Altersvorsorge Finanzminister Scholz will Rentenbeiträge und Steuern erhöhen

Finanzminister Scholz will das Rentenniveau nach 2025 stabil halten. Doch dafür muss der SPD-Politiker etliche Milliarden Euro auftreiben. Nach SPIEGEL-Informationen wird im Ministerium bereits über Steuererhöhungen nachgedacht.

Olaf Scholz
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Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) ist nach SPIEGEL-Informationen dazu bereit, für die Stabilisierung des Rentenniveaus die Beiträge zur Alterssicherung und die Steuern kräftig zu erhöhen. Ein höheres Renteneintrittsalter lehnt er dagegen ab.

In Kreisen des Finanzministeriums hieß es, die Steuern müssten erhöht werden, um den steigenden Rentenzuschuss aus der Bundeskasse zu finanzieren. Im Haus von Minister Scholz kursieren dazu schon konkrete Vorschläge. So könnte der bereits beschlossene Abbau des Solidaritätszuschlags wieder rückgängig gemacht werden. Er hat ein Aufkommen von insgesamt etwa 20 Milliarden Euro. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Dieses Geld könnte von 2025 an in das Alterssicherungssystem fließen. Denkbar ist nach den Überlegungen auch eine höhere Mehrwertsteuer. Jeder Prozentpunkt zusätzlich bringt dem Fiskus bis zu zwölf Milliarden Euro an Mehreinnahmen.

Das Finanzministerium reagierte am Freitag auf die SPIEGEL-Informationen: "Es gibt keine Berechnungen zu den Überlegungen des Ministers und auch keine Pläne, den Abbau des Solidaritätszuschlags zu kippen", sagte ein Sprecher.

Die Finanzierungsanstrengungen werden insgesamt notwendig, weil die Stabilisierung des Rentenniveaus einen beispiellosen Kraftakt bedeutet. Experten gehen davon aus, dass die Rentenkassen im Jahr 2040 - bis dahin will Scholz das Rentenniveau garantieren - zusätzlich rund 100 Milliarden Euro brauchen würden.

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Steuern, Rente, Hartz IV: Was hinter dem Kurswechsel der SPD steckt Im Video: Alt, arm, kriminell - Wenn die Rente nicht zum Leben reicht

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insgesamt 335 Beiträge
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Seite 1
loncaros 24.08.2018
1.
Aber ich zahl doch gern die Zeche für die Rente in den nächsten 20 Jahren, ganz besonders in dem Wissen dass ich dann in 30 Jahren nicht in den Genuss einer Rente kommen werde. Wir brauchen ein neues Konzept für die Altersvorsorge, keine Lastenerhöhung um den schlechtesten Teil des Systems möglichst lange am Leben zu halten.
spon_leser2892 24.08.2018
2. Sozies kennen nur eine Richtung - Steuern rauf
48 Milliarden Steuern Überschuss - Rekordsteuereinnahmen. Und was machen die Sozies? Denken über Erhöhungen nach - unglaublich. Wir haben die höchste Abgabenlast in der EU und gleichzeitig das geringste Pro Kopf Vermögen. Die SPD auf dem Weg zu 10% - läuft!
m.sc. 24.08.2018
3. Steueroasen
ich hätte es fair gefunden, wenn zunächst Mal ernste Konsequenzen z.b. aus den Panama papers gezogen werden und Steuerschlupflöcher geschlossen werden. andernfalls hab ich kein Verständnis für Steuererhöhungen. es wäre schön wenn es eine Partei in Deutschland gäbe, die sozial wäre und demokratisch wäre auch noch gut.
Crom 24.08.2018
4.
Dann lieber die Rente senken. Die aktuelle Rentengeneration gehört doch eh zu denen, die es in der Geschichte Deutschland bisher am besten ging. Warum soll die nichts beitragen?
Achmuth_I 24.08.2018
5. Steuererhöhungen - beinahe korrekt
Leider ist es wieder so, dass die jungen noch mehr für Ihre Arbeit belastet werden solen, damit sich die älteren ein gutes Leben machen können. Wesentlich besser wäre es wenn endlich auch Kapitalerträge sozialversicherungspflichtig würden. Es kann nicht gutgehen wenn der Teil des Vermögens welcher immer größer wird von der Sozialfürsorge ausgenommen bleibt.
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