Nach Rücktritt Schweizer Ex-Notenbankchef Hildebrand geht zu Blackrock

Wegen umstrittener Devisengeschäfte musste Philipp Hildebrand als Chef der Schweizer Nationalbank zurücktreten - wenige Monate später hat er einen neuen Job: Zeitungsberichten zufolge geht der Manager zum Vermögensverwalter Blackrock.

Ex-SNB-Chef Hildebrand: Neue Stelle nach wenigen Monaten
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Ex-SNB-Chef Hildebrand: Neue Stelle nach wenigen Monaten


London - Mitte Januar musste Philipp Hildebrand als Chef der Schweizer Notenbank (SNB) zurücktreten. Der Abgang des obersten Währungshüters der Schweiz schlug international Wellen. Die Karrierechancen des Managers hat das offenbar nicht geschmälert. Laut Berichten der "Financial Times" ("FT") und des "Wall Street Journal" arbeitet Hildebrand künftig beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock.

Dort werde er als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender direkt Konzernchef Laurence Fink unterstehen, berichtete die "FT". Hildebrand solle seinen Posten im Oktober antreten und sich von London aus um große Kunden aus Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Asien kümmern. "Wenige Spitzenmanager genießen so viel Respekt wegen ihrer Fachkenntnis, ihres Urteilsvermögens und ihrer Integrität wie Philipp Hildebrand", wurde Fink zitiert.

Der frühere Hedgefonds-Manager Hildebrand hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) wegen umstrittener Devisengeschäfte seiner Frau im Januar verlassen. Seine Ehefrau, eine Galeristin und frühere Hedgefonds-Händlerin, hatte am 16. August insgesamt 400.000 Franken in Dollar umgetauscht. Das Geschäft erfolgte nur drei Wochen bevor die SNB ankündigte, sie werde mit Devisenkäufen einen Euro-Franken-Kurs von 1,20 Franken verteidigen.

In den Monaten zuvor hatten sich viele verunsicherte Anleger in den Franken geflüchtet. Das trieb den Kurs der Schweizer Währung massiv in die Höhe und bedrohte die exportabhängige Wirtschaft des Landes. Nach der Ankündigung des Höchstkurses verlor der Franken stark an Wert. Als Hildebrands Frau die Devisen am 4. Oktober wieder abstieß, machte sie deshalb rund 75.000 Franken Gewinn.

Hildebrand beteuerte, seine Frau habe ohne sein Wissen gehandelt. Seinen Rücktritt begründete er damit, dass er dafür keinen "abschließenden und definitiven Beweis" liefern könne. Er wolle aber dafür sorgen, dass die Nationalbank ihre Glaubwürdigkeit erhalten könne. Eine Prüfung der SNB hatte später ergeben, dass er nicht gegen Vorschriften verstoßen haben soll.

ssu/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
f.a.g. 13.06.2012
1. Habe bis O8 nie
Zitat von sysopREUTERSWegen umstrittener Devisengeschäfte musste Philipp Hildebrand als Chef der Schweizer Nationalbank zurücktreten - wenige Monate später hat er einen neuen Job: Zeitungsberichten zufolge geht der Manager zum Vermögensverwalter Blackrock. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,838529,00.html
mit den Theorien von Marx & Engels sympathisiert , ändert sich jedoch allmählich mit jeder ähnlich gearteten Meldung aus diesem " Genre " !
RogerRabit1962 13.06.2012
2.
Zitat von sysopREUTERSWegen umstrittener Devisengeschäfte musste Philipp Hildebrand als Chef der Schweizer Nationalbank zurücktreten - wenige Monate später hat er einen neuen Job: Zeitungsberichten zufolge geht der Manager zum Vermögensverwalter Blackrock. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,838529,00.html
Das "Skandälchen" mit den 75.000 Franken war billig für die Schweiz im Gegensatz zu den Informationen, die nun von dem Leiter der Notenbank an den Hedgefond laufen.
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