Teure Offshore-Energie Kunden sollen für Windstrom draufzahlen

Verbraucher müssen womöglich einen höheren Preis für Offshore-Windstrom entrichten. Die Bundesregierung erwägt laut "FAZ" einen Aufschlag auf die Stromrechnung, mit dem die Energieerzeugung vor den Küsten von Nord- und Ostsee subventioniert werden soll.

Offshore-Windpark "Alpha Ventus": Probleme mit der Anbindung
DPA

Offshore-Windpark "Alpha Ventus": Probleme mit der Anbindung


Berlin - Der Ausbau von Windkraftanlagen vor der deutschen Küste stockt. Einer der Hauptgründe: Die Anbindung der Windparks an das Stromnetz ist kompliziert - es mangelt an Anschlussmöglichkeiten und immer wieder werden Leitungen beschädigt. Wenn die Anlagen dann zwar Strom erzeugen, aber nicht ins Netz einspeisen können, haftet dafür bisher der Netzbetreiber. Die Bundesregierung will das jetzt ändern.

Das Bundeswirtschaftsministerium erwägt die Einnahmeausfälle der Unternehmen mit einer neuen Umlage auf den Strompreis zu kompensieren, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") unter Berufung auf einen entsprechenden Verordnungsentwurf. Demnach bekäme der Netzbetreiber bei einer Unterbrechung ab dem 15. Tag 80 Prozent der entgangenen Einspeisevergütung erstattet. Der Betreiber könne die Kosten dann mittels der neuen "Offshore-Anbindungs-Umlage" auf die Stromrechnung überwälzen. Dort würde dieser Betrag extra ausgewiesen, so dass die Kunden erkennen können, wie hoch diese Umlage ausfällt.

Bisher haften die Netzbetreiber für die Ausfälle, die hohen Risiken in dreistelliger Millionenhöhe sind nur teilweise versicherbar - was die Wirtschaftlichkeit der Investitionen verschlechtert. Darum hatte der für die Nordsee-Anbindung verantwortliche Netzbetreiber Tennet gedroht, den Ausbau einzustellen. Um das zu verhindern und die Energiewende nicht noch weiter zu verzögern, hat die Regierung nun laut "FAZ" zugesagt, noch vor der Sommerpause die Haftung zu begrenzen.

Welche Kosten der Netzbetreiber abwälzen kann, soll dem Bericht zufolge davon abhängen, wer einen Schaden wie stark verschuldet hat. Bei grober Fahrlässigkeit betrüge der Eigenanteil 25 Prozent, bei vorsätzlichem Handeln müsste er die Kosten ganz übernehmen. Auch soll der Netzbetreiber eine Versicherung abschließen müssen. Um deren Beitrag würde im Schadensfall die Beteiligung der Stromkunden kleiner ausfallen.

nck/dpa/afp

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insgesamt 244 Beiträge
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nocreditoexperto 16.05.2012
1. Das bedeutet Subvention der Stromkonzerne
Offshore-Windanlagen verlangen riesige Investitionen - nur Energie - Konzerne können das leisten. Dehalb fördert Merkel diese mit Subventionen - als Wiedergutmachung für den Ausstieg aus der Atomenergie. Ein Skandal!!
klokschieter99 16.05.2012
2. Schlimm!
Die aktuelle Energiepolitik ist eine einzige Katastrophe. Da fällt einem nichts mehr dazu ein...
prontissimo 16.05.2012
3. Das Pendent zur Atomindustrie ?
Zitat von sysopDPAVerbraucher müssen womöglich einen höheren Preis für Offshore-Windstrom entrichten. Die Bundesregierung erwägt laut "FAZ" einen Aufschlag auf die Stromrechnung, mit dem die Energieerzeugung vor den Küsten von Nord- und Ostsee subventioniert werden soll. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,833436,00.html
dendrocopos 16.05.2012
4. Genau!
Zitat von nocreditoexpertoOffshore-Windanlagen verlangen riesige Investitionen - nur Energie - Konzerne können das leisten. Dehalb fördert Merkel diese mit Subventionen - als Wiedergutmachung für den Ausstieg aus der Atomenergie. Ein Skandal!!
Soll sich doch jeder Bürger sein eigenes Windkraftwerk häkeln! War doch klar, dass der (unnötige) Atomausstieg uns teuer zu stehen kommt, was dachten denn Sie :p Haben Sie auch einen "Atomkraft, nein danke" Aufkleber am Auto?
fernossi 16.05.2012
5. Zahlungsbereitschaft
Muss ich eigentlich auch zahlen, wenn ich expressis verbis nur Atomstrom verbrauchen will oder werden derartige Minderheitenwuensche nicht respektiert?
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