Wirtschaft


ThemaModerne PiratenRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Piraterie-Bilanz Wie Seeräuber die Kassen der Reeder plündern

Neuer Seekrieg: Piraten vor Somalia
Fotos
AFP

5. Teil: Wie kann ein Ausbreiten der Piraterie in Zukunft verhindert werden?

Eine echte Lösung des Problems gibt es nicht. Streitkräfte, die im Rahmen der Mission "Atalanta" seit Dezember 2008 vor Somalia für mehr Sicherheit sorgen sollen, konnten die Auswüchse der Seeräuberei bisher allenfalls eindämmen.

Die Schifffahrtsbranche verfolgt daher einen anderen Ansatz. "Wir wünschen uns, dass bewaffnete Kräfte von der Bundespolizei oder von der Marine an Bord unserer Schiffe für Sicherheit sorgen", sagt Ralf Nagel, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder. "Dass die Marine uns sagt, sie könnte, dürfte aber nicht, und die Bundespolizei uns sagt, sie dürfte, könnte aber nicht, ist keine befriedigende Antwort auf die sehr konkrete Bedrohung unserer Seeleute."

Nach Angaben Nagels spricht der Verband über das Thema bereits seit einiger Zeit mit der Bundesregierung. Es gebe in Bezug auf das Einsatzgebiet der Marine vor allem verfassungsrechtliche Bedenken.

Einen anderen Vorschlag macht das DIW in seiner aktuellen Studie. So lange es in Somalia keine stabile Regierung gibt, die für Recht und Ordnung sorgt, scheint die Einrichtung und Finanzierung einer somalischen Küstenwache die kostengünstigste und vielversprechendste Lösung für das Piraterieproblem zu sein, schreiben die Experten. Die würde nicht nur die Sicherheit erhöhen. Sie böte Einheimischen mit maritimer Affinität zudem eine Jobperspektive. Das könnte zumindest einige davon abhalten, eine Karriere als Pirat anzustreben.

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 49 Beiträge
brux 22.07.2010
Der Verfasser geht den Reedern auf den Leim und macht sie zu den ach so armen Opfern der Piraten. Die Opfer sind die Seeleute, niemand sonst. Der Schutz der Handelsschiffe ist Aufgabe der Flaggenstaaten, also der Staaten, die [...]
Der Verfasser geht den Reedern auf den Leim und macht sie zu den ach so armen Opfern der Piraten. Die Opfer sind die Seeleute, niemand sonst. Der Schutz der Handelsschiffe ist Aufgabe der Flaggenstaaten, also der Staaten, die das Schiff in ihrem Register haben. Die meisten Reeder haben sich Flaggen gesucht, bei denen sie keine Steuern zahlen müssen und bei denen sie die Seeleute mit Hungerlöhnen abspeisen können. Natürlich haben solche Staaten wie Panama, Liberia oder Antigua (ganz besonders beliebt bei deutschen Reedern) keine Marine, die zur Hilfe eilen könnten. Das sollen dann bitte die europäischen Marinen und der europäische Steuerzahler machen. Dreister geht es wohl kaum. Die besagten deutschen Schiffe sind gar keine. Sie gehören nur einem Deutschen. Da ist so, als würde man die Rolex am Handgelenk von Boris Becker als deutsche Uhr bezeichnen, oder meinen Toyota als deutsches Auto.
wasissn 22.07.2010
Solange Seeräubern als Höchststrafe ein kostenloser Besuch in Deutschland mit garantiert kurzem Knastaufenthalt bei halal-Versorgung und anschließender Voll-Alimentierung als Asylbewerber samt Rechtsanwaltskosten droht, werden die [...]
Solange Seeräubern als Höchststrafe ein kostenloser Besuch in Deutschland mit garantiert kurzem Knastaufenthalt bei halal-Versorgung und anschließender Voll-Alimentierung als Asylbewerber samt Rechtsanwaltskosten droht, werden die sich wohl kaum beeindrucken lassen. In den vielen Jahrhunderten der Seefahrt wurde mit Seeräubern anders umgegangen, man wusste warum.
mexi42 22.07.2010
wie man die Piraten erfolgreich anpackt. Unsere reitende Gebirgsmarine schafft es nicht.
wie man die Piraten erfolgreich anpackt. Unsere reitende Gebirgsmarine schafft es nicht.
JohnSpartan 22.07.2010
Leider fehlt in der Analyse wie positiv sich die Lage für die örtliche Bevölkerung entwickelt. Die ganzen illegalen und „legalen“ Fangschiffe aus der EU und China haben die Gewässer vor Somalia verlassen. Die Fischbestände erholen [...]
Leider fehlt in der Analyse wie positiv sich die Lage für die örtliche Bevölkerung entwickelt. Die ganzen illegalen und „legalen“ Fangschiffe aus der EU und China haben die Gewässer vor Somalia verlassen. Die Fischbestände erholen sich, die örtlichen Fischer fangen wieder grössere Mengen, es gibt wieder Fisch auf den Märkten, die Ernährungslage stabilisiert sich ein wenig und vielen Einheimischen geht es inzwischen sogar besser. Anscheinend benötigt man wirklich Piraten, damit es der Bevölkerung auch wieder besser geht, denn haben die illegalen Fangschiffe der EU jemals so viel Aufmerksamkeit bekommen wie die paar Piraten. Widmet man sich regelmässig den Machschaften der EU Bürokraten, die konsequent dafür sorgen, dass der afrikanische Markt durch billige Agrarexporte zerstört wird. Wann war der letzte Artikel über die windigen Geschäfte um Fischereirechte vor der afrikanischen Küste zu lesen. Für die örtliche Bevölkerung muss man inzwischen hoffen, dass es bald mehr Piraten vor der Küste Afrikas gibt, denn freiwillig werden die „legalen“ Raubzüge aus Europa und China wohl kaum aufhören.
Caspar Hübinger 22.07.2010
Ach nein? Dann müsste das Problem ja schon immer ein Problem gewesen sein. War es aber nicht. Es gab Zeiten, in denen die heutigen Piraten ihre Familien vom Fischfang ernährten und damit zufrieden waren. Zufrieden wären die [...]
Ach nein? Dann müsste das Problem ja schon immer ein Problem gewesen sein. War es aber nicht. Es gab Zeiten, in denen die heutigen Piraten ihre Familien vom Fischfang ernährten und damit zufrieden waren. Zufrieden wären die meisten von ihnen wohl heute auch noch damit, wenn es noch was zu fischen gäbe. Wer von einer Heuchelei, wie sie manche Reedereien an den Tag legen, nicht brechen muss, sollte sich ernsthaft Gedanken über den Zustand seines intellektuellen Immunsystems machen.
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
alles zum Thema Moderne Piraten

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Somalia / Horn von Afrika






TOP



TOP