Euro-Krisenstaat Portugal verkauft Versicherer für eine Milliarde Euro

Portugal hat durch Privatisierungen bereits mehr Geld eingenommen als geplant. Dennoch verkauft der Krisenstaat nun auch die Versicherungssparte der Staatsbank CGD, um seine maroden Staatsfinanzen zu sanieren. 80 Prozent gehen für eine Milliarde Euro an den größten Privatkonzern in China.

Hauptsitz der Caixa Geral de Depósitos in Lissabon: Versicherungssparte geht an China
REUTERS

Hauptsitz der Caixa Geral de Depósitos in Lissabon: Versicherungssparte geht an China


Lissabon - Portugal setzt seinen Privatisierungskurs fort: Für eine Milliarde Euro hat die Regierung 80 Prozent der Versicherungssparte der staatlichen Bank Caixa Geral de Depósitos (CGD) verkauft. Den Zuschlag erhielt Chinas größter Privatkonzern Fosun International, wie die CGD mitteilte. Auch der US-Konkurrent Apollo Global Management hatte demnach Interesse an dem Versicherer.

Mit der Privatisierung will Portugal die Auflagen der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) erfüllen. Sie hatten das Land 2011 mit einem 78 Milliarden schweren Hilfspaket vor dem Bankrott bewahrt.

Portugal hat bereits Anteile an der Staatspost CTT, am Stromriesen EDP, am Energieversorger REN sowie an der Flughafen-Verwaltungsbehörde ANA verkauft - für insgesamt rund acht Milliarden Euro. Das Mindestziel von 5,5 Milliarden ist damit längst übertroffen. Privatisiert werden sollen unter anderem noch die Airline TAP, Teile der Wasserbetriebe Aguas de Portugal sowie Schiffswerften im Norden des Landes.

Die nun verkaufte Versicherungssparte von CGD, Caixa Seguros, hat in dem südeuropäischen Land einen Marktanteil von etwa einem Drittel. 2012 hatte die CGD vom Staat eine Finanzspritze über 1,65 Milliarden Euro beantragt, um die von den europäischen Bankenaufsehern geforderte Stärkung des Kernkapitals erfüllen zu können.

Die 1876 gegründete Bank ist vergleichbar mit den deutschen Sparkassen. 2011 hatte sie mit einem Nettoverlust von 488 Millionen Euro erstmals in ihrer Geschichte rote Zahlen geschrieben. Auch 2012 und im ersten Halbjahr 2013 fielen Verluste von 394 Millionen beziehungsweise 181 Millionen Euro an.

aar/dpa/Reuters

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Malshandir 09.01.2014
1. Komisch
Also interessant, man hört von den meisten Krisen-Staaten nur Gutes, Ausanhem Griechenland. Island auf einem guten Weg. irland hat rettungsschirm verlassne und bekommt problemlos wieder Geld. Spaniens Krisenbanken wieder marktfähig. portugal nimmt mehr Geld ein. griechenland scheint unwillens zu sein sich zu ändern, daher gibt es nur die Lösung, das gegebene Geld zurückzupfänden und griechenland aus der EU zu werfen.
93160 09.01.2014
2. @Malshandir
Zitat von MalshandirAlso interessant, man hört von den meisten Krisen-Staaten nur Gutes, Ausanhem Griechenland. Island auf einem guten Weg. irland hat rettungsschirm verlassne und bekommt problemlos wieder Geld. Spaniens Krisenbanken wieder marktfähig. portugal nimmt mehr Geld ein. griechenland scheint unwillens zu sein sich zu ändern, daher gibt es nur die Lösung, das gegebene Geld zurückzupfänden und griechenland aus der EU zu werfen.
Warum finden Sie es interessant? Und wie kommen Sie darauf es waeren gute Nachrichten? Griechenland hat oeffentlich gemacht nichts mehr zu privatisieren. Deshalb kommt nur schlechtes fuer Sie aus Griechenland. Ich sehe es etwas anders.
agua 09.01.2014
3.
Zitat von MalshandirAlso interessant, man hört von den meisten Krisen-Staaten nur Gutes, Ausanhem Griechenland. Island auf einem guten Weg. irland hat rettungsschirm verlassne und bekommt problemlos wieder Geld. Spaniens Krisenbanken wieder marktfähig. portugal nimmt mehr Geld ein. griechenland scheint unwillens zu sein sich zu ändern, daher gibt es nur die Lösung, das gegebene Geld zurückzupfänden und griechenland aus der EU zu werfen.
Diese Privatisierungen sind nicht als positiv zu bewerten, wie Sie im Artikel lesen können, geht es auch um die zukünftige Privatisierung des Wassers.Der Bevölkerung geht es deswegen nicht besser.Seit dem 2.1. Gibt es eine interaktive Graphik im Internet, die den Zusammenhang zwischen Politik,Banken und Firmen zeigt.http://www.google.pt/url?q=http://pmcruz.com/eco/&sa=U&ei=k_HOUqvIK4Lb7AaX4oDwDA&ved=0CA0QFjAA&usg=AFQjCNFa292OB2XeGJfvRNmCAaDHVyzF5w
carahyba 09.01.2014
4. Kakerlaken ...
Zitat von aguaDiese Privatisierungen sind nicht als positiv zu bewerten, wie Sie im Artikel lesen können, geht es auch um die zukünftige Privatisierung des Wassers.Der Bevölkerung geht es deswegen nicht besser.Seit dem 2.1. Gibt es eine interaktive Graphik im Internet, die den Zusammenhang zwischen Politik,Banken und Firmen zeigt.http://www.google.pt/url?q=http://pmcruz.com/eco/&sa=U&ei=k_HOUqvIK4Lb7AaX4oDwDA&ved=0CA0QFjAA&usg=AFQjCNFa292OB2XeGJfvRNmCAaDHVyzF5w
Natürlich zeigt die Graphik mehr als ich bisher wusste. Aber dass sich soviel Kakerlaken in Banken und Industrien eingenistet haben, hätte ich mir nie vorstellen können.
agua 09.01.2014
5.
Zitat von carahybaNatürlich zeigt die Graphik mehr als ich bisher wusste. Aber dass sich soviel Kakerlaken in Banken und Industrien eingenistet haben, hätte ich mir nie vorstellen können.
Jornal "I " brachte am 4.1. einen Artikel über diese Graphik. Basis dafür war das Buch "Donos de Portugal" von Jorge Costa(unter dem gleichen Titel gibt es auch ein gutes Video bei youtube, die Zusammenfassung von 100 Jahren Geschichte des Landes) Es ist erschreckend, es geht mir wie Ihnen. Die Privatisierungen gehören zum Spiel.Ist im Film erklärt. Schade, dass es so etwas nicht auch zu anderen Ländern gibt. Eine grossartige Arbeit von Pedro Miguel Cruz, diese Graphik!
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