Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Ex-VW-Manager: Hartz fordert mehr Geld für Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

Peter Hartz (Archivbild): "Dann brauchen Sie ganz andere Summen" Zur Großansicht
DPA

Peter Hartz (Archivbild): "Dann brauchen Sie ganz andere Summen"

Peter Hartz rüstet zum Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit in der EU. Sein Experten-Team beziffert den finanziellen Bedarf dafür auf rund 215 Milliarden Euro. Das Geld will der Ex-VW-Manager über die Finanzindustrie eintreiben.

Saarbrücken - Die Initiative hört auf den Namen Europatriates: Der ehemalige VW-Manager und Arbeitsmarktreformer Peter Hartz hat ein Konzept gegen die europaweite Jugendarbeitslosigkeit vorgelegt.

Ziel des Programms ist, dass sich Jugendliche mithilfe einer Talentdiagnostik ihrer Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen bewusst werden. Parallel dazu hätten die Forscher ein System entwickelt, das den Bedarf an festgelegten Dienstleistungsberufen in einzelnen europäischen Regionen ermittele. So soll später ein Jugendlicher temporär auf einen passenden Arbeitsplatz in einem anderen Land vermittelt werden können.

Entsprechende Netzwerke sind den Angaben zufolge aber erst im Aufbau. Im Gastland könnten die Jugendlichen dann Berufserfahrung sammeln, die sie später im eigenen Land einsetzen könnten, sagte Hartz zum Auftakt eines internationalen Kongresses in Saarbrücken.

Mehr als fünf Millionen junge Leute ohne Job seien das "heißeste und emotionalste Thema" in Europa, sagte Hartz. Die Jugendgarantie der EU sei zwar "eine sehr gute Sache", aber in der Umsetzung mangelhaft.

Hartz-Experten beziffern Bedarf auf 215 Milliarden Euro

Bemerkenswert sei vor allem der Investitionsstau bei der Jugendarbeitslosigkeit. Vonseiten der Europäischen Kommission gebe es derzeit Summen um die "sechs oder neun Milliarden Euro", um der Jugendarbeitslosigkeit entgegenzutreten, sagte Hartz. "Das ist eine große Zahl. Aber wenn Sie das Problem der Jugendarbeitslosigkeit lösen wollen, dann brauchen Sie ganz andere Summen, ganz andere Ressourcen", sagte der ehemalige Volkswagen-Manager. Seine Expertenrunde sei auf eine Summe von etwa 215 Milliarden Euro gekommen. In Deutschland seien dabei 13,52 Milliarden Euro nötig, um die Arbeitslosigkeit der Unter-25-Jährigen zu beseitigen.

Im Europatriates-Konzept soll das Geld zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit über ein neues Wertpapier eingetrieben werden, mit dem Ausbildungszeit verbrieft werden soll. Das Papier solle wie eine Art "moderner Schatzbrief" funktionieren, erklärte Hartz. "Damit wäre die Finanzindustrie mit im Boot und man könnte so die Finanzierung sicherstellen", sagte er. Details zu dem Finanzprodukt sollten auf dem Kongress erörtert werden.

Die Jugendarbeitslosigkeit in der EU lag im Jahr 2013 laut Statistikbehörde Eurostat im Durchschnitt bei 18,8 Prozent. In südeuropäischen Krisenländern wie Spanien oder Griechenland ist der Anteil arbeitsloser junger Menschen jüngsten Angaben zufolge mit 50 bis 60 Prozent allerdings deutlich höher.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten als Reaktion auf die Zahlen die sogenannte Jugendgarantie beschlossen. Danach sollen arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren binnen vier Monaten ein Angebot für einen Job, eine Ausbildung oder ein Praktikum bekommen.

bos/dpa/AFP

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 36 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Der Mann ist eine Frechheit
kaiserudo 23.06.2014
Zitat von sysopDPAPeter Hartz rüstet zum Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit in der EU. Sein Experten-Team beziffert den finanziellen Bedarf dafür auf rund 215 Milliarden Euro. Das Geld will der Ex-VW-Manager über die Finanzindustrie eintreiben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/peter-hartz-bekaempft-jugendarbeitslosigkeit-im-programm-europatriates-a-976970.html
Das so einer wie Hartz sich nochmal zu Deutschland äußern darf. Seine nach ihm benannte hartz4 Reform hat in Deutschland einen billiglohnsektor kreiert und Deutschland in eine sklavenhaltergesellschaft verwandelt. Der soll sich geschlossen halten und auswandern.
2. Gegen das Vergessen
women_1900 23.06.2014
" Der Gesamtschaden dieser Schmiergeld-Affäre beträgt 2,6 Millionen Euro, wovon Hartz fast zwei Millionen Euro an den damaligen Chef des Betriebsrats Klaus Volkert gezahlt hatte. Das Landgericht Braunschweig folgte den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidiger und verhängte am 25. Januar 2007 wegen Untreue und Begünstigung des VW-Betriebsratschefs eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen a 1600 € (insgesamt also 576.000 €). Im Rahmen der Strafzumessung wurde das volle Geständnis strafmildernd berücksichtigt. Auf die Vernehmung einer Reihe von Zeugen konnte, aufgrund des vollumfänglichen Geständnisses, verzichtet werden." http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Hartz Peter Hartz war ein korrupter Personaler, der zu geizig war, die brasilianische Prostituierte selbst zu bezahlen. Genau dieser Peter Hartz sollte sich ganz still schweigend verhalten. Natürlich kommt er jetzt wieder aus allen Ecken & Ritzen. Das ist typisch: nach Skandalen, Affairen lassen all die Leute ein paar Jahre verstreichen und melden sich dann iweder schlau redend zurück. Das sollte sich dieses Volk hier einfach nicht mehr bieten lassen.
3.
Luscinia007 23.06.2014
Zitat von sysopDPAPeter Hartz rüstet zum Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit in der EU. Sein Experten-Team beziffert den finanziellen Bedarf dafür auf rund 215 Milliarden Euro. Das Geld will der Ex-VW-Manager über die Finanzindustrie eintreiben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/peter-hartz-bekaempft-jugendarbeitslosigkeit-im-programm-europatriates-a-976970.html
Dieses System gab es schon in früheren Jahrhunderten. Man nannte es Verdingkinder (http://de.wikipedia.org/wiki/Verdingung) oder Schwabenkinder (http://https//de.wikipedia.org/wiki/Schwabenkinder). Dass der Mensch nur eine Ware ist, deren Arbeitskraft bestmöglichst ausgenutzt wird, ist ja altbekannt. Arbeitnehmervertreter können je nach Bedarf u.U. geschmiert werden. Aber aktuell genossen Kinder und Jugendliche noch einen bestimmten Schutz. Jetzt ist es wieder nur eine Frage der effektiven Logistik, mit der Jugendliche einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden können.
4. Wie es mal geklappt hat ...
jaslued 23.06.2014
Zitat von sysopDPAPeter Hartz rüstet zum Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit in der EU. Sein Experten-Team beziffert den finanziellen Bedarf dafür auf rund 215 Milliarden Euro. Das Geld will der Ex-VW-Manager über die Finanzindustrie eintreiben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/peter-hartz-bekaempft-jugendarbeitslosigkeit-im-programm-europatriates-a-976970.html
die (Jugend)arbeitslosigkeit abzubauen: "Die Maßnahmen, mit denen Roosevelt die Wirtschaft der USA aus der Depression 1929/1933 führte, unterscheiden sich markant von der Politik in der EU seit 2009. Zunächst konzentrierte sich Roosevelt auf die Bekämpfung von Mutlosigkeit und Verzweiflung, auf die strikte Regulierung des Finanzsektors und auf die Belebung der Realwirtschaft durch öffentliche Investitionen und Beschäftigungsprogramme (1933/34). Danach folgten "Strukturreformen" wie die Einführung der Arbeitslosen- und Pensionsversicherung, "fairer" Arbeitsbedingungen (Mindestlöhne, Höchstarbeitszeit) und eines progressiver gestalteten Steuertarifs (1935/38). Zwischen 1933 und 1937 wuchs das reale BIP der USA um 43%. Bei weitem am stärksten expandierte die private Investitionsnachfrage (+140%), die Staatsnachfrage nahm um nur 28% zu." http://www.wifo.ac.at/publikationen?detail-view=yes&publikation_id=47263 Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - gefunden über nachdenkseiten.de
5. ...allein mir fehlt der Glaube...
schocolongne 23.06.2014
Dirigistische Vorgaben a là wer wird was, haben sich noch nie bewährt, in der Vergangenheit bekamen dabei immer die Jungen Menschen den Schwarzen Peter zugeschoben. Mitte der 70er etwa tönten Leute wie Otto Wolff von Amerongen, seiner Zeit Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages: "mit Ingenieuren könne man bald die Straßen Pflastern". Anfang der 80er fehlten massenhaft Ingenieure und der selbe Herr Otto Wolff von Amerongen beklagte deswegen die: "Technikfeindlichkeit der Jugend". Man kann es Heuchelei nennen, oder auch großmäulig zelebrierte Unbeholfenheit. Ist mir so gut in Erinnerung geblieben, weil damals selbst nach dem Schulabschluss mit der Berufswahl befasst. Jugendliche bei der Berufswahl zu motivieren, auch aus Sicht der Jugendlichen praxisgerecht zu informieren ist eine große Aufgabe, für die es vor allem talentierte Coaches braucht. Einfach zu kaufen gibt es die nicht.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: