Pflegeintensive Klinikabteilungen Neue Mindestvorgaben für Pflegekräfte ab Januar

Mehr Pflegekräfte auf den Stationen: Zum Jahreswechsel soll es neue verpflichtende Untergrenzen für viele Krankenhausabteilungen geben. Gesundheitsminister Spahn hat dazu eine neue Verordnung auf den Weg gebracht.

Mitarbeiter auf einer Hamburger Intensivstation
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Mitarbeiter auf einer Hamburger Intensivstation


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will mit Untergrenzen die Personalnot in pflegeintensiven Klinikabteilungen bekämpfen. Der Minister unterzeichnete dazu eine Verordnung, die nach Angaben des Ministeriums vermutlich noch im Laufe der Woche in Kraft treten wird.

Ab dem Jahreswechsel müssen Krankenhäuser in bestimmten Abteilungen eine Mindestzahl an Pflegern einsetzen. Auf einer Intensivstation beispielsweise muss demnach ab 1. Januar tagsüber mindestens eine Pflegekraft für durchschnittlich 2,5 Patienten und nachts für 3,5 Patienten im Einsatz sein.

"Ein Mangel an Pflegekräften gefährdet Patienten", sagte Spahn. Die neuen Vorschriften schützten "Patienten und Pflegekräfte gleichermaßen". Damit sich die Krankenhäuser darauf einstellen könnten, würden die Mindeststandards schrittweise eingeführt. Laut Spahn muss, wer zu wenige Pflegekräfte für zu viele Patienten habe, "Betten abbauen".

Das Papier macht Vorgaben für Intensivstationen sowie die ebenfalls pflegeintensiven Abteilungen für Kardiologie, Geriatrie und Unfallmedizin. Auf Intensivstationen wird der Personalschlüssel ab 2021 noch einmal verschärft: Dann muss eine Pflegekraft tagsüber für zwei und nachts für drei Patienten anwesend sein. In den anderen Krankenhausabteilungen sind die Mindestvorgaben großzügiger: Für Geriatrie und Unfallchirurgie gilt tagsüber ein Mindestverhältnis von zehn zu eins und nachts von 20 zu eins, in der Kardiologie ist es tagsüber zwölf zu eins und nachts 24 zu eins. Für Wochenenden und Feiertage soll es keine gesonderten Untergrenzen geben.

Ausnahmen bei Mindestvorgaben

In der Verordnung sind auch Situationen aufgeführt, in denen die Mindestvorgaben unterschritten werden dürfen. Dies ist demnach der Fall "bei kurzfristigen krankheitsbedingten Personalausfällen, die in ihrem Ausmaß über das übliche Maß hinausgehen". Auch "bei starken Erhöhungen der Patientenzahlen, wie beispielsweise bei Epidemien oder bei Großschadensereignissen", ist ein Abweichen erlaubt.

Laut Gesundheitsministerium muss nun die Krankenhaus-Selbstverwaltung - das sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen - Sanktionen für den Fall erarbeiten, dass die neuen Standards nicht eingehalten werden. Sie müssen demnach auch Untergrenzen für das Pflegepersonal auf anderen Stationen entwickeln. Sollte dies nicht klappen, soll es erneut eine Verordnung geben.

Ursprünglich hatten die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband auch die Standards für die pflegeintensiven Stationen unter sich ausmachen sollen. Doch die Gespräche waren gescheitert.

cop/Reuters/dpa/AFP



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