Eine echte Lösung des Problems gibt es nicht. Streitkräfte, die im Rahmen der Mission "Atalanta" seit Dezember 2008 vor Somalia für mehr Sicherheit sorgen sollen, konnten die Auswüchse der Seeräuberei bisher allenfalls eindämmen.
Die Schifffahrtsbranche verfolgt daher einen anderen Ansatz. "Wir wünschen uns, dass bewaffnete Kräfte von der Bundespolizei oder von der Marine an Bord unserer Schiffe für Sicherheit sorgen", sagt Ralf Nagel, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder. "Dass die Marine uns sagt, sie könnte, dürfte aber nicht, und die Bundespolizei uns sagt, sie dürfte, könnte aber nicht, ist keine befriedigende Antwort auf die sehr konkrete Bedrohung unserer Seeleute."
Nach Angaben Nagels spricht der Verband über das Thema bereits seit einiger Zeit mit der Bundesregierung. Es gebe in Bezug auf das Einsatzgebiet der Marine vor allem verfassungsrechtliche Bedenken.
Einen anderen Vorschlag macht das DIW in seiner aktuellen Studie. So lange es in Somalia keine stabile Regierung gibt, die für Recht und Ordnung sorgt, scheint die Einrichtung und Finanzierung einer somalischen Küstenwache die kostengünstigste und vielversprechendste Lösung für das Piraterieproblem zu sein, schreiben die Experten. Die würde nicht nur die Sicherheit erhöhen. Sie böte Einheimischen mit maritimer Affinität zudem eine Jobperspektive. Das könnte zumindest einige davon abhalten, eine Karriere als Pirat anzustreben.
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