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Vorbild Euro-Zone: Ostafrika strebt Währungsunion an

Die fünf Präsidenten der Ostafrikanischen Gemeinschaft: Vorbild Euro-Zone Zur Großansicht
AP/dpa

Die fünf Präsidenten der Ostafrikanischen Gemeinschaft: Vorbild Euro-Zone

Die fünf ostafrikanischen Staaten Kenia, Tansania, Uganda, Ruanda und Burundi wollen sich eine gemeinsame Währung geben. Mit der Währungsunion für insgesamt rund 135 Millionen Menschen sollen der Handel vereinfacht und ausländische Investoren angezogen werden.

Nairobi/Kampala - Die fünf Staaten der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) möchten nach dem Vorbild der Euro-Zone eine gemeinsame Währungsunion schaffen. "Wir haben nun den notwendigen Rahmen, um das Versprechen einer Integration einzulösen", sagte der Präsident Kenias, Uhuru Kenyatta, laut einer Mitteilung des Präsidialamtes in Nairobi nach Unterzeichnung eines entsprechenden EAC-Abkommens.

Eine einheitliche Währung in Burundi, Kenia, Ruanda, Tansania und Uganda binnen der kommenden zehn Jahre werde maßgeblich zum wirtschaftlichen Wachstum der Region und zu ihrer Attraktivität für Auslandsinvestitionen beitragen, sagte Kenyatta. Die Währungsunion soll - ähnlich wie beim Euro - über eine gemeinsame Zentralbank gelenkt werden. Die Länder, die zum Teil über erhebliche Öl- und Gasvorkommen verfügen, wollen auch ihre Finanz- und Währungspolitik angleichen.

Kenias Staatschef wurde am Samstag auf dem EAC-Gipfel in Kampala auch zum neuen Vorsitzenden der Staatengemeinschaft mit insgesamt etwa 135 Millionen Einwohnern gewählt.

In Ostafrika ebenso wie anderen Teilen des Kontinents gibt es mehr als ein Dutzend sich zum Teil überschneidende regionale Wirtschaftsgemeinschaften. Wichtige Ziele wie die Intensivierung des innerafrikanischen Handels oder der Abbau der Zoll- und Grenzhemmnisse wurden bisher nur sehr begrenzt erreicht. Auch die EAC hat schon seit 2005 eine Zollunion und seit 2010 einen gemeinsamen Markt im Visier.

Zwischen den EAC-Staaten gibt es allerdings noch immer heftige politische Spannungen: Tansania und Burundi beschuldigten jüngst Kenia, Uganda und Ruanda, mit einem gemeinsamen Visum für Ausländer die Gemeinschaftsidee zu verletzen.

Der Finanzexperte Kenneth Kitariko von der Investmentberatungsfirma African Alliance Uganda sagte, bis zur Umsetzung der Pläne sei es noch ein weiter Weg. Für einige der beteiligten Länder könnten die Hürden zu hoch sein, die als gemeinsame Grundlagen für eine solche Union noch ausgestellt werden müssten.

nck/dpa/Reuters

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Entscheidung in die richtige Richtung
raber 01.12.2013
Kenne keine Einzelheiten zu den Ländern, aber das sie sie schon einmal bei solch einem Thema einig sein sollen, erscheint mir wie ein Riesenfortschritt.
2. Stärke
lapislaz 01.12.2013
Ich hoffe nur, dass das Länder mit halbwegs identischer Wirtschaftskraft sind. Sobald es aber für ein Land besser sein wird abzuwerten oder für ein anderes aufzuwerten, zeigt sich die Schwäche einer Einheitswährung, wie wir Europäer aus eigener Erfahrung schmerzhaft lernen mussten.
3.
muellerthomas 01.12.2013
Zitat von lapislazIch hoffe nur, dass das Länder mit halbwegs identischer Wirtschaftskraft sind. Sobald es aber für ein Land besser sein wird abzuwerten oder für ein anderes aufzuwerten, zeigt sich die Schwäche einer Einheitswährung, wie wir Europäer aus eigener Erfahrung schmerzhaft lernen mussten.
Die Notwendigkeit der Auf- oder Abwertung ergibt sich nicht per se aus wirtschaftlicher Stärke bzw. Schwäche, sondern aus im Verhältnis zum Produktivitätsfortschritt zu geringen bzw. zu hohen Lohnerhöhungen.
4. Kenia dürfte dort
Marcus_XXL, 01.12.2013
quasi die Rolle Deutschlands zufallen. Der KSH war die letzten Jahre ausgesprochen stark. Auch gegen Dollar und Euro hat er sich seit Anfang 2000 gut behauptet. Als Kenianer mir Sparguthaben würde bei mir schon die Überlegung einer OstAfrikaWährung Bauchschmerzen verursachen.
5. Wahrscheinlich eine gute Idee
KnoKo 01.12.2013
Und ein gutes Beispiel dafür, wie man es besser nicht macht, gibt es auch. Sofern man denn aus den Fehlern anderer lernen möchte. 4. Versuch und gleichzeitig eine Frage an die Zensoren: was genau ist an dem Beitrag im Sinne der Forenregeln beanstandenswert?
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