Urteil des Bundesfinanzhofs Auf Pokergewinn wird keine Umsatzsteuer fällig

Gute Nachricht für Pokerspieler: Preisgelder von Turnieren unterliegen nicht der Umsatzsteuer. Das hat Deutschlands höchstes Finanzgericht entschieden.

Poker-Tisch in Berlin (Archiv)
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Poker-Tisch in Berlin (Archiv)


Pokerspieler müssen keine Umsatzsteuer auf Preisgelder und Spielgewinne zahlen. Beides sei kein Lohn für eine umsatzsteuerpflichtige Dienstleistung, entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in München. Diese Regelung gelte auch für beruflich agierende Pokerspieler.

Mit der Entscheidung hat ein in der Szene bekannter Spieler aus Nordrhein-Westfalen nach knapp zehnjährigem Streit endgültig gegen sein Finanzamt gewonnen. Der Fiskus hatte das Pokerspiel nämlich als "unternehmerische Tätigkeit" gewertet und Umsatzsteuer verlangt.

Deutschlands höchstes Finanzgericht entschied nun, Preisgelder und Spielgewinne beim Poker seien anders zu behandeln als gewöhnlich bezahlte Leistungen - der Spieler kassiere nicht grundsätzlich für die Teilnahme am Spiel oder an einem Turnier, sondern nur im Falle eines Gewinns.

Anderes gilt nur für ein Antrittsgeld, das der Turnierveranstalter schon für die Teilnahme bezahlt. Umgekehrt müssten auch die Veranstalter Umsatzsteuer für von ihnen erhobenen Startgebühren bezahlen.

Steuerfrei sind die Gewinne trotz dieses Urteils aber nicht: Bereits 2015 hatte der BFH entschieden, dass Poker-Gewinne der Einkommensteuer unterliegen, wenn Spieler regelmäßig und "mit nachhaltiger Gewinnerzielungsabsicht" an Turnieren teilnimmt.

Der Bundesfinanzhof machte wegen des Steuergeheimnisses wie üblich keine Angaben zum Kläger oder den Summen, um die es geht. Der Fall hatte jedoch in der Pokerszene Aufsehen erregt. Laut früheren Berichten auf "Pokerworld24" und "Pokerolymp" ging es um Spielgewinne von knapp 90.000 Euro.

Aktenzeichen: XI R 37/14

apr/dpa/AFP



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