Flughafen-Aufsichtsratsvorsitz: Platzecks Nominierung steht

Berlin statt Brandenburg: Ministerpräsident Matthias Platzeck soll von Klaus Wowereit den Aufsichtsratsvorsitz beim Schönefelder Chaosflughafen übernehmen. Letzte Bedenken der Bundesregierung wurden offenbar bereits bei einem Treffen am Mittwoch ausgeräumt.

Chaosflughafen Berlin-Brandenburg: Ein weiterer Morgen voller Grauen bricht an Zur Großansicht
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Chaosflughafen Berlin-Brandenburg: Ein weiterer Morgen voller Grauen bricht an

Der Berufung von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Berliner Flughafengesellschaft steht offenbar nichts mehr im Weg. Zuvor war kolportiert worden, der Bund als einer der drei Anteilseigner habe Einwände gegen Platzecks Nominierung.

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, dass diese Einwände bereits am Mittwoch bei einem Treffen zwischen Platzeck, Verkehrsminister Peter Ramsauer und Finanzminister Wolfgang Schäuble ausgeräumt worden seien. Auch Platzecks Vorgänger als Aufsichtsratsvorsitzender, der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit soll dem Zeitungsbericht bei dem Treffen zugegen gewesen sein.

Als langjähriger Stellvertreter Wowereits im Aufsichtsrat ist Platzecks Berufung umstritten. Schließlich hat er alle umstrittenen Beschlüsse des Gremiums mitgetragen, die in Summe zum Planungsdesaster rund um den neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg führten. Unter anderem hatte sich Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) für einen unabhängigen Experten auf dem Chefposten im Aufsichtsrat starkgemacht. Es "wäre klüger, wenn gerade den Vorsitz des Aufsichtsrats einer Flughafengesellschaft ein fachlich ausgewiesener Unabhängiger übernehmen würde", sagte Lammert der Tageszeitung "Die Welt". "Ein unabhängiger Fachmann hätte nicht nur mehr Autorität nach innen und nach außen, sondern vor allem die notwendige Zeit für die intensive Begleitung und Beaufsichtigung hochkomplexer Bauvorhaben."

Einem "Focus"-Bericht zufolge soll Platzeck den Aufsichtsrat nur vorübergehend führen. In der Zwischenzeit solle diskret nach einem erfahrenen Experten gesucht werden. Brandenburgs Regierungssprecher Thomas Braune wies diese Darstellung am Samstag allerdings als "aus der Luft gegriffen" zurück.

Platzeck ist durchaus klar, dass er sich mit der Übernahme des Chefpostens auf eine heikle Mission begibt. Deshalb will er am Montag im brandenburgischen Landtag die Vertrauensfrage stellen. Er brauche die größtmögliche Legitimation, wenn er den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehme, begründete er seinen Schritt.

Die Abstimmung dürfte allerdings nur eine Formsache sein. Platzeck kann sich dabei der geschlossenen Unterstützung seiner Regierungskoalition sicher sein.

ric/dapd/rtr

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1.
nesmo 13.01.2013
Zitat von sysopDPABerlin statt Brandenburg: Ministerpräsident Matthias Platzeck soll von Klaus Wowereit den Aufsichtsratsvorsitz beim Schönefelder Chaosflughafen übernehmen. Letzte Bedenken der Bundesregierung wurden offenbar bereits bei einem Treffen am Mittwoch ausgeräumt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/platzeck-wird-aufsichtsratschef-der-berliner-flughafengesellschaft-a-877253.html
2. Bedenken ausgeräumt, wie das?
nesmo 13.01.2013
Zitat von sysopDPABerlin statt Brandenburg: Ministerpräsident Matthias Platzeck soll von Klaus Wowereit den Aufsichtsratsvorsitz beim Schönefelder Chaosflughafen übernehmen. Letzte Bedenken der Bundesregierung wurden offenbar bereits bei einem Treffen am Mittwoch ausgeräumt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/platzeck-wird-aufsichtsratschef-der-berliner-flughafengesellschaft-a-877253.html
Wie soll Platzek denn Bedenken ausgeräumt haben? Hat er Fehler eingeräumt, die nicht mehr vorkommen sollen? Hat er den Rausschmiß von Schwarz zugesagt? Oder will er sich mehr Zeit nehmen? Ich fürchte, weil ja alle in einem Boot sitzen und alle Beteiligten von Anfang an mit im Aufsichtsrat saßen, er hat gar nichts zusagen müssen. Alle haben nur gesagt, Augen zu und durch, wobei 1. ab sofort Fertigstellungstermine erst am Abend vor der Eröffnung des Flughafens genannt werden und 2. Schuld an allem immer "die Technik" ist.
3. Ein Aufsichtsrat mit dieser Qalität?
uhusüd 13.01.2013
ob Wowereit oder Platzeck ist doch wurst. Das Gremium insgesamt hat seine Inkompetenz bewiesen. Es wäre Zeit, ein Reset zu machen und Menschen einzusetzen, die ihr Geld wert sind. Falls alles so bliebe, sollte man nichts besseres erwarten.
4. Der Mann ist doch schnell überfordert
sniffydog1 13.01.2013
Er war doch schon in diesem Gremium,das eigentlich die politische Verantwortung tragen sollte und dazu nicht in der Lage war und nun diese Entscheidung?Was geht da eigentlich ab?Platzek ist sehr schnell überfordert und bestimmt nicht die Persönlichkeit,die in der Lage ist,den verfahrenen Karren aus dem brandenburgischen Dreck zu ziehen.
5.
archnase 13.01.2013
---Zitat--- Platzeck ist durchaus klar, dass er sich mit der Übernahme des Chefpostens auf eine heikle Mission begibt. ---Zitatende--- Richtig, hat doch der Fall Wowereit eindrücklich bewiesen, dass jahrelanges unfähiges und überfordertes Agieren dazu führen kann dass - man diesen Posten wieder niederlegt. Heikel, heikel...
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