Witz über Palästinenserführer Pizza Hut Israel entschuldigt sich für Hungerstreik-Reklame

Darf man mit einem hungerstreikenden Gefangenen für Fast Food werben? Nein, meint jetzt auch der israelische Ableger der Kette Pizza Hut. Und zieht seine Reklame mit Palästinenserführer Barghuti zurück.

Pizza-Hut-Logo
REUTERS

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Die Fast-Food-Kette Pizza Hut hat sich für eine Reklame auf der Facebook-Seite seines israelischen Zweigs entschuldigt: Diese benutzte ein am Sonntag ausgestrahltes Video, in dem der lebenslang inhaftierte Palästinenserführer Marwan Barghuti während seines Hungerstreiks zu sehen ist. Nach Angaben israelischer Behörden soll er dabei in seiner Zelle heimlich Kekse gegessen haben.

Auf den von Pizza Hut Israel bearbeiteten Bildern war auf dem Boden der Gefängniszelle eine Pizzaschachtel zu sehen, dazu der Slogan: "Barghuti, wenn du den Streik abbrichst, wäre es da nicht das Beste, es mit einer Pizza zu tun?"

Am Mittwochmorgen war die Reklame von der Facebook-Seite verschwunden. Eine Sprecherin von Pizza Hut International nannte die Werbung "vollkommen unangemessen". Sie stimme nicht mit den Werten von Pizza Hut überein. "Falls jemand verletzt worden ist, bedauern wir das ernsthaft."

Barghutis Ehefrau Fadwa hatte die ursprünglich von den israelischen Behörden veröffentlichten Aufnahmen ihres Mannes beim Essen als gefälscht bezeichnet. Sie seien dazu gedacht, "die Moral der Häftlinge zu brechen". Barghuti ist seit 17. April im Hungerstreik und hatte andere palästinensische Häftlinge aufgerufen, es ihm gleichzutun. Mehr als 1000 Gefangene folgten dem Aufruf. Sie fordern bessere Haftbedingungen, mehr Besuche von Angehörigen und eine bessere ärztliche Versorgung.

Die Reklame von Pizza Hut Israel löste nun insbesondere bei Palästinensern Empörung aus. Aufrufe zum Boykott von Pizza Hut wurden laut.

stk/AFP



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