133 Millionen Euro: Schlecker-Pleite kommt Bundesagentur teuer zu stehen

Der Zusammenbruch des Schlecker-Imperiums bedeutet erhebliche Ausgaben für die Bundesagentur für Arbeit: Bisher hat sie etwa 133 Millionen Euro für Insolvenzgeld und Sozialabgaben der betroffenen Mitarbeiter ausgegeben.

Geschlossene Schlecker-Filiale in Düsseldorf: Belastung für Arbeitslosenversicherung Zur Großansicht
DPA

Geschlossene Schlecker-Filiale in Düsseldorf: Belastung für Arbeitslosenversicherung

Berlin/Nürnberg - Auch ohne Sonderprogramm für die Schlecker-Frauen kommt die Pleite der Drogeriekette die Arbeitslosenversicherung jetzt schon teuer zu stehen: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat einem Zeitungsbericht zufolge bislang etwa 133 Millionen Euro für Insolvenzgeld und die Sozialabgaben für die betroffenen Mitarbeiter von Schlecker und Ihr Platz bezahlt. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf BA-Angaben.

Opposition und Gewerkschaften fordern zudem ein Sonderprogramm der BA zur Umschulung von ehemaligen Schlecker-Mitarbeitern - doch BA-Vorstand Raimund Becker lehnt dieses Ansinnen ab. "Wir haben genügend Geld, um den Bedürfnissen der Schlecker-Frauen gerecht zu werden", zitiert die Zeitung Becker. Zugleich rief er Bund und Länder auf, ihren Streit um die Finanzierung von Umschulungen zu Erzieherinnen und Altenpflegerinnen schnell beizulegen: "Wenn sie sich einigen würden, hätten wir weitaus mehr Spielraum, um Menschen in solche Berufe zu bringen."

Den Forderungen, frühere Schlecker-Beschäftigte für diese sozialen Berufe umzuschulen, stehen die Regularien der BA entgegen: Demnach bezahlt sie maximal zweijährige Umschulungen, die Ausbildung zur Altenpflegerin oder Erzieherin dauert jedoch drei Jahre. Bund und Länder streiten sich nun, wer für das dritte Jahr aufkommen muss.

fdi/Reuters/dapd

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insgesamt 54 Beiträge
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1. Warum sich über das dritte Jahr streiten?
maxibutz 15.06.2012
Warum nicht die "Regularien" ändern, so dass auch solche Berufe in einer Umschulung erlernt werden können? Für jeden *** werden Gesetze und Bestimmungen geändert, hier könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
2. Na und ?
uezegei 15.06.2012
Zitat von sysopDer Zusammenbruch des Schlecker-Imperiums bedeutet erhebliche Ausgaben für die Bundesagentur für Arbeit: Bisher hat sie etwa 133 Millionen Euro für Insolvenzgeld und Sozialabgaben der betroffenen Mitarbeiter ausgegeben. Pleite von Schlecker und Ihr Platz kostet BA bisher 133 Millionen Euro - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,838991,00.html)
Solange die Schlecker-Kinder weiterhin im Porsche durchs Land fahren, ist doch alles in Ordnung ....
3. Das "Nein" der FDP....
khid 15.06.2012
Zitat von sysopDer Zusammenbruch des Schlecker-Imperiums bedeutet erhebliche Ausgaben für die Bundesagentur für Arbeit: Bisher hat sie etwa 133 Millionen Euro für Insolvenzgeld und Sozialabgaben der betroffenen Mitarbeiter ausgegeben. Pleite von Schlecker und Ihr Platz kostet BA bisher 133 Millionen Euro - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,838991,00.html)
Ich arbeite nicht für Schlecker, das vorweg. Die FDP sollte sich jetzt mal offen erklären, finde ich. 133 Millionen Euro allein an Insolvenzgeld und Sozialabgaben - zuzüglich der "von der Leyen"-Maßnahme (offenbar geht da jetzt ganz populistisch doch was in Richtung "Umschulung" - ganz anders bei "Otto-Normal-Arbeitslosem"!). Nehmen wir die 133 Millionen doch dann gleich mal drei - oder gar mehr?! Wie hoch wären die Kosten für die "Auffanggesellschaft" noch gewesen? Wie hoch das Risiko der totalen Haftung? Wie viel Zeit hätten die Schlecker-Beschäftigten dadurch gewonnen, eben doch noch einen oder mehrere Investoren zu finden? Die Borniertheit dieser Regierung ist mit nichts zu überbieten! Sei es Ausstieg vom Ausstieg aus der Kernernergie (siehe nun Klage von eON... ), das Geschacher um den Euro oder auch "nur" die Schlecker-Pleite! Sie (Merkel) kann es nicht!!! Wer hat das noch immer nicht begriffen?
4. Verantwortung hierzulande
odysseus33 15.06.2012
Wieder ein hübsches Beispiel zum Thema "Verantwortung von Unternehmern" hierzulande. Erst werden Milliarden verdient, durch die Arbeit Tausender, dann wird das Ganze an die Wand gefahren, die Mitarbeiter stehen vor dem Nichts und sind traumatisiert. Die Allgemeinheit zahlt, und die Schlecker-Erben (!) jammern rum sie haben kein "signifikantes Vermögen" mehr. Also nur noch ein paar Millionen. Die Wirtschafts-Lobbyisten von CDU und FDP rühren aber gerne das Volk zu Tränen mit der Mär von den vor Verantwortung gebeugten Unternehmern und Managern. Die für ihre "Risiken" und schlaflosen Nächte natürlich exorbitante Profite verdienen. Übrigens hat man mal fest gestellt dass Bauarbeiter mehr unter Stress-bedingten Infarkten leiden als die angeblich gestressten Manager.
5.
erlachma 15.06.2012
Zitat von sysopDer Zusammenbruch des Schlecker-Imperiums bedeutet erhebliche Ausgaben für die Bundesagentur für Arbeit: Bisher hat sie etwa 133 Millionen Euro für Insolvenzgeld und Sozialabgaben der betroffenen Mitarbeiter ausgegeben. Pleite von Schlecker und Ihr Platz kostet BA bisher 133 Millionen Euro - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,838991,00.html)
133 Millionen Kosten, die Garantien, die die FDP verweigert hat, hätte 71 Millionen gekostet - und Schlecker gerettet. Da sieht man mal wieder, wie man mit kurzsichtiger ideologischer Verbohrtheit Kosten verursacht. Aber ist ja egal, zahlt ja der Steuerzahler und nicht der FDP-Wähler.
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