Südafrika: Weltgrößter Platinproduzent entlässt 12.000 Streikende

Der größte Platinproduzent der Welt hat 12.000 Minenarbeiter gefeuert. Der südafrikanische Konzern Anglo American wirft den Beschäftigten vor, mit Streiks einen Schaden von rund 64 Millionen Euro verursacht zu haben. Präsident Zuma forderte ein Ende der Gewalt

Streikende Arbeiter von Anglo American: 12.000 Beschäftigte entlassen Zur Großansicht
REUTERS

Streikende Arbeiter von Anglo American: 12.000 Beschäftigte entlassen

Johannesburg - Wegen Beteiligung an Streiks hat der weltgrößte Platinproduzent Anglo American 12.000 Minenarbeiter entlassen. Das Unternehmen teilte am Freitag mit, die Beschäftigten hätten gegen das Arbeitsrecht verstoßen und seien auch nicht zu den angesetzten Disziplinarverfahren erschienen. In den südafrikanischen Minen gibt es seit Wochen Streikbewegungen, an denen sich schätzungsweise 100.000 Beschäftigte beteiligen.

Im Platinbergwerk Marikana wurden Mitte August 34 streikende Bergleute von Polizisten erschossen. Es war der blutigsten Polizeieinsatz seit dem Ende der Apartheid im Jahr 1994. Bereits einige Tage zuvor hatte es bei Protesten an der Mine zehn Tote gegeben, darunter auch Polizisten. Erst vor wenigen Tagen wurden wieder fünf Menschen im Zusammenhang mit Streiks von Minenarbeitern getötet.

Anglo American gab an, zuletzt sei nur ein Fünftel der Arbeiter zum Dienst erschienen. Dadurch sei dem Unternehmen ein Schaden von 700 Millionen Rand (64 Millionen Euro) entstanden. Von den Streiks betroffen sind neben Platinminen auch Gold- und andere Minen. Die Arbeitskämpfe weiteten sich aus, nachdem die Arbeiter in Marikana eine Lohnerhöhung von mehr als 20 Prozent durchgesetzt hatten.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma forderte am Donnerstagabend ein Ende der Gewalt. "Wir sollten nicht den Eindruck erwecken, eine Nation zu sein, in der ständig gekämpft wird", sagte er bei einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern.

cte/AFP/dpa

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insgesamt 26 Beiträge
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1. Wenn nach Faulheit der Neid den Ehrgeiz bremst
mitbestimmender wähler 05.10.2012
Recht so. sollen Die doch einen anderen Arbeitgeber suchen wenn Sie nicht zu frieden sind. Aber eingentlich wäre an der eigenen beruflichen und betrieblichen Qualifikation zu arbeiten als Erstes sinnvoller um ein besseres Auskommen zu haben. Geschäftssinn und beruflicher Ergeiz fehlt Denen. Mit gegenseitigem bluffen, jammern und bescheissen bringt man es nicht weit. Da zeigen die Ausländer "Kleinstunternehmer" Ihnen schon mit Tante Ema Läden/Kiosks in Afrika wie es gehen würde. Sie können jeden Dorfmarkt in Afrika besuchen etc. es ist immer ein fetter Inder oder hipperaktiver Libanese der Boss der die Leute befehligt.
2.
fxe1200 05.10.2012
of 4.9 billion (Milliarden) USD for the half year" So steht es auf deren Webseite. Wie gierig muss man sein, um bei den Gewinnen Probleme mit unterbezahlten Arbeitern zu bekommen?
3. Klischees
Peter.Lublewski 05.10.2012
Zitat von mitbestimmender wählerRecht so. sollen Die doch einen anderen Arbeitgeber suchen wenn Sie nicht zu frieden sind. Aber eingentlich wäre an der eigenen beruflichen und betrieblichen Qualifikation zu arbeiten als Erstes sinnvoller um ein besseres Auskommen zu haben. Geschäftssinn und beruflicher Ergeiz fehlt Denen. Mit gegenseitigem bluffen, jammern und bescheissen bringt man es nicht weit. Da zeigen die Ausländer "Kleinstunternehmer" Ihnen schon mit Tante Ema Läden/Kiosks in Afrika wie es gehen würde. Sie können jeden Dorfmarkt in Afrika besuchen etc. es ist immer ein fetter Inder oder hipperaktiver Libanese der Boss der die Leute befehligt.
Gut, dass es Klischees gibt....mögen diese auch noch so albern und verblödet sein :-)
4. Sprachkompetenztests nur in Grundschulen sinnvoll?
BanchevMedon 05.10.2012
"Es war der tödlichste Polizeieinsatz seit dem Ende der Apartheid im Jahr 1994." tödlich, tödlicher, am tödlichsten, am allerallertödlichsten, wirklich, echt Alter! Wegen der Traurigkeit des eigentlichen Themas kann ich mich nur halb totlachen...
5. Komisches Ziel
Der Pragmatist 05.10.2012
Zitat von sysopDer größte Platinproduzent der Welt hat 12.000 Minenarbeiter gefeuert. Der südafrikanische Konzern Anglo American wirft den Beschäftigten vor, mit Streiks einen Schaden von rund 64 Millionen Euro verursacht zu haben. Präsident Zuma forderte ein Ende der Gewalt Platinmine entlässt wegen 12.000 streikende Arbeiter - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/platinmine-entlaesst-wegen-12-000-streikende-arbeiter-a-859771.html)
Warum sind Gewerkschaften und deren Mitglieder eigentlich immer so dumm und vernichten ihre eigenen Arbeitsplaetze. Jetzt haben sie den Salat und sind ohne Arbeit und beschuldigen, nach ueblicher sozialistischer Manier, natuerlich wieder andere fuer ihre Misere. Gewerkschften sind oft erst gluecklich, wenn sie den Arbeitnehmer in den Bankrott getrieben haben und dann iher Arbeitsplaetze wegfallen. Pragmatist
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