt der Index noch immer 21 Punkte unter dem Wert vom Dezember 2008. Der Vorjahresabstand habe sich gegenüber den vergangenen Monaten aber verbessert, erklärte die Bundesagentur. Zum Jahreswechsel 2005/2006 lag das Stellenbarometer mit 124 Punkten auf einem ähnlich niedrigen Niveau.

Der Index der Bundesagentur beruht auf den aktuellen Stellenangeboten der Unternehmen. Seinen bisherigen Höchststand erreichte er im Februar und April 2007 mit jeweils 188 Punkten, den tiefsten Stand im Dezember 2004 mit 95 Punkten.

Die aktuellen Arbeitslosenzahlen für Dezember und das Gesamtjahr 2009 gibt die Behörde am Dienstag bekannt. Im November war die Zahl der Menschen ohne Job um 13.000 auf 3,215 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote hatte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent verringert.

Beschäftigung sinkt erstmals seit 2005

Schon jetzt lässt sich sagen: Insgesamt fällt die Jahresbilanz des deutschen Jobmarkts düster aus. Im Krisenjahr 2009 sank die Beschäftigung erstmals seit vier Jahren. Im Durchschnitt waren rund 40,15 Millionen Menschen mit Wohnsitz in Deutschland erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt am Montag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Das entspricht einem Rückgang um 72.000 Menschen oder 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2008 hatte die Erwerbstätigenzahl mit 40,22 Millionen ihren Höchststand seit der Wiedervereinigung erreicht.

Gleichzeitig stieg die Zahl der Erwerbslosen im Jahresdurchschnitt 2009 um 169.000 auf 3,31 Millionen. Damit waren nach den Angaben 5,4 Prozent mehr Menschen erwerbslos als 2008. Angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes fiel dieser Anstieg schwächer aus als befürchtet.

Hauptgrund ist die massive Ausweitung der Kurzarbeit. Auch der Abbau von Überstunden und das Abschmelzen von Guthaben auf Arbeitszeitkonten haben die Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt abgefedert.

Auch 2009 wuchs die Bedeutung des Dienstleistungsbereichs für den deutschen Arbeitsmarkt. Fast drei Viertel aller Erwerbstätigen waren in diesem Sektor beschäftigt, dessen Anteil an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen sich von 59,5 Prozent im Jahr 1991 auf nun 73 Prozent erhöhte. In der Land- und Forstwirtschaft waren 2009 noch 2,1 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigt, im Baugewerbe 5,5 Prozent und in der Industrie 19,4 Prozent.

1991 hatte noch fast jeder Dritte (29,3 Prozent) einen Arbeitsplatz in der Industrie. Allein im vergangenen Jahr verringerte sich der Anteil dieses Sektors aufgrund der konjunkturbedingten Beschäftigungsverluste um 0,5 Prozentpunkte.

ssu/APD

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Forum - War Hartz IV hilfreich bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit?
insgesamt 8401 Beiträge
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1.
ender, 23.12.2009
Zitat von sysopWenige Gesetze sind bis heute so umstritten wie das Hartz-IV-Regelwerk. Die Politik rechtfertigte die Einführung mit dem Nutzen, den Hartz IV angeblich beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit bringen sollte. War Hartz IV in dieser Hinsicht tatsächlich effizient?
Nein. Wesentlich effizienter waren die vielen Änderungen bei der statistischen Erfassung der Arbeitslosigkeit, sowie die 1-Euro-Jobs und die Null-Euro-Jobs.
2. Auf jeden Fall
martinius26 23.12.2009
Ein voller erfolg. - Weniger Flaschen auf unseren Straßen, denn diese werden ja nun von den Hartz 4 empfängern aufgeräumt damit Sie was zum Leben haben. - Die Einkünfte wurden verringert. - Die Unternehmen ersetzen Vollzeitarbeitsplätze durch TZ Stellen, Leih und Zeitarbeiter. - Der Druck wurde vergrößert sich nun noch mehr vom Arbeitgeber Schikanieren zu lassen. - Man wird als Hartz 4 Empfänger wie ein asozialer behandelt. - Die klammen Kommunen können viele Ihrer arbeiten durch 1 Euro jobber erledigen lassen. - Die Statistiken zu den Arbeitslosenzahlen sehen jetzt natürlich super aus. - Man hat ( aus meiner Sicht ) nun gar keinen Anreiz mehr sich selber etwas aufzubauen wie z.b ein Immobilienkauf oder die Vorsorge fürs alter, abegesehen vom Geld unter der Matratze. - Die Altersarmut wird durch die entstandenen Stellen der Leih und Zeitarbeiter und Minijobber der Wahnsinn werden, denn da kommt ja nichts zusammen. - Es ist ein Traum Vollzeit arbeiten zu gehen und muss trotzdem aufs Amt laufen und sich seinen Lohn aufstocken lassen. Also alles in allen ein toller Erfolg!!!!
3.
Ion, 23.12.2009
Zitat von sysopWenige Gesetze sind bis heute so umstritten wie das Hartz-IV-Regelwerk. Die Politik rechtfertigte die Einführung mit dem Nutzen, den Hartz IV angeblich beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit bringen sollte. War Hartz IV in dieser Hinsicht tatsächlich effizient?
Bei der "Bekämpfung" der Arbeitslosen, ja, bei der "Bekämpfung" der Arbeitslosigkeit, nein
4. ooo
MarkH, 23.12.2009
Zitat von sysopWenige Gesetze sind bis heute so umstritten wie das Hartz-IV-Regelwerk. Die Politik rechtfertigte die Einführung mit dem Nutzen, den Hartz IV angeblich beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit bringen sollte. War Hartz IV in dieser Hinsicht tatsächlich effizient?
ICh kapiere ehrlich gesagt auch nicht, was an Hartz4 schlecht sein soll. Schlecht ist nur die Umsetzung... als Bürgergeld wäre Hartz4 wahrscheinlich in Ordnung. Und wenn dann Mindestlöhne & X gezahlt werden, setzt sich der Bürger schon wieder in die Bewegung... auch ohne ARGE
5.
lupenrein 23.12.2009
Die Bundesanstalt für Arbeit ist eine Mangelverwaltungsbehörde, eine bürokratische Krake. Den Mangel selbst kann sie natürlich nicht beheben, höchstens beschönigen, verharmlosen, vertuschen.
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