Plastikmüll Umweltschützer sehen "Verbrennungsexzesse"

Seit China keinen Plastikmüll aus Deutschland mehr annimmt, werden bis zu 70 Prozent des Altplastiks verbrannt. Im SPIEGEL zeigen sich Kritiker entsetzt.

Plastikmüll (Archivbild)
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Plastikmüll (Archivbild)


Der chinesische Importstopp für Plastikabfälle aus Gewerbe und Industrie hat offenbar erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Umweltpolitik. Große Teile des Altplastiks landeten in Feuerungsanlagen, sagte Peter Kurth, Verbandsvorsitzender der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE), dem SPIEGEL. "Ich schätze, dass jetzt 65 bis 70 Prozent unseres Altplastiks als Ersatzbrennstoff, beispielsweise in der Zementindustrie, verwendet oder anderweitig thermisch verwertet werden." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 11/2018
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Das wäre das Gegenteil der erklärten Politik der Bundesregierung. Erst im August 2017 ist eine neue Gewerbeabfallverordnung in Kraft getreten. Sie sieht laut einer Stellungnahme des Umweltministeriums vor, dass "Kunststoffe aus den Bereichen Gewerbe und Industrie getrennt zu sammeln und nach Maßgabe des Kreislaufwirtschaftsgesetzes vorrangig einer stofflichen Verwertung zuzuführen sind, also zur Wiederverwendung und zum Recycling verwendet werden sollen. Eine energetische (thermische) Verwertung wird nur in Ausnahmefällen zugelassen."

Thomas Fischer, Recyclingexperte der Deutschen Umwelthilfe spricht von einer "sehr besorgniserregenden Entwicklung": "Der Verbrennungsexzess muss beendet werden. Die dabei entstehenden Giftschlacken und Stäube bleiben auch nach ihrer Endlagerung für alle Zeit gefährlich."

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asm



insgesamt 138 Beiträge
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Seite 1
Kuckuck rufts 09.03.2018
1. Jaja,
Aber erstmal schön aus den Dieselfahrzeugen herumhacken!
grommeck 09.03.2018
2. Das ist ja auch logisch, weil hier keine Kapazitäten zum Recycling
vorhanden sind und auch nie waren. Der Grüne Punkt ist eine Geldquelle, mehr nicht. Kauft mehr Plastik, dann wird’s schön mollig und teuer. Der Umgang mit diesem Dreck paßt ins Bild der politischen Landschaft. Mehr Schein als Sein.
der_joerg 09.03.2018
3. Wie Öl und Gas
Solange noch Öl und Gas für Strom und Heizung verbrannt werden, erscheint mir das Verbrennen vom Plastikmüll sinnvoll.
flytogether 09.03.2018
4. Wenn schon das nahezu sortenreine
Plastik aus der Industrie nicht recycelt wird dann kann man sich die private Trennung gänzlich sparen. In München wird der Restmüll eh verbrannt, dann dient das Plastik in der Restmülltonne wenigstens der energetischen Gewinnung während des Verbrennungsprozesses. Irgendwie kommt man sich veralbert vor.
Det_onator 09.03.2018
5. Umweltprobleme seit Jahren exportiert und Geld damit verdient
Hier beim Plastikmüll ist es das gleiche Prinzip wie bei den Billigfliegern. Jeder weiß, das Fliegen Klimakiller Nr.1 ist und trotzdem wird z. Bsp. Kerosin nicht besteuert. „Geiz ist geil Mentalität und der persönliche Egoismus“ von uns allen, die wir als Konsumenten Billigflieger nutzen, Mastfleisch essen, dicke Dreckschleudern fahren und dieses kapitalistische System gnadenlos zu unserem Vorteil und persönlicher Bereicherung ausnutzen. Nämlich nach dem Motto: „Wir zuerst und nach uns die Sintflut“!
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