Schuldenkrise Anleger leihen Portugal wieder langfristig Geld

Für Portugal geht es langsam aufwärts. Nach der Fast-Staatspleite kann sich das Krisenland wieder langfristig Geld am Kapitalmarkt leihen. Die Angebote übersteigen sogar die Erwartungen der Regierung.

Sitz der EZB: Portugal will den Euro-Rettungsschirm bis Mitte 2014 wieder verlassen
DPA

Sitz der EZB: Portugal will den Euro-Rettungsschirm bis Mitte 2014 wieder verlassen


Lissabon - Zwei Jahre nach der Beinah-Pleite kann sich Portugal wieder langfristig Geld am Kapitalmarkt leihen. Die Regierung in Lissabon legte erstmals wieder eine Anleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf und traf damit auf große Nachfrage bei Investoren, vor allem im Ausland.

Nach Angaben der Wirtschaftszeitung "Jornal de Negócios" wurden Anleihen im Wert von drei Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 5,6 Prozent verkauft. Insgesamt wurden nach Angaben der Banken am Dienstag Angebote von mehr als neun Milliarden Euro für das neue Papier abgegeben - deutlich mehr also als die Regierung verkaufen wollte.

Analysten reagierten positiv auf die Auktion. "Die Zuversicht bei den Investoren steigt", sagte Orlando Green, Anleihe-Stratege bei der französischen Geschäftsbank Credit Agricole Chart zeigen in London. "Es ist erfreulich, dass die Zinsen unter der Gefahrenmarke von sechs Prozent liegen", sagte David Schnautz, Experte bei der Commerzbank Chart zeigen. Die erfolgreichen Anleihenauktionen gelten als Signal, dass die Regierung des krisengeplagten Landes an den Finanzmärkten ein wenig Vertrauen zurückgewinnen konnte.

Im Januar hatte Portugal bereits 2,5 Milliarden Euro für fünf Jahre am Markt geliehen. Das war die erste Anleiheemission seit das Land 2011 unter den Euro-Rettungsschirm musste.

mmo/Reuters/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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dapmr75 07.05.2013
1.
Hier geht es nicht um Vertrauen, sondern nur um viel Zentralbankgeld, dass die ungelösten Strukturprobleme nur verdeckt (nichts hören, nichts sehen, nichts sagen). Die sogenannten positiven Signale der Auktion sind nichts weiter als "Einbildung" und "Vision"; auch die Staaten des Ostblocks konnte bis 1989 vor Kraft kaum laufen.
margacon 07.05.2013
2. Wer kauft denn wohl die Anleihen?
Natürlich die Banken mit den billigen EZB-Krediten. Die Anleihen werden dann wieder für neues Zentralbankgeld als Sicherheit hinterlegt. Diese wundersame Geldvermehrung schafft wunderbares Vertrauen bei den Bürgern in die wiedergewonnene Stabilität der Pleitestaaten, in denen die Wirtschft am Boden liegt, der Staat sich aber problemlos weiter verschulden kann.
c++ 07.05.2013
3.
Das liegt wohl weniger daran, das Portugal jetzt seine Probleme gelöst hat, sondern eher daran, dass die EZB immer mehr zum Staatsfinanzierer wird und jetzt wohl auch bereit ist, Subprime Anleihen aufzukaufen, also den allerletzten Schrott. Geldpolitik : Die EZB könnte zur Bad Bank für Südeuropa werden - Nachrichten Wirtschaft - DIE WELT (http://www.welt.de/wirtschaft/article115980916/Die-EZB-koennte-zur-Bad-Bank-fuer-Suedeuropa-werden.html) Das System bricht zusammen, und wir als Steuerzahler werden einen sehr hohen Preis für diese Casino-Politik bezahlen. Nicht zufällig sind die EU-Kommission wie auch die EZB fest in der Hand der Krisenstaaten. Merkel hat mal schwadroniert: Stirbt der Euro, stirbt Europa. Genau das Gegenteil ist richtig. Der Euro richtet Europa zugrunde.
agua 07.05.2013
4. An#4 Forist C++
So ist es.Portugal hat nicht seine Probleme gelöst.Es gilt das nächste Sparpaket einzulösen.Für die Bürger ist die Krise spürbar und existent.Diese Nachricht wird keinen Jubel auslösen bei der Bevölkerung.Die Tageszeitung "I" hatte heute als Schwerpunktthema die nächsten Sparschritte der Regierung....
malocher77 07.05.2013
5. Dadurch,daß EZB zur Not
Die Anleihen aufkauft, und durch hohe Zinsen gelockt investieren jetzt Anleger und Banken (eher Banken) in die Schrottanleihen, es wird gezockt.
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