Wirtschaft

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IW-Studie

Vier Millionen Pflegebedürftige bis 2035

Der Altenpflege mangelt es schon heute an Arbeitskräften. Dieser Engpass soll künftig noch größer werden: Um den steigenden Bedarf zu decken, müsste einer IW-Studie zufolge die Anzahl an Pflegern um 44 Prozent steigen.

DPA

Pflege (Symbolbild)

Montag, 10.09.2018   12:39 Uhr

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Rund vier Millionen Menschen in Deutschland sind bis zum Jahr 2035 voraussichtlich auf Pflege im Alter angewiesen. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Ausgangspunkt der Berechnung sei die Versorgung der Bevölkerung der kommenden Jahrzehnte zu heutigen Bedingungen, teilte das arbeitgebernahe Institut mit.

Die Studie können Sie hier herunterladen.

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Die Zahl der Pflegefachkräfte müsse angesichts der steigenden Zahlen deutschlandweit bis 2035 um 44 Prozent auf rund eine halbe Million steigen, so das IW. Damit die Betroffenen nicht immer höhere Eigenanteile für die Pflege zahlen müssten und die Pflege nicht zur "Politik nach Kassenlage" werde, sollten die Leistungen der Pflegeversicherung laut IW künftig anders als heute automatisch an die Entwicklung der Pflegepreise angepasst werden.

Schon jetzt würden Altenpfleger dringend gesucht; 2017 kamen auf 100 offene Stellen rechnerisch gerade einmal 22 Arbeitslose. "Die Zahl der Altenpfleger steigt zwar derzeit an, doch langsamer als der Bedarf. Die Lücke wird größer", sagte IW-Expertin Susanna Kochskämper.

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2015 waren rund drei Millionen Menschen pflegebedürftig, rund 50 Prozent mehr als 1999. Vor allem in Ostdeutschland sei der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung hoch, mit zum Beispiel rund 5 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern bei 3,7 Prozent im Bundesschnitt.

In der vergangenen Woche hatten bereits die Gewerkschaften Alarm geschlagen. Laut einer Erhebung von DGB und Ver.di fühlen sich Hunderttausende Pflegekräfte durch Überlastung, Dauerstress und geringe Bezahlung ausgezehrt. Verdi setzt im Einklang mit dem Koalitionsvertrag auf einen neuen Tarifvertrag für die Pflege.

ans/dpa/AFP

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