Belastung für Besserverdiener Scholz erwägt Spitzensteuersatz von 45 Prozent

Finanzminister Scholz kann sich offenbar eine Anhebung des Spitzensteuersatzes vorstellen. Dabei wollte die GroKo eigentlich auf Steuererhöhungen verzichten.

Finanzminister Olaf Scholz
ADAM BERRY/EPA-EFE/REX

Finanzminister Olaf Scholz


Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat eine höhere Besteuerung von Topverdienern ins Spiel gebracht. Ein Anstieg des Spitzensteuersatzes um drei Punkte auf 45 Prozent wäre gerecht, sagte Scholz laut einem Vorabbericht der Wochenzeitung "Die Zeit".

Der Spitzensteuersatz habe zu Zeiten des Kanzlers Kohl mal bei 56 Prozent gelegen, heute seien es nur noch 42 Prozent, sagte Scholz der Zeitung.

Die Große Koalition hat sich zum Ziel gesetzt, auf Steuererhöhungen zu verzichten. Die Union dringt nun aber auf die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlages in dieser Legislaturperiode und will bei der anstehenden Revision der Arbeit der Koalition im Herbst generell Steuerentlastungen zum Thema machen.

Die SPD hatte schon in den Koalitionsverhandlungen angeboten, dass eine komplette Soli-Abschaffung mit einer Anhebung des Spitzensteuersatzes gegenfinanziert werden könnte. Im vergangenen Jahr fielen schätzungsweise knapp drei Millionen Menschen unter den Spitzensteuersatz.

Forderungen nach steuerlichen Entlastungen für Unternehmen hatte der Finanzminister noch am Dienstag abgelehnt. "Steuersenkungen zu versprechen, für die es keine Gegenfinanzierung gibt, ist unredlich und schafft kein Vertrauen", sagte er bei einer Veranstaltung des Bundes der Steuerzahler.

fek/Reuters



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DonG 30.01.2019
1.
Die Alternative zu Steuersenkungen für Unternehmen sind also Steuererhöhungen für gutverdienende Privatleute. Wiesso ist der gutverdienende Spezialist im Angestelltenverhältnis eigentlich die Melkkuh der Nation während Selbstständige sich arm rechnen.
th.lud 30.01.2019
2. Soli gehört schon längst abgeschafft
Der Soli gehört schon längst abgeschafft, ohne wenn und aber !! Er hat keine Berechtigung mehr... Aber klar, muss dann eine andere Steuer wieder rauf. Sehr erbärmlich einfach in diesen Hochkonjunktur-Zeiten !!
phillyst 30.01.2019
3. Die SPD
legt scheinbar großen Wert darauf, von keinem mehr wählbar zu sein. Und wenn man schon den Spitzensteuersatz aus den Zeiten von Helmut Kohl heranzieht sollte man allerdings auch erwähnen, dass das zum damaligen Erreichen des Spitzensteuersatzes notwendige Bruttoeinkommen gemessen an der Kaufkraft wesentlich höher war als heute (und auch wahrscheinlich wesentlich weniger Menschen betroffen waren, ihn zu bezahlen). Freunde, wenn ihr so weiter macht werdet ihr zu den nächsten Wahlen vielleicht sogar von der FDP überholt.
frandiet.d 30.01.2019
4. Frage:
Berichtet bitte bei welchem Betrag der Spitzensteuersatz zum Tragen kommt. Die SPD will wie üblich die 17% der Arbeitnehmer, die bereits über 80% der Einkommenssteuer beisteuern bestrafen. Wenn die so weiter machen scheitern sie bald an der 5% Hürde. Also SPD "weiter so"
tinnytim 30.01.2019
5.
Konstruktiver Vorschlag, bevor das gleich wieder ausartet wie beim Tempolimit: Wie wäre es, wenn man die Bemessungsgrenze für 42% etwas anhebt, da es ja nun auch schon viele Facharbeiter bei der aktuellen Grenze von 55.000 Euro jährlich betrifft (vielleicht 60.000) und zusätzlich eine weitere Gruppe mit 45% ab - Schuss ins blaue - 75.000 Euro einführt
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