Portugal Polizei durchsucht Finanzministerium

Im portugiesischen Finanzministerium hat es eine Durchsuchung gegeben. Einem Medienbericht zufolge könnte es um Fußballtickets gehen, um die Finanzminister Mario Centeno gebeten haben soll - und um Steuererleichterungen.

Portugals Finanzminister Mario Centeno
REUTERS

Portugals Finanzminister Mario Centeno


In Portugal hat die Polizei das Finanzministerium durchsucht. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Eine Ministeriumssprecherin erklärte, ihre Behörde arbeite mit den Ermittlern zusammen. Einzelheiten nannte sie nicht.

Einem Medienbericht zufolge haben die Behörden Finanzminister Mario Centeno im Visier, der seit Mitte Januar die Euro-Gruppe leitet. Die Onlineausgabe der Wochenzeitung "Expresso" berichtete am Sonntag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Informanten, es gehe um Tickets für ein Spiel von Centenos Lieblingsfußballclub Benfica gegen Porto im vergangenen Jahr.

Der Minister war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Sein Ministerium hatte bereits jedes Fehlverhalten im Zusammenhang mit dem Fußballverein aus Lissabon zurückgewiesen.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Durchsuchungen bereits am Freitag. Im Rahmen der Ermittlungen gebe es keine Verdächtige. Centeno selbst wurde nicht erwähnt.

Laut "Expresso" steht Benfica-Präsident Luis Vieira im Mittelpunkt der Ermittlungen. Dabei soll es um seine mutmaßliche Rolle bei Steuererleichterungen für seinen Sohn und eine angebliche Bitte Centenos um Tickets für ein Fußballspiel gehen. Benfica-Präsident Vieira war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Das Finanzministerium erklärte, es habe keinen Kontakt zwischen Vieira und Centeno im Zusammenhang mit den Steuern von Vieiras Sohn gegeben. Entsprechende Steuerfragen würden von den Behörden auf Gemeindeebene geregelt.

Das Finanzministerium hat bestätigt, dass Centeno zwei Sondertickets für ein Spiel im April erhielt. Sie seien aus Sicherheitsgründen nötig gewesen. Demnach wurden Vorschriften für die Annahme von Geschenken durch Regierungsangehörige nicht verletzt, weil die Eintrittskarten nicht normal gekauft werden können. Die Grenze für die Annahme von Geschenken liegt bei 150 Euro.

lov/Reuters



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