Wegen US-Sanktionen Oligarch Deripaska will keine Staatshilfe

Dem russischen Unternehmer Oleg Deripaska machen die US-Sanktionen schwer zu schaffen. Dennoch will der Milliardär keine Staatshilfe in Anspruch nehmen. Es handele sich um "Knebelbedingungen".

Oleg Deripaska
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Oleg Deripaska


Der von US-Sanktionen betroffene russische Oligarch Oleg Deripaska und sein Unternehmen Rusal verzichten vorerst auf Staatshilfe. "Es handelt sich um derartige Knebelbedingungen, dass die Firma diese Form der Hilfe ablehnt", sagte ein Sprecher des Aluminiumproduzenten der Agentur Interfax. Wie die Agentur unter Berufung auf eine ungenannte Quelle weiter meldete, verzichten auch die übrigen Firmen des Milliardärs auf Geld vom Staat.

Rusal ist der größte Aluminiumproduzent außerhalb Chinas. Deripaska hatte im April Staatshilfe beantragt, nachdem er von den USA mit Sanktionen belegt worden war. Unter anderem wurde sein Vermögen in den USA eingefroren. Washington wirft dem Oligarchen vor, sich an einer autoritären und gegen den Westen gerichteten Politik des Kremls zu bereichern.

Finanzminister Anton Siluanow hatte angekündigt, dass die staatliche Promswjasbank den Betroffenen kurzfristig Kredite bereitstellen könne. Gleichzeitig betonte er, dass die Unternehmen keine besonderen Bedingungen erhielten und es keine Staatsgarantie gebe. Insgesamt haben Firmen, die von den Sanktionen betroffen sind, bisher 100 Milliarden Rubel (rund 1,4 Milliarden Euro) Staatshilfe beantragt.

Zuvor hatte die Promswjasbank bereits der Renova-Gruppe des Unternehmers Wiktor Wekselberg zwei Milliarden US-Dollar (1,7 Milliarden Euro) zur Verfügung gestellt. Berichten zufolge soll der Kredit unter normalen Marktbedingungen erteilt worden sein. Dazu sei Deripaska aber nicht bereit gewesen.

hej/dpa-AFX



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