Fleischskandal: Pferdemedikament gelangte ins Essen

Im Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch gibt es erstmals einen Hinweis auf Gesundheitsgefährdung. Über nicht deklariertes Pferdefleisch ist in Frankreich ein Schmerzmittel in die Nahrungskette gelangt.

Pferdemetzger in den Niederlanden: "Abgrund einer europaweiten Verflechtung" Zur Großansicht
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Pferdemetzger in den Niederlanden: "Abgrund einer europaweiten Verflechtung"

Hamburg/London - Der Verdacht hat sich bestätigt: Der britische Umweltminister David Heath sagte im Parlament, acht Pferde von britischen Schlachtern seien positiv auf das Medikament Phenylbutazon getestet worden. Drei davon gerieten laut Heath in Frankreich in die Nahrungskette.

Das im Pferderennsport gebräuchliche Phenylbutazon ist in Deutschland für Menschen zwar zugelassen, wird aber nur vorübergehend eingesetzt. In Großbritannien und Frankreich ist die Verwendung wegen starker Nebenwirkungen ganz verboten. Phenylbutazon zählt zur Gruppe der nicht-opioiden Schmerzmittel, zu denen auch Präparate wie Ibuprofen oder Paracetamol gehören.

Derzeit überprüfen Behörden und Hersteller in ganz Europa Tiefkühlkost auf Pferdefleisch. Die EU-Kommission plant umfangreiche DNA-Tests von angeblichen Rindfleischprodukten.

Am Mittwoch bestätigte die Supermarktkette Real als erstes deutsches Unternehmen, dass sie in Stichproben von Tiefkühl-Lasagne der Eigenmarke TiP Anteile von Pferdefleisch gefunden habe. Auch eine verdächtige Tiefkühl-Lasagne der Firma Eismann wurde mittlerweile aus dem Handel genommen, wie das Verbraucherministerium in Stuttgart am Donnerstag mitteilte. Ob in der Lasagne tatsächlich falsch deklariertes Pferdefleisch enthalten ist, werde derzeit untersucht. Neben Eismann überprüfen auch andere Firmen wie Kaiser's Tengelmann und Edeka verdächtige Produkte.

NRW-Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne) schloss eine Gesundheitsgefährdung für Verbraucher nicht aus. "Zumindest mal haben wir den Blick in den Abgrund einer europaweiten Verflechtung", sagte er Donnerstag in Berlin. Es gebe nur wenige Schnittstellen, über die alle Lebensmittelketten ihre Produkte bezögen. "Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass es auch gesundheitsgefährdende Elemente gibt."

dab/dba/dpa

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