Pflegeversicherung Regierung plant nächsten Beitragssprung

Schon wieder schlechte Nachrichten für Arbeitnehmer: Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen soll der Beitrag zur Pflegeversicherung von 1,95 auf 2,55 Prozent steigen. Das "Mehr Netto"-Versprechen wäre damit endgültig Makulatur.

Von Katrin Elger

Altenheim: Demografische Entwicklung wird teuer
dapd

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Berlin - Offenbar plant die Bundesregierung, die Beiträge für die Pflegeversicherung um 0,6 Prozentpunkte zu erhöhen. Es gebe Signale aus dem Kanzleramt, dass "eine Steigerung dieser Größenordnung zumutbar sei", heißt es aus Unionskreisen. Die zusätzliche Belastung solle allerdings nicht allein den Arbeitnehmern aufgebürdet werden, sondern zu einem gleichen Teil auch den Arbeitgebern. Ab wann die Versicherten mehr zahlen müssen, stehe noch nicht fest.

Derzeit liegt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung bei 1,95 Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens - jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezahlt. Kinderlose allerdings zahlen einen Aufschlag in Höhe von 0,25 Prozent. Sie werden also insgesamt mit 1,225 Prozent belastet.

Kommt die Beitragserhöhung wie geplant, werden einem kinderlosen Durchschnittsverdiener mit einem Bruttoeinkommen von 3000 Euro monatlich statt 36,75 Euro für seine Pflegeversicherung 45,75 Euro abgezogen. Ein Familienvater mit demselben Einkommen wird dann nicht mehr nur 29,25 Euro zahlen, sondern 38,25 Euro.

Mit den zusätzlichen Einnahmen in Höhe von rund sechs Milliarden Euro wollen Union und FDP nicht nur wie im Koalitionsvertrag vereinbart einen zusätzlichen Kapitalstock aufbauen, sondern auch mehr Leistungen anbieten und Demenzkranke besser versorgen.

Erst zum Jahreswechsel hatte FDP-Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung von 14,9 auf 15,5 Prozent erhöht. Anders als ursprünglich versprochen senkte die Regierung die Steuern allerdings nur in bescheidenem Umfang. Deshalb können die meisten Deutschen vom schwarz-gelben "Mehr Netto"-Wahlkampfschlager nach wie vor nur träumen.



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insgesamt 129 Beiträge
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Seite 1
karmamarga 29.03.2011
1. Das reicht nicht
Zitat von sysopDie Bundesregierung schockt die Beitragszahler erneut:*Nach*SPIEGEL-ONLINE-Informationen soll*der Beitrag zur Pflegeversicherung*von 1,95 auf 2,55 Prozent steigen. Das einstige "Mehr Netto"-Versprechen*ist damit*endgültig Makulatur. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,753905,00.html
Ich habe in zwei Fällen jeden Monat gesehen, wie "Fachkräfte" von Pflegediensten Geld machen. Wenn ich das mal hochrechne, dann dürfen wir demnächst alles dort abliefern. Aber die Krankenkassen haben ja auch schon diese Forderung. Und dem Finanzamt geht es auch schlecht......
silenced 29.03.2011
2. <->
Ich freu mich auf den Tag, wenn das Steueraufkommen 100% vom Einkommen beträgt und man dann alles zugeteilt bekommt ... weit davon ist man ja nicht mehr entfernt.
bristolbay 29.03.2011
3. Schade, Jammerschade
Zitat von sysopDie Bundesregierung schockt die Beitragszahler erneut:*Nach*SPIEGEL-ONLINE-Informationen soll*der Beitrag zur Pflegeversicherung*von 1,95 auf 2,55 Prozent steigen. Das einstige "Mehr Netto"-Versprechen*ist damit*endgültig Makulatur. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,753905,00.html
Dieser Beitrag wäre, am Samstag erschienen, der Sargnagel der FDP geworden. Fragt sich, ob man das heute im Angesicht des guten Wahlergebnisses, bewusst heute veröffentlicht. Im übrigen, Pflege wird teuer und man sollte jetzt vorsorgen und die Beitragsbemessungsgrenzen aufheben.
fritz_64 29.03.2011
4. spätestens..
beim nächsten bundestagswahlkampf wird sich "LEISTUNG WIEGER LOHNEN" und es wird "MEHR NETTO VOM BRUTTO" übrigbleiben, die "GRÜN-ROTEN SOCKEN WOLLEN NUR EUER GELD und alle geprellten schwarz/gelb wähler werden sich sagen "DIESMAL, JA DIESMAL WERDEN SIE UNS NICHT WIEDER.....", fragt sich wo diese beitragserhöhung wieder versickern wird und wann die krankenkassenbeiträge wieder angehoben werden. man muss sich nur die bilanzen der pharmaindustrie ansehen...
klugscheißer2011 29.03.2011
5. Dreist
Zitat von sysopDie Bundesregierung schockt die Beitragszahler erneut:*Nach*SPIEGEL-ONLINE-Informationen soll*der Beitrag zur Pflegeversicherung*von 1,95 auf 2,55 Prozent steigen. Das einstige "Mehr Netto"-Versprechen*ist damit*endgültig Makulatur. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,753905,00.html
Ist der Ruf erstmal ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert! Bravo Herr Rösler, von Ihnen habe ich auch nichts anderes erwartet. Und das war bestimmt noch nicht alles, was in den Schubladen der schwarz-gelben Ministerien noch bis zur BW-Wahl zurückgehalten wurde. Macht ruhig weiter so! Ihr denkt, der Wähler vergisst schnell? Ich hoffe nicht! Obwohl - soviel Blödsinn in einer Amtszeit - da kann man schon mal was von vergessen!
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